Giftige Substanzen

06. November 2015 21:26; Akt: 06.11.2015 21:26 Print

3-D-Drucker sind tödlich – für Fische zumindest

Produkte aus dem 3-D-Drucker sind nicht so harmlos, wie viele denken. In einer Studie brachten Dinge aus Kunstharz den Probanden den Tod.

3-D-Druck birgt tödliche Risiken – möglicherweise auch für den Menschen. (Video: Youtube/Univ. of California, Riverside)
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3-D-Druck liegt voll im Trend. Kein Wunder, schliesslich hält die noch relativ neue Technik für jeden etwas parat. So kann man sich selbst im Kleinformat erstellen, individuelle Sneaker-Sohlen designen oder Spaghetti selbst herstellen. Ausserdem soll die Technik den Zahnarztbesuch angenehmer machen und Medizinern die Überwachung der Herzgesundheit ihrer Patienten erleichtern.

Doch nicht alle sehen den Hype positiv. So warnte etwa der «Beobachter» davor, dass Einbrecher mithilfe von 3-D-Druckern Schlüssel nachdrucken und damit nahezu unbemerkt in fremde Häuser eindringen könnten. Forscher um Shirin Oskui von der University of California in Riverside äussern nun auch gesundheitliche Bedenken: So sind einige Druckprodukte giftig – zumindest für Fischembryos.

Tödlicher, aber glücklicher Zufall

Zu der Studie kamen sie durch Zufall: Sie hatten für ihr Labor einen 3-D-Drucker angeschafft, mit dem sie kleine Objekte für die Zebrafischforschung drucken wollten. Doch alle Tiere, die sie mit den Druckobjekten in Berührung kamen, starben.

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, beschlossen sie, der Sache systematisch nachzugehen und testeten die Wirkung von zwei verschiedenen 3-D-Druckprodukten. Die einen wurden aus geschmolzenem Kunststoff hergestellt, das andere aus flüssigem Kunstharz. Beide Arten legten sie nacheinander in die Becken der Fischembryos und beobachteten, was das für das Verhalten, Überleben und die Fortpflanzung der Fische bedeutete.

Kontakt mit Folgen

Dabei zeigte sich, dass alle Produkte «messbar toxisch für die Fischembryos waren», so die Forscher in einer Mitteilung der Hochschule. Konkret heisst das: Von den Zebrafischen, die mit den gedruckten Materialien in Kontakt kamen, überlebten weniger als die Kontrolltiere. Noch deutlicher war der Effekt bei den Kunstharz-Objekten: Hier war nach drei Tagen die Hälfte der Fischembryos tot, nach sieben Tagen waren alle gestorben. Von denjenigen, die nach drei Tagen umgesetzt wurden und überlebten, schlüpften alle mit starken Missbildungen, wie es in den «Environmental Science & Technology Letters» heisst.

Ob Objekte aus dem 3-D-Drucker auch für Menschen schädlich sein könnten, ist bisher unklar. Die Forscher wollen dies nun in weiteren Studien untersuchen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ein Ingenieur am 06.11.2015 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach Unsinn

    das ist eine sehr pauschale Aussage. 3D drucken ist nicht einfach ein 3D drucken. man kann heutzutage von Lebensmittel zu polymere bis hochwertige belastbare Metall Gegenstände drucken. und man sollte nicht vergessen das giftige Material war der verwendete Werkstoff und nicht die Maschine.

  • Onkel Thom am 06.11.2015 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na klar ...

    ...und der Rest der Welt besteht aus Vitaminen und allen geht es gut... Es gibt verschiedene Filamente - teilweise aus Milchsäure usw...

  • Tashi am 06.11.2015 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem, nur weiter so, wird schon nichts pas

    Mach doch nichts, wir können, wenn alle unfruchtbar sind, unsere Kinder mit dem 3D-Drucker machen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • gogoogle? am 07.11.2015 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Facts?

    Ihr könntet ruhig noch ein bisschen ins Detail gehen bezüglich der verwendeten "Kunststoffe". Weil es viele verschiedene Arten und Zusammensetzungen gibt, je nach Anwendung. Es können Metalle, Keramik oder wie erwähnt Kunstharze, aber auch holzbasierende Harze.

  • Peter(TOO) am 07.11.2015 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Denken ist Glückssache

    Die verwendeten Kunststoffe sind eigentlich schon lange bekannt und deren Giftigkeit, besonders die der Zusatzstoffe, schon länger erforscht. Deshalb gibt es auch entsprechende Gesetze und Vorschriften, welche Stoffe für Kinderspielzeug und bei direktem Kontakt mit Nahrungsmitteln erlaubt/verboten sind. Hier haben die Forscher irgendwie einfach nicht nachgedacht, als sie sich die 3D-Drucker angeschafft haben! Um Spielzeug für Zebrafische zu erstellen, kommen logischerweise nur Kunststoffe in Frage, welche mindestens nahrungmitteltauglich sind!

  • Heinz am 07.11.2015 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Ursprungsartikel richtig lesen

    Der Atrikel gibt den Korrekten Versuchsaufbau leider sehr mangelhaft wieder. Die Überschrift ist unnötig reisserisch und deckt sich nicht mit der ursprünglichen Aussage. Die Phänomen tritt nur auf wenn das Finishing, welches bei diesen SLA Drucker vorgesehen sind nicht durchgeführt wurde (steht auch so in der Studie).

  • Juel am 07.11.2015 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange gibt es schon 3D-Drucker?!

    und die Untersuchen das erst jetzt? Toll, wenn Produkte auf den Markt kommen, die dann plötzlich als gefährlich gelten

  • D. Ruck am 07.11.2015 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    relativ neue technik ???

    Also der breiten öffentlichkeit wurde das 1993 in Jurassic Park vorgestellt, aber bekannt ist das schon seit irgend wann mal in den 1960gern . Das einzige was neu ist, ist das vor ca.10 Jahren die Patente des erfinders nach 30 Jahren erloschen sind und jetzt jeder solche drucker unter eigenem Namen ohne Lizenzgebühr zu berappen herstellen und verkaufen darf