Zu zerstörerisch

10. Januar 2013 18:51; Akt: 13.01.2013 14:21 Print

3000 Rentiere müssen sterben

Drei Versuche hat es gebraucht, um Rentiere auf der subantarktischen Insel Südgeorgien anzusiedeln. 100 Jahre später wird nun die gesamte Population abgeschossen.

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Südgeorgien liegt rund 1800 Kilometer östlich vor der Küste Argentiniens im Südatlantik. Politisch zählt die Insel und die gleichnamige Inselgruppe, zu der sie gehört, zum britischen Überseegebiet «Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln». Doch das Eiland wird, wie die circa 1400 Kilometer westlich von ihm liegenden Falklandinseln, von Argentinien beansprucht.

Auf der rund 160 Kilometer langen und bis zu 30 Kilometer breiten Insel leben nicht viele Menschen. Genauer gesagt nur das Ehepaar Lurcock und einige Forscher. Dafür trifft man auf der subantarktischen Insel um so mehr Tiere: Da kreuchen und fleuchen rund fünf Millionen Goldschopfpinguine und etwa 400'000 Königspinguine. Des Weiteren tummeln sich auf der Insel See-Elefanten, Antarktische Seebären, Seeleoparden, Krabbenfresser, Weddell-Robben und Subantarktische Seebären.

Es gibt aber auch drei nicht indigene Tierarten. Und zwar wurden Ratten, Mäuse und Rentiere von Menschen auf die Insel eingeschleppt. Bei den Rentieren brauchte es gar drei Anläufe, bis es klappte und sich die Hirschart auf Südgeorgien heimisch fühlte.

Nach den Ratten auch die Rentiere

Doch nun soll es den importierten Tieren an den Kragen gehen. Bereits seit letztem Jahr wird den Ratten mit Gift der Garaus gemacht. Sie sollen bis in vier Jahren vollständig ausgerottet sein, da sie grosse Schäden an der heimischen Fauna anrichten. Das tun eben auch die Rentiere. Laut «BBC» trampeln die rund 3000 Huftiere einheimische Pflanzen nieder, was zu Erosionen und einer Gefährdung der Königspinguine und anderer Vögel führt. Ausserdem achten sie nicht darauf, wo sie hintreten und zerstören Vogelnester.

Nun sind von weit, weit weg, nämlich aus Norwegen, Hirten des Volkstammes der Samen angereist, um die Rentiere zu töten. Denn schliesslich waren es auch zwei Norweger, die 1911 mit der Ansiedlung der Rentiere auf der Insel begannen. Dies taten sie, damit sie, unterwegs in der Arktis als Walfänger, immer mit genug Frischfleisch versorgt waren. In zwei Sommern sollen die Tiere ausgerottet sein, ihr Fleisch wird auf den Falklandinseln zum Verkauf angeboten werden.

(lue)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Emil E. am 11.01.2013 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Mein Vorschlag: Werdet Vegetarier. Klar ist es moralisch bedenklich, das 3000 Tiere geschossen werden. Aber das Fleisch wird danach genutzt. Regt ihr euch auch so auf, das in der Schweiz täglich tausende Tiere getötet werden damit sie auf unseren Tellern landen? Ja, die Schweine, Kühe, Hühner, Pferde, Hasen, Fische usw. werden auch getötet und es gibt keinen Aufschrei.

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  • dani am 11.01.2013 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch ist traurig!

    diese armen Tiere =( der Mensch ist einfah nur noch traurig-.-...

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  • jojo am 11.01.2013 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    es scheint als ob

    es einige Kommentatoren gibt, welche nicht lesen wollen. Rentiere werden nicht ausgerottet, sie zerstören die Lebensgrundlage anderer Tiere auf der Insel, sie gehören nicht auf die Insel da sie künstlich angesiedelt wurden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcello am 11.01.2013 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zweck erfüllt

    Als Frischfleischlieferant wurden sie gezüchtet und genau diesen Zweck erfüllen sie jetzt auch. Genau wie unsere Schweine, Kälber, Rinder usw.

  • jojo am 11.01.2013 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    es scheint als ob

    es einige Kommentatoren gibt, welche nicht lesen wollen. Rentiere werden nicht ausgerottet, sie zerstören die Lebensgrundlage anderer Tiere auf der Insel, sie gehören nicht auf die Insel da sie künstlich angesiedelt wurden.

  • poromies am 11.01.2013 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Aushilfe beim Rentierfleischengpass?

    Da hoffe ich aber dass mit diesem Fleisch der diesjährige Mangel an Rentierfleisch hier in Finnland behoben werden kann. Mir wurde grad von meinem persönlichen Rentierzüchter bescheinigt dass dieses Jahr äusserst schlecht war und er mir deswegen eventuell nicht mein halbes Rentier liefern kann! Vielleicht bestell ich ja von den Falklands ;) Zudem wollte ich noch bemerken das die meisten der Schreiberlinge keinen geringsten Schimmer von Rentierzucht im Allgemeinen zu haben scheinen!

  • Antonio Giovenni am 11.01.2013 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Menschliche Idiotie

    müssen nun die Tiere mit dem Tot bezahlen. Traurig!!

  • d.g. am 11.01.2013 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    lecker

    Die Falkländer können sich freuen, das gibt sicher Steaks im Überfluss.