Gottestuch-Kopie

06. Oktober 2009 06:23; Akt: 06.10.2009 08:37 Print

«Turiner Grabtuch» von Forschern nachgebildet

Wissenschaftler haben das berühmte Grabtuch von Turin mit im Mittelalter verfügbaren Materialien und Methoden nachgebildet. Sie wollen damit beweisen, dass das originale Tuch mit dem Abbild Christi eine Fälschung ist.

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Damit sei ein weiterer Beweis dafür erbracht, dass das Leinentuch eine von Menschen hergestellte Fälschung sei, erklärte das italienische Komitee der Beweisüberwachung paranormaler Phänomene (CICAP) am Montag. 1988 wurde das Tuch mit Hilfe der Radiokarbon-Methode auf das 13. oder 14. Jahrhundert datiert. Die Experten konnten bislang aber nicht klären, wie das darauf gezeigte Abbild eines Menschen entstand.

Innerhalb einer Woche hergestellt

Binnen einer Woche habe sein Team ein Tuch hergestellt, das dem «Turiner Grabtuch» gleiche, sagte der Chemieprofessor Luigi Garlaschelli in einem Interview der Zeitung «La Repubblica». Ein in einer im Mittelalter verwendeten Technik gewebter Leinenstoff sei zunächst mit Hitze und Wasser behandelt worden, erklärte Garlaschelli. Anschliessend wurde das Tuch demnach über einen Studenten gelegt, der eine Maske trug, und mit Rötel eingerieben.

Das «Turiner Grabtuch» wird von vielen Gläubigen als das Tuch verehrt, in dem Jesus von Nazareth nach der Kreuzigung begraben wurde. Bei seiner letzten öffentlichen Ausstellung zog es mehr als eine Million Menschen an. Im kommenden Jahr soll es erneut öffentlich gezeigt werden.

(ap)