Alain Berset

22. Januar 2020 15:10; Akt: 22.01.2020 17:31 Print

«Schweiz ist sehr gut aufs Coronavirus vorbereitet»

Die Ausbreitung des Coronavirus bereitet international Sorgen. Auch die Schweiz verfolgt die Entwicklung, wie Bundesrat Alain Berset sagt. Sie will helfen, wo sie kann.

Bildstrecke im Grossformat »
Zwei weitere Todesfälle in Italien: In der Nacht auf Montag starb in Bergamo ein 84-jähriger Mann an den Folgen des Coronavirus. Ebenfalls am Montag wurde zudem aus der Region Lodi der Tod eines 88-Jährigen gemeldet. (24. Februar 2020) China warnt seine Landsleute vor Reisen in die USA. Chinesische Touristen würden in den USA aufgrund «übertriebener Massnahmen» im Zusammenhang mit dem Coronavirus unfair behandelt.(24. Februar 2020) China verschiebt zum ersten Mal seit Jahrzehnten den Volkskongress. Diese Entscheidung sei beispiellos, schreiben Agenturen. Ein neuer Termin werde zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. (24. Februar 2020) Die Börsen reagieren am Montag auf die Ausbreitung des Coronavirus. Südkorea verzeichnet den grössten Kursrutsch der dortigen Börse seit eineinhalb Jahren. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie setzte auch den Dax zu Wochenbeginn stark unter Druck. (24. Februar 2020) In Griechenland werden seit Montagmorgen die Besatzungen von Fähren, die zwischen Italien und Griechenland pendeln, informiert, welche vorbeugenden Massnahmen getroffen werden müssen, damit mögliche Verdachtsfälle rasch isoliert werden. (24. Februar 2020) Rund 500 Passagiere - mehrheitlich Österreicher und Deutsche - sassen am Sonntagabend an Bord von zwei italienischen Zügen am Brenner fest. Der Bahnverkehr wurde wegen Coronavirus-Verdachtsfällen kurzzeitig unterbrochen. (23. Februar 2020) Bilder aus Norditalien zeigen Personen bei Hamsterkäufen in Supermärkten. Nach den ersten Fällen in Norditalien steigt im angrenzenden Tessin die Sorge um ein Übergreifen des Coronavirus. Nach einem starken Anstieg der Coronavirus-Fälle hat Italien mehrere Städte im Norden abgeriegelt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. In zehn Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Grossteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen. Rund 50'000 Einwohner sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Der lombardische Ort Codogno, nur knapp 150 Kilometer von Lugano entfernt, glich laut Medienberichten am Samstag einer Geisterstadt. «Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten», sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Nach einem starken Anstieg der Coronavirus-Fälle hat Italien mehrere Städte im Norden abgeriegelt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. (22. Februar 2020) Ein Wachmann steht vor dem Königspalast in Seoul. Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea ist die Zahl der infizierten Menschen den dritten Tag in Folge sprunghaft gestiegen. (22. Februar 2020.) Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag mitteilten, kamen in Südkorea über Nacht 142 neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus hinzu. (22. Februar 2020.) Damit stieg die Zahl der erfassten Fälle auf 346 - so viele wie nirgendwo ausserhalb Chinas, wo Covid-19 im Dezember ausgebrochen war. (22. Februar 2020.) Die Behörden vermuten, dass die rasante Verbreitung des Virus unter den Mitgliedern von einer infizierten 61-jährigen Sektenanhängerin ausging. (22. Februar 2020.) Unweit der Schweizer Grenze gibt es den ersten Coronavirus-Toten. Ein 78-jähriger Patient ist in Padua in der norditalienischen Region Veneto gestorben. (21. Februar 2020) Mehrere Studien haben gezeigt, dass Männer eher am Coronavirus erkranken als Frauen. Die Gründe dafür sind noch nicht ganz klar. Möglich ist, dass die Vorerkrankung eine Rolle spielt, ebenso der Umstand, dass am Markt, wo das Virus ausbrach, vor allem Männer arbeiten. Doch auch Chromosome und Hormone könnten verantwortlich sein. (12. Februar 2020) Im französischen Skiort Contamines-Montjoie sind fünf britische Staatsbürger positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilten die Behörden am Samstag, 8. Februar 2020, mit. Die Infizierten hatten Kontakt zu einem Briten, der aus Singapur zurückgekehrt war und ebenfalls am Virus erkrankt ist. Die fünf gehören zu einer Gruppe von elf Personen, die in zwei Chalets lebten. Die restlichen Mitglieder der Gruppe stehen unter Beobachtung. Die Gemeinde bekommt die Folgen bereits zu spüren. Verunsicherte Touristen melden sich beim Touristenbüro. Es gab auch bereits Annullierungen. An Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind weitere 41 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden. Auf dem Schiff befinden sich auch zwei Schweizer Staatsangehörige. (6. Februar 2020) Das Flugzeug mit fünf Schweizern aus dem Coronavirus-Gebiet in China ist am Sonntag auf einer Luftwaffenbasis in Frankreich gelandet. (2. Februar 2020) Erstmals ist ausserhalb Chinas ein Mensch an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Auf den Philippinen erlag am Samstag ein 44 Jahre alter Chinese aus Wuhan der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit. Südkorea hat seine Bürger aus Wuhan evakuiert. Das bayerische Gesundheitsministerium informierte über den ersten Coronavirus-Fall in Deutschland. Ein 33-jähriger Firmenangestellter habe sich bei einem chinesischem Gast angesteckt. Im Zürcher Triemlispital befanden sich zwei Personen in Quarantäne. Das Coronavirus konnte in der Zwischenzeit bei ihnen ausgeschlossen werden. Die beiden grössten Vergnügungsparks in Hongkong, Disneyland und Ocean Park, schliessen wegen des Virus ab Sonntag ihre Pforten. (26. Januar 2020) Sicherheitspersonal in Schutzanzügen misst die Körpertemperatur von Passagieren am Eingang einer U-Bahn-Station in Peking, China. (25. Januar 2020) Hongkong hat den «Virus-Notstand» ausgerufen. Sämtliche öffentlichen Neujahrsfeiern in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurden abgesagt. (25. Januar 2020) Wuhan hat mit dem Bau neuer Krankenhäuser mit jeweils rund 1000 Betten begonnen. Das erste Spital soll am Montag in einer Woche erste Patienten aufnehmen. (24. Januar 2020) Am 24. Januar 2020 gaben die französischen Behörden bekannt, dass zwei Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit hat das Virus Europa erreicht. Ab Donnerstag, 22. Januar 2020, werden wichtige Verkehrsverbindungen von und nach Wuhan gekappt. Die Bürger sollen die Millionenstadt nur unter besonderen Umständen verlassen. Am WEF in Davos hat sich Bundesrat Alain Berset unter anderem mit WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus über das Coronavirus ausgetauscht. Die Schweiz sei gut vorbereitet, sagte er im Anschluss. In Asien sorgt das Virus für Angst. Das Foxconn-Werk hat beispielsweise seine Mitarbeiter aufgefordert, von Taiwan nicht nach Wuhan zurückzukehren. (Archivbild) Im Fall der mysteriösen Lungenkrankheit in China wurden erstmals zwei Fälle einer Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt. (20. Januar 2020) In der Provinz Guangdong habe sich medizinisches Personal infiziert. Die Ausbreitung der rätselhaften Lungenkrankheit ist möglicherweise viel grösser als bisher angenommen. Experten schätzen die Zahl der Infizierten auf mehr als 1700. (19. Januar 2020) Kurz nachdem bekannt worden war, dass sich mehrere Menschen in der chinesischen Metropole Wuhan mit einem bislang unbekannten Virus infiziert haben, hiess es: Es ist kein Sars (schweres akutes respiratorisches Syndrom). Doch laut dem Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin ist es das doch: «Es ist dieselbe Virusart, nur in einer anderen Variante.» Unterschiede gebe es vor allem bei den Proteinen, mit denen das Virus an menschliche Zellen andocke. In die Ursachenfindung ist auch die WHO involviert. Sie verfolge die Situation aufmerksam und stehe in Kontakt mit den chinesischen Behörden, hiess es. Grund für die Beteiligung der WHO war die schnelle Zunahme der gemeldeten Fälle in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan. Dort, so wird vermutet, nahm die mysteriöse Lungenkrankheit ihren Anfang – auf dem Huanan Seafood Market, auf dem Fische und andere Tiere verkauft werden. Sie gelten als mögliche Virusquelle. Der Markt wurde inzwischen geschlossen und soll gründlich gereinigt werden. Bereits vergangene Woche teilten chinesische Forscher mit, dass es sich beim Erreger um ein bislang unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren handelt. Dafür spreche einiges. (Im Bild: ein Coronavirus) Auch ausserhalb Wuhans wurden Sicherheitsmassnahmen ergriffen, etwa im mehreren 100 Kilometer entfernten Hongkong. (4. Januar 2020) Dort wurden am Flughafen Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. Auch an vier thailändischen Flughäfen – Suvarnabumi, Don Mueang, Phuket und Chiang Mai – werden aus Wuhan kommende Fluggäste thermisch untersucht. Des Weiteren wird den Reisenden ein Kärtchen mit Verhaltensanweisungen überreicht. Sollten sie sich innerhalb der nächsten 14 Tage krank fühlen, sollten sie sofort zum Arzt gehen. Laut Presseberichten gibt es bislang auch Verdachtsfälle ausserhalb Chinas. So wurde in Singapur ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan, aber nicht den dortigen Fischmarkt besucht hatte, ins Spital gebracht. Weitere Verdachtsfälle wurden in Thailand und Südkorea gemeldet. Diese seien allerdings mit Vorsicht zu beurteilen, selbst wenn eine vermeintliche Laborbestätigung vorliege, so Drosten. Die Aussagekraft der eingesetzten Tests sei unterschiedlich, möglicherweise müssten Testergebnisse im Nachhinein revidiert werden. (Im Bild: Chinesische Forscher untersuchen Proben einer Erkrankten) Schon vor einigen Tagen war den Fachleuten klar gewesen, dass es sich bei der Virus-Erkrankung nicht um Mers (Middle East respiratory syndrome coronavirus) handelt. Auch Grippe und Vogelgrippe (Bild) konnten da schon ausgeschlossen werden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Ausbreitung des Coronavirus ist auch am WEF in Davos ein grosses Thema. Gesundheitsminister Alain Berset sagte am Mittwoch vor den Medien, dass die Schweiz die Situation sehr genau verfolge. «Wir sind sehr gut vorbereitet.»

Umfrage
Macht Ihnen das neue Virus Sorgen?

Berset traf im Rahmen seines Aufenthalts am Weltwirtschaftsforum unter anderem den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, wie er vor den Medien sagte. Die Schweiz habe dabei bei der Bekämpfung des Coronavirus ihre Hilfe angeboten - «wir helfen, wo wir helfen können», sagte Berset.

Aktionsplan liegt bereit

Während der grossen Ebola-Epidemie im Jahr 2014 hatte die Schweiz verschiedentliche Hilfsleistungen erbracht. In Genf war beispielsweise der erste Schweizer Ebola-Patient behandelt worden. Der 43-jährige kubanische Arzt, der sich in Sierra Leona mit dem Ebola-Erreger infiziert hatte, konnte danach geheilt wieder nach Hause zurückfliegen. Zudem testeten die Universitätsspitäler Genf und Lausanne einen Ebola-Impfstoff.

Wie die Schweizer Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus aussehen könnte, führte Bundesrat Berset nicht aus. Er sagte: «Wir stehen zur Verfügung.» In der Schweiz selbst existiere für solche Ereignisse ein Aktionsplan. Dieser werde umgesetzt, sollte sich die Situation weiterentwickeln.

Davos als internationales Zentrum

In Davos unternahm Bundesrat Berset nach eigenen Angaben weitere Anstrengungen auf internationaler Ebene, damit die allgemeine Gesundheitsversorgung in Notsituationen gewährleistet ist. Auch das Thema Gesundheitsdaten sei in verschiedenen bilateralen Treffen angesprochen worden.
Berset bezeichnete das WEF in Davos als Zentrum der internationalen Gesundheitspolitik. So viele Akteure in so kurzer Zeit zu treffen, sei sonst nur in Genf und New York möglich. Auch seine achte Teilnahme als Bundesrat sei sehr positiv verlaufen.

«Nun müssen Taten folgen»

Berset traf in Davos beispielsweise den brasilianischen Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta und den niederländischen Amtskollegen Bruno Bruins. Zusammen mit Verteidigungsministerin Viola Amherd führte er zudem Gespräche mit Phumzile Mlambo-Ngcuka, der Direktorin der Uno-Frauenorganisation.

Dabei sei es um Gleichstellung, Lohngleichheit und häusliche Gewalt gegangen - «alles Themen, die den Bundesrat sehr beschäftigen». Für diese Herausforderungen lägen in der Schweiz Lösungen auf dem Tisch, sagte Berset. «Nun müssen Taten folgen.»

(vro/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Francesco am 22.01.2020 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz sicher!

    Das glauben wir Ihnen gerne, Herr Berset. Man ist mindestens so gut auf das Virus vorbereitet wie auf die jährliche Verhinderung des Krankenkassen-Anstieges. Ein Erfolg jagt den andern.

  • Uschle am 22.01.2020 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitet

    Komisch ich bin da gar nicht so sicher, dass wir gut vorbereitet sind. Habe da so meine Bedenken

    einklappen einklappen
  • Neumann am 22.01.2020 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Das sagen sie alle, unsere Führer.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • RK aus ZH am 23.01.2020 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    vorbereitet?

    Unter Vorbereitet meint Herr Berset, dass er darauf wartet bis der erste Fall auftritt. Was danach folgt weiss auch ein Herr Berset nicht.....! Ich weiss nur dass er ein Plauderi ist!

  • Eva Macht Sich Sorgen am 23.01.2020 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Busreisen in der Schweiz

    Und hunderte chinesische Touristen reisen nach Luzern, Interlaken etc. was ist mit denen? Werden die auch irgendwo getestet? Oder muss die einheimische Bevölkerung jetzt Mundschutz tragen?

  • Genusstrinker am 23.01.2020 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin sehr gut vorbereitet

    Habe Platz gemacht im Kühler. Die Biere können kommen!

  • David am 23.01.2020 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Globalisierung und Virus

    Die Leute da oben sind immer gut vorbereitet!!! Ich sag nur Globalisierung!!!! Am Sonntag ist in China ja das Chinesische Neujahrsfest und Millionen Menschen Steigen in denn ein Fliger und kommen nach Deutschland in die Schweiz!! Und der Rest von Europa. Da ist die Chance sehr Hoch das die Schweiz und auch Deutschland das Virus bekommen werden und es auch hier Todesfälle geben wird!! Ich finde das es Jetzt der Richtige Zeitpunkt Wäre um das Fest abzusagen, um das Virus einzudämmen.

  • joop am 23.01.2020 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so lustig und peinlich

    Ich liebe berset humor, eine der schlechte Bundesrat ever, ein rein Witz