Vorsicht, Lebensgefahr!

16. Februar 2017 10:52; Akt: 16.02.2017 10:52 Print

10 Inseln, die definitiv nicht als Reiseziel taugen

Einsame Inseln – das klingt nach Strandferien und Sonnenschein. Doch das ist nicht immer so. Denn manche Inseln gelten aus gutem Grund als einsam.

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Auf den ersten Blick wirkt die Insel in der deutschen Ostsee äusserst idyllisch. Doch der Schein trügt: Hier darf niemand Unbefugtes drauf, geschweige denn Ferien machen. Denn Riems beherbergt die schlimmsten Seuchen der Welt. Auf der Insel befindet sich, ... ... gesichert durch Zäune und Stacheldraht, die älteste virologische Forschungsstätte der Welt, die 1910 vom Bakteriologen Friedrich Loeffler eröffnet wurde. Ab 2017 wird das Hochsicherheitslabor eine von nur drei Forschungsstellen weltweit sein, die mit den schlimmsten Erregern experimentieren dürfen. Wie viele andere Inseln auch ist in Japan vulkanischen Ursprungs. Das Problem: Der gleichnamige Vulkan ist noch immer aktiv – und bricht immer mal wieder aus. Im Jahr 2000 mussten sogar alle Insel-Bewohner evakuiert werden, da der Vulkan Unmengen an Schwefeldioxid ausstiess, das beim Menschen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit führen kann. In höheren Konzentrationen schädigt das Gas stark die Bronchien und Lungen. Erst 2005 durften die Einwohner zurückkehren, doch die Behörden wiesen sie an, ständig eine Atemschutzmaske bei sich zu haben. Sollte es erneut brenzlig werden, werden die Einwohner mit Warnlampen und Lautsprechern auf die Gefahr hingewiesen. Das ist ein wahres Inselparadies, allerdings eines, das man besser nicht besuchen sollte. Denn zwischen 1946 und 1958 führten die USA dort und im benachbarten Enewetak-Atoll 64 Atombombentests durch. Dabei wurden die Inseln durch das freigesetzte Cäsium-137 verseucht. Obwohl die Tests rund 60 Jahre zurückliegen, liegt die Gammastrahlung im Zentrum der Hauptinsel des Bikini-Atolls deutlich über den Grenzwerten, wie Forscher der Columbia University in New York 2016 berichteten. Deshalb raten Experten von einem Besuch ab. (Im Bild: Explosion der Atombombe Baker, die 27 Meter unter der Wasseroberfläche gezündet wurde) Ein ähnliches Schicksal ereilte auch das im Südpazifik. Dort zündete Frankreich zwischen 1966 und 1996 rund 210 Atombomben, ... ... davon 41 in der Atmosphäre und die restlichen unterirdisch. Im Jahr 2000 zogen die Franzosen von dem Atoll ab. Bis heute ist Mururoa ein Sperrgebiet. In rund 140 Bohrschächten lagern dort grosse Mengen radioaktiven Abfalls. (Im Bild: Eine französische Atombombe detoniert 1971 über dem Atoll) Ein paar Kilometer vor der schottischen Küste liegt . Trotz der Idylle ist die Insel seit Mitte des 20. Jahrhunderts unbewohnt. Auch Touristen verirren sich nicht hierhin. Grund: Während des Zweiten Weltkrieges wurden hier Versuche mit Milzbranderregern gemacht. Dummerweise stellte man erst danach fest, dass das Anthrax in den Boden eingedrungen war und ihn dauerhaft verseuchte. Deshalb wurde Gruinard Island zur Sperrzone. 1986 begann man, ... ... den Boden durch Ausschüttung von Formaldehyd zu dekontaminieren. Zwar kamen Forscher danach zu dem Schluss, dass der Milzbranderreger vollständig verschwunden war, aber die Zweifel in der Bevölkerung blieben. Obwohl die Insel 1990 für erneut bewohnbar erklärt wurde, ist bislang niemand dorthin zurückgekehrt. Auch auf den, die rund 43 Kilometer vor der Küste von San Francisco liegen, lauert eine unsichtbare Gefahr: Denn ganz in ihrer Nähe entsorgten die Amerikaner zwischen 1946 und 1970 radioaktive Abfälle. Fast 50'000 Container und Stahlfässer mit kontaminierten Abfällen liegen auf dem Meeresgrund, und niemand kann sagen, wie gross die Gefahr für Meer und Menschen wirklich ist. Und so sind die Inseln bis auf eine Küstenwache und eine Forschungsstation unbewohnt. Die Karibikinsel ist nicht so traumhaft, wie sie im ersten Moment wirkt. Denn zwei Drittel der Insel sind heute Sperrgebiet. Notwendig machte dies der Ausbruch des Vulkans Soufrière Hills im Jahr 1995, bei dem ein grosser Teil der Insel – darunter auch die Hauptstadt Plymouth – verwüstet wurde. (Im Bild: Plymouth im Jahr 1998) Zwar wurde das Sperrgebiet im Jahr 2005 teilweise aufgehoben, aber nachdem zwei Jahre später der Soufrière wieder zum Leben erwacht war, musste der Südteil der Insel erneut gesperrt werden. Rund 800 Kilometer südlich der Malediven liegt (Gefahreninsel), deren Name Programm ist. Tatsächlich hat die Insel ihren Namen daher, dass man vor ihr nur schwer ankern kann. Dadurch war ein Besuch dieser Insel für das Schiff und die Crew immer mit einem Risiko verbunden. Die Insel, die geografisch zum Chagos-Archipel und politisch zum Britischen Territorium im Indischen Ozean gehört, war nie durchgehend bewohnt. Etwa zwischen 1750 und 1950 wurden Bewohner anderer Inseln hierher gebracht, um Kokosnüsse zu sammeln. Die hat es hier nämlich zuhauf. Aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht wie der perfekte Inseltraum aus. Doch ein Besuch der brasilianischen Insel kann tödlich enden. Diese Erfahrung machten mehrere Leuchtturmwärter, die lange Zeit die einzigen Bewohner waren. Heute wird der Turm automatisch gesteuert, und die Insel ist Sperrgebiet. Notwendig machten dies besondere Bewohner des Eilands: die Insel-Lanzenottern (Bothrops insularis), deren Biss für Menschen tödlich ist. Eine weitere für Menschen gefährliche Insel befindet sich im Indischen Ozean. Ihr Name:. Über die Bewohner weiss man nicht viel, ausser dass sie unter sich bleiben wollen. Denn jeder, der sich der Insel nähert, wird mit Pfeilen beschossen. Nach mehreren misslungenen Kontaktversuchen wurde sie deshalb zu militärischem Sperrgebiet erklärt. Der Besuch der Insel ist seit 1996 streng verboten.

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Es gibt Orte, von denen man sich besser fernhalten sollte. Während bei manchen die Erklärung offensichtlich ist, ist die Gefahr bei anderen nicht sofort spürbar. So verbirgt manche Trauminsel ein schreckliches Geheimnis. Wo welche Risiken lauern, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • asdf am 16.02.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Atomtests

    Traurig wie viele Inseln von den Menschen zerstört wurden.

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  • Keve Bigi am 16.02.2017 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade..

    Die Welt musste mit uns Menschen zuviel ertragen. Einfach traurig, so schöne Orte einfach nicht mehr oder mit Vorsicht betretbar..

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  • ghost_writer am 16.02.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenfreie Welt

    Ist ein Intessanter Artikel. Eine grosse "Insel" wurde vergessen, wo ebenfalls Todesgefahr droht: Amerika :D

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Die neusten Leser-Kommentare

  • willie am 17.02.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    North Sentinel Island

    Dort lässt man die Leute in Ruhe. Hier wäre das Rassismusgeschrei riesig.

  • Jubel am 17.02.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Weiterso

    Die Bewohner von North Sentinel Island gefallen mir. Super, so kann man leben wie man will. Der gut gemeinte Fortschritt ist der Tod für viele gewesen. North Sentinel IslandBewohner macht weiter so.

  • D. Putin am 17.02.2017 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    kleiner Teil der Realität

    Die Moralkommentare sollten berücksichtigen, dass da von abgelegenen Inseln die Rede ist. Der Osten (Russland, China, Nordkorea) macht alles, das aufgezählt wurde ebenfalls noch einmal, nur aber im Innern des Landes. Da könnt ihr dann noch ganz andere moralische Defekte feststellen...

  • Boy Kott am 17.02.2017 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ab auf die Insel :-)

    Ab auf die Insel gilt folglich nicht überall und das ist auch gut so. Jeder Tourist sollte von jeder Insel mindestens zwei Säcke Kehricht mit nach Hause nehmen müssen und dort korrekt entsorgen. Auch das wäre "sinnvoll" für die Menschheit. Jene die hier wegen des Transportes schon kontern wollen, genau diesen Kehricht hat man auch mal auf die Insel gebracht - also retour.

  • Pascal h am 17.02.2017 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Krankheitserreger, Atomtests.....

    Der tödlichste Krankheitserreger der Welt und wahrscheinlich der ganzen Galaxy ist und bleibt der Mensch.

    • InconvenientTruther am 17.02.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Mit Beispiel voran

      @Pascal. Recht haben Sie! Jetzt tun Sie der Welt...und der Galaxy doch mal etwas Gutes! ;-)

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