Klimaerwärmung

08. November 2015 11:20; Akt: 10.11.2015 17:56 Print

«Hoher Meeresspiegel lässt Städte versinken»

Der Meeresspiegelanstieg gefährdet etwa eine halbe Milliarde Menschen weltweit – darunter auch Europäer.

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Eine Klimaerwärmung um 4 Grad Celsius wird einer neuen Studie zufolge weltweit 470 bis 760 Millionen Menschen in Küstenregionen gefährden. Aufbauend auf einer im Oktober veröffentlichten Studie mit Daten für die USA legt die US-Forschungsorganisation Climate Central in ihrer Untersuchung nun interaktives Kartenmaterial für die gesamte Welt vor.

Am stärksten trifft es demnach China, wo 145 Millionen Menschen in überflutungsbedrohten Regionen leben. Dort wäre auch der Effekt einer Erwärmung um nur 2 Grad am höchsten: Dann wären nur noch 64 Millionen Menschen gefährdet. In zwölf weiteren Nationen - darunter Indien, Bangladesh und Vietnam - müssten jeweils mehr als 10 Millionen Menschen dem Wasser weichen.

Zu den zehn am meisten gefährdeten Megastädten zählen Shanghai, Hongkong, Kalkutta und Mumbai. Auf interaktiven Karten können die verschiedenen Szenarien für alle Regionen der Welt betrachtet werden. Selbst in europäischen Ländern mit Meeresküste wie Italien, Spanien, Frankreich oder Deutschland wären demnach auch bei einem 2-Grad-Plus jeweils zwischen 1,5 und 2,8 Millionen Menschen gefährdet.

Beispiel Wall Street, New York


Nur noch der Schwanz wäre zu sehen: Der Bulle im Bowling Green Park im Financial District von Manhattan in den Szenarien mit 2 und 4 Grad Erderwärmung. (Karte: Climate Central)

«Man muss keine Angst haben»

«Ein Anstieg des Meeresspiegels ist nichts, wovor man Angst haben müsste, weil er sehr langsam verläuft. Aber er ist etwas, um das man sich sorgen muss, weil er unser Land verschwinden lässt, inklusive der Städte», wurde Co-Autor Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zitiert.

Die Forscher legen bei ihren Karten einen Meeresspiegelanstieg von 7,4 bzw. 4,5 Metern zugrunde. Je nach Schadstoffausstoss werden diese Höhen in 200 bis 2000 Jahren erreicht, hiess es.

Schon jetzt drastische Folgen

Schon jetzt habe der Meeresspiegelanstieg von global rund 20 Zentimetern seit 1901 drastische Auswirkungen selbst in Industrieländern, sagte Katja Frieler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Der Hurrikan «Sandy» führte 2012 zu einer riesigen Sturmflut in New York, die grosse Teile der Stadt überschwemmte.

Durch den höheren Meeresspiegel seien einer Studie zufolge gut ein Zehntel mehr Menschen sowie Wohneinheiten betroffen gewesen als ohne diesen Anstieg, so Frieler.

Der Meeresspiegel steigt nach Angaben des Weltklimarates mit zunehmender Geschwindigkeit, derzeit mit über drei Millimeter pro Jahr. Hauptgründe seien die Erwärmung des Meereswassers, das sich dadurch ausdehnt, sowie das Schmelzen des Eises von Gletschern, Grönland und der Antarktis.

Die Klimaschutzziele, die auf dem Gipfel in Paris in einen internationalen Vertrag gegossen werden sollen, werden die gefährlichen Folgen des Klimawandels erst einmal nicht verhindern. Denn selbst wenn alle Länder ihre angekündigten Ziele vollständig umsetzen sollten, würde die Erdtemperatur immer noch um 2,7 Grad Celsius steigen. Deshalb braucht es künftig regelmässige Anpassungen der Reduktionsziele und noch grössere Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McFlo am 09.11.2015 03:45 Report Diesen Beitrag melden

    Spätestens dann geht die Schweiz unter

    nicht unter Wasser sondern unter Menschenmasse. Wo flüchtet man wenn das Wasser steigt? Richtig in höher gelegene Länder.

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  • Kevin B. am 09.11.2015 05:38 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst wenn...

    Italien müsste um 2/3 schrumpfen und Spanien sogar um 3/4 um dann, wenn alle Einwohner auf die verbleibende Fläche zusammengerückt sind, die gleiche Bevölkerungsdichte wie die Schweiz zu haben.

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  • Paradies am 09.11.2015 04:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herausforderung und Chance...

    Man könnte das Meereswasser entsalzen und die Wüste bewässerten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kilian am 09.11.2015 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ausdehnung der Sonne

    Die Klimaerwärmung hat nichts mit dem Menschen zu tun. Die Sonne dehnt sich seit längerem aus. In paar Millionen Jahren soweit, dass wir sowieso nicht mehr auf der Erde leben können. Wir müssen einen anderen Planeten finden. Die NASA ist ja dran. Zum Glück.

    • Rolf Gysling am 09.11.2015 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      Kaum der Grund

      Ja klar. In den nächsten 2 Mia Jahren wird sich die Sonne ca um 2% ausdehnen. Erst dann beginnt der Sterbenszyklus. 2% in 2 Mia Jahren macht für die letzen 150 Jahre (Erwärmungsphase) ganze 0.00000015% aus. Übrigens die 150 Jahre vorher auch schon.... Sie sehen wo das hinführt. Möchte Wissen wer für einen solchen Quark auch noch den Daumen hoch macht?

    • Fragezeichen am 09.11.2015 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Kilian

      klar.. die Sonne dehnt sich mal eben in 100 Jahren so aus.. obwohl sie das davor Milliarden von Jahren nicht getan hat oder mit einer ganz anderen Geschwindigkeit...

    • Sterngucker am 09.11.2015 10:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf Gysling

      Kilian liegt nicht ganz daneben. Leider untersucht die Mainstreamwissenschaft Faktoren wie das schwächer werdenden Erdmagnetfeld, die Wirkung der Erdpräzession und Weitere, die einen Einfluss auf das Klima haben können, nur sehr rudimentär. Die CO2-Geschichte vermittelt nicht nur die Illusion, dass wir nicht hilflos sind, sondern es lässt sich damit auch mehr Geld machen.

    • Rolf Gysling am 09.11.2015 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Kann sein

      @Sterngucker: Ja das mag sein, dass sind aber auch Faktoren deren Einfluss nicht so einfach verstehen und modellieren ist. Die Präzession ist aber eine Überlagerung verschiedener Effekte. Die grösser Amplitude wird dabei von einem sehr langsamen Prozess (>28'000 Jahre) verursacht. Das mag lokale/kontinentale Abweicheungen erklären, aber nicht unbedingt globlae Schwankungen. Das bedeutet nicht, dass das CO2 / Methan unschuldig ist und hat nix mit der Sonne zu tun.

    • Jubilar am 09.11.2015 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      So einfach?

      Herr Gysling, dann sollten wir also, weil wir diese Faktoren nicht so genau verstehen und einschätzen können, einfach vergessen und ausser acht lassen? Ach ja nebenbei: der nächste Polsprung ist übrigens überfällig.

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  • inkognito am 09.11.2015 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    welcome world pepole!

    Die "Arche Noah" Schweiz ist bereit zu den Kriegsflüchtlingen,Wirtschaftsflüchtlingen,Steuer- flüchtlingen auch noch Klimaflüchtlinge aufzunehmen.

    • Kognitoo am 09.11.2015 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      YESSSS!!!!

      Gratuliere! Auf den Punkt gebracht.

    • Grüne Welle am 09.11.2015 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      Klar,

      und alle erhalten das Bedingungslose Grundeinkommen. Niemand mehr muss arbeiten und alle sind Glücklich und Friedlich.

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  • Peter am 09.11.2015 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaft

    Interessant ist, dass wohl die meisten, welche hier die Wissenschaft bezweifeln, jede Sekunde genau davon abhängen. Wenn sie ihr Mobile benutzen, wenn sie im Zug oder Auto fahren, bei Medikamenten und endlos weiter. Nur, wenn die Wissenschaft etwas Unbequemes findet, dann kommt 'Woher sollen die das wissen'.

    • Realist am 09.11.2015 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Das liegt wohl, daran...

      ...dass das bisherige "Unbequeme" früher oder später mit einem "staatlichen Eingriff" ins Portemonnaie, oder mit Einschränkungen der persönlichen (Entscheidungs)Freiheit geendet hat. Ich bin überzeugt, dass die Akzeptanz (und Bereitschaft selber was zu tun) mit sachlichen Informationen, jedoch ohne stetige Zwangsvorgaben und Ablasshandel, mittlerweile grösser wäre. Aber so wie's momentan läuft, führen solche Meldungen bloss reflexartig zu "was wird uns das wohl diesmal wieder kosten".

    • Jubilar am 09.11.2015 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      Vosicht geboten

      Peter, das stimmt nicht. Gerade die elektrisch/elektronishc betriebenen Geräte haben Effekte, die kein Wissenschaftler kennt, anerkennt oder wie auch immer. Ich gebrauche also auch diese Geräte mit Vorsicht.

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  • tisken am 09.11.2015 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!!!!!!

    Hoher Meeresspiegel lässt Städte versinken HAHAHA man muss denen Langweillig sein. Und jetzt? dann kauft Boote, und verschmutzt weiter die Meere. Es kratzt keinen Mensch :)

  • Victor am 09.11.2015 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eine unbequeme Wahrheit

    Wer sagt der Klimawandel sei nicht vom Menschen verursacht sollte sich das mal ansehen. So gut wie alles was er vor 10 Jahren sagte stimmt heute genauso. Wie kann man so die Augen verschliessen, verstehe eich nicht.

    • BärnerBär am 09.11.2015 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      eine problemlose Sache

      Das Waldsterben ist jedenfalls nicht eingetreten. Selbst die extremsten Klimaforscher müssen zugegeben, dass in den letzten 10 Jahren bei der 'Klimaerwärmung' eine Pause eingetreten sind. Sie wissen zwar nicht weshalb bestätigen aber den Fakt. Ob nun die im letzten Jahr erfolgte praktisch nicht messbare Erwärmung von 0.01 C Menschengemacht ist oder aufgrund der stärkeren Sonnenaktivität resultiert, konnte nicht belegt werden.

    • Rolf Gysling am 09.11.2015 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Pause...

      @Bärner Bär bleibt besser bei Deinem Käseblatt... Das Waldsterben ist wohl weshalb nicht eingetreten (zumindest nicht im befürchteten Umfang) weil man Massnahmen getroffen hat. Entschwefelung von Heiz- und Treibstoffen, Katalysatoren, Rauchgasreinigung bei der Industrie... hat alles zu weniger saurem Regen geführt. Wir haben in den 80'ern noch zuschauen können wie sich unbehandeltes Aluminium langsam aufgelöst hat. Zu Punkt Pause (Google : klimapause 10 jahre).

    • Helferlein am 09.11.2015 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Al Gore

      Victor, Sie wissen aber dass der Herausgeber dieser Doku in zweierlei Hinsicht sehr unglaubwürdig ist? Erstens gibt es ein Zitat von ihm in dem er sagt, dass das CO2 das beste Geschäftsmodell sei, das er je gesehen habe. Und zweitens lebt er null nach dem was er so erzählt, seine Anwesen hat den Ausstoss eines grössere Dorfes, er jettet um die Welt usw. Wenn es ihn so beunruhigen würde, würde er danach leben.

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