Trauriger Rekord

29. Dezember 2011 05:06; Akt: 29.12.2011 08:23 Print

Über 23 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt

Noch nie ist weltweit so viel illegales Elfenbein sichergestellt worden wie im Jahr 2011. Ein Grund dafür dürfte die steigende Nachfrage nach Stosszähnen von Elefanten in Asien sein.

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Im Sommer wurden in Kenia symbolträchtig diese fünf Tonnen Elfenbein verbrannt. (Bild: Sayyid Azim)

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Ein trauriger Rekord: Mit über 23 Tonnen wurde 2011 weltweit mehr illegales Elfenbein bei grossen Beschlagnahmungen (über 800 Kilogramm) sichergestellt als jemals zuvor. Dies teilt Traffic, die internationale Artenschutzorganisation und Tochtergesellschaft des WWF, mit. Hinter dieser Zahl stehen mindestens 2500 getötete Elefanten.

Doch die Zahl der getöteten Elefanten ist noch höher, denn die Gesamtmenge am diesjährig beschlagnahmten Elfenbein steht noch nicht fest – Hunderte von kleinen Beschlagnahmungen (unter 800 Kilogramm) sind noch nicht registriert. Es ist davon auszugehen, dass 2011 auch die bisherigen Gesamtmengen sprengt. Hier liegt der Rekord bei 35 Tonnen im Jahr 2009. «2011 war ein furchtbares Jahr für die Elefanten», bilanziert Tom Milliken von Traffic.

Statussymbol und modisches Accessoires

Die Zunahme an sichergestelltem Elfenbein widerspiegelt die intensivierten Aktivitäten des illegalen Elfenbein-Handels. Grund dafür ist gemäss Milliken der boomende Elfenbein-Markt in Asien. Besonders in wirtschaftlich aufsteigenden Ländern dient Elfenbein als Statussymbol und als modisches Accessoires.

Das konfiszierte Elfenbein stammt meist aus Ost- und Zentralafrika und gelangt vorwiegend auf dem Seeweg nach Asien. Die kriminellen Schmugglerbanden werden immer professioneller und wechseln die Route ständig, um möglichst unentdeckt zu bleiben. Ihre Zieldestinationen sind meist China und Thailand. Da in Thailand der Handel mit Elfenbein partiell erlaubt ist, benützen die Schmuggler das Land als Zwischenstation. Das afrikanische Elfenbein wird dort umgepackt oder verarbeitet und dann als «thailändisches» Elfenbein exportiert. Dadurch wird die afrikanische Herkunft verschleiert.

Um den kriminellen Banden das Handwerk zu legen, müssten die Behörden endlich mehr Verantwortung übernehmen. Dazu Milliken: «Da die Schmuggler selbst bei grossen Beschlagnahmungen selten verhaftet und verurteilt werden, stehen sie am Ende als Gewinner da.»

(lue)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Meister am 29.12.2011 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig...

    ...wie die Asiaten auch vor diesen geschützten, grossartigen Tieren keinen Halt machen, um ihre Gier nach Statussymbolen zu befriedigen!

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  • Markus Grunder am 29.12.2011 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Eigentlich sollte der Handel und Besitz von Elfenbein weltweit verboten werden. Es kann doch nicht sein das es in manchen ländern dieser Welt erlaubt ist. Jene die Elfenbein besitzen sollten sich schämen.

  • Antonietta/Tumminello am 30.12.2011 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll

    Tausende von Wildtierprodukten, die Reisende aus fernen Urlaubsländern mitbringen. Die meisten dieser Gegenstände sind Souvenirs, die aus gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tieren hergestellt sind. Im Reisegepäck befinden sich dann z. B. Elfenbeinschnitzereien und -schmuck, Accessoires aus Schildkrötenpanzer, Handtaschen, Gürtel und Schuhe aus Reptilienhaut, Felle von Großkatzen, Designartikel aus Stachelschweinspießen, sowie Korallen und Muscheln. Die Vielfalt an Produkten aus Wildtieren sind hier fast keine Grenzen gesetzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonietta/Tumminello am 30.12.2011 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll

    Tausende von Wildtierprodukten, die Reisende aus fernen Urlaubsländern mitbringen. Die meisten dieser Gegenstände sind Souvenirs, die aus gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tieren hergestellt sind. Im Reisegepäck befinden sich dann z. B. Elfenbeinschnitzereien und -schmuck, Accessoires aus Schildkrötenpanzer, Handtaschen, Gürtel und Schuhe aus Reptilienhaut, Felle von Großkatzen, Designartikel aus Stachelschweinspießen, sowie Korallen und Muscheln. Die Vielfalt an Produkten aus Wildtieren sind hier fast keine Grenzen gesetzt.

  • Markus Grunder am 29.12.2011 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Eigentlich sollte der Handel und Besitz von Elfenbein weltweit verboten werden. Es kann doch nicht sein das es in manchen ländern dieser Welt erlaubt ist. Jene die Elfenbein besitzen sollten sich schämen.

  • Hans Meister am 29.12.2011 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig...

    ...wie die Asiaten auch vor diesen geschützten, grossartigen Tieren keinen Halt machen, um ihre Gier nach Statussymbolen zu befriedigen!

    • T.Merih am 29.12.2011 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sein oder nich sein..

      Es sind nicht nur die Aiaten.. Modejunkies aus aller Welt geben solche Aufträge für endlose Summen auf.. Wie man so schön sagt Geld regiert die Welt.. Jeder Mensch hat seine Summe.. Wie hoch es wohl bei tötung eines Elefanten ist..???

    • John Roberts am 29.12.2011 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      Weshalb die Natur wohl.....

      ....momentan genau dort so gnadenlos zugeschlagen hat? Andererseits, einfach nicht mehr spenden. Scheinbar lernt der Mensch nur wenn's finanziell weh tut.

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  • Ottifant am 29.12.2011 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Dumme Regierungen

    Typisch Behörden, statt das Elfenbein, für welches ja schon Tiere getötet wurden, zu verkaufen und das Geld in Schutzprojekte zu stecken, verbrennt man es lieber. Somit bleibt die Nachfrage gross und weitere Elefanten müssen getötet werden.

    • Andy M am 29.12.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr Lobbing zu Gunsten der Elefanten!

      Dies was die Behoerden machen ist schon richtig! Ansonsten wird nur noch mehr Geschäft gemacht mit Elfenbeinprodukten und soviele bereichern sich an den getoeten Tieren. Bin für knallharte Strafen, d.h. diese Kreise müssten erstens eine sehr hohe Busse bezahlen, danach eine bestimmte Zeit in einem solchen Gebiet mit den Elefanten leben (spartanisch) und hart arbeiten täglich um ein Elefantenwildpark zu erstellen. Nur wenn man solche Personen moeglichst hart bestraft & ausbildet wird dies einmal ein Ende nehmen.

    • Arthur Steiner am 29.12.2011 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bewirkt das Gegenteil

      Ja genau, so wird das Angebot verkleinert und die Preise steigen massiv. Genau wie bei den Drogen. Wäre alles billig, würde auch niemand damit handeln.

    • Gian Wasescha am 29.12.2011 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Grundidee schon skurril

      Die Grundidee ist schon skurril. Seit die Elefanten geschütz sind und dementsprechend Elfenbein illegal ist, haben viele Afrikanische Staaten ein Problem mit der Überpopulation. Ganze Landstriche werden verwüstet Gezielte Tötungen würden beide Probleme lösen

    • coco am 30.12.2011 04:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      schon

      komisch, tonnenweise elfenbein, aber das ganze jahr über fällt es keinem auf während diese taten geschehen..

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