Umweltkatastrophe

06. August 2018 15:56; Akt: 06.08.2018 16:04 Print

Ausgebrochene Lachse versetzen Chile in Angst

Während eines Gewitters sind in Chile unzählige Lachse aus einer Zuchtfarm ausgebüxt. Ökologen und Naturschützer befürchten das Schlimmste.

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Von entlaufenen Hunden, Katzen, ja sogar von ausgebrochenen Kängurus und Löwen hat man schon gehört. Nicht aber von Zuchtlachsen. Doch genau die haben in Chile nun das Weite gesucht.

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Möglich machte die ungewöhnliche Flucht ein heftiges Unwetter am 8. Juli. Während diesem waren offenbar die Käfige einer Zuchtanlage des norwegischen Konzerns Marine Harvest beschädigt worden, wodurch die Tiere ins offene Meer gelangten. Der Verbleib der rund 690'000 Tiere ist seither ungewiss – ein Umstand, der sowohl Naturschützern als auch Ökologen grosse Sorgen bereitet.

Hohe Dosen Antibiotika

Vor allem die verwendeten Antibiotika beunruhigen die Experten. Denn laut Greenpeace sind die Lachse in den chilenischen Aquakulturen einer bis zu 700-fach höheren Dosis ausgesetzt als in anderen Ländern, was gemäss Informationen von Taz.de von Marine Harvest jedoch teilweise bestritten wird.

Werden die entflohenen Tiere nun von Seelöwen, Pinguinen und Ottern gefressen, könnten die Substanzen auch in sie gelangen und Gesundheitsprobleme verursachen. Vor allem, weil die Behandlung der Zuchtlachse noch nicht abgeschlossen war. Deshalb drohen Atembeschwerden und Allergien, sollten die entkommenen Tiere gegessen werden, so Estefanía González von Greenpeace Chile – und zwar bei Mensch und Tier. Auch eine Ausbreitung von Resistenzen ist wahrscheinlich.

Invasive Art bedroht einheimische Tiere

Gross ist auch die Gefahr, die nun für das Ökosystem der Region besteht. Denn Lachse sind auf der Südhalbkugel nicht heimisch. Was die rund 700'000 Lachse nun in freier Wildbahn anrichten, ist laut Fachleuten kaum kalkulierbar. Greenpeace befürchtet aber, dass sie ganze Bestände heimischer Fischarten ausrotten könnten.

«Es ist, als würden plötzlich 140 Millionen Mäuse in Santiago de Chile losgelassen», beschreibt González die Situation vor der Küste Chiles.

Gross angelegte Rettungsaktion

Um Schlimmeres zu verhindern, hat die chilenische Umweltaufsichtsbehörde Superintendencia del Medio Ambiente eine ganze Reihe von Massnahmen verhängt. So soll beispielsweise verhindert werden, dass die entflohenen Zuchtlachse vom Meer in die Süsswassergewässer gelangen. Es müsse wirklich alles daran gesetzt werden, die Tiere wieder einzufangen, so die Behörde – ganz egal, ob tot oder lebendig.

Marine Harvest wurde verpflichtet, eingesammelte tote Lachse ordnungsgemäss zu entsorgen und für jede ihrer Anlagen Sicherheitskonzepte vorzulegen, wie Ausbrüche in Zukunft verhindert werden sollen. Für das Unternehmen könnte es jedoch noch dicker kommen: Nach Medienberichten drohen ihm nicht nur saftige Geldstrafen, es ist auch möglich, dass ihm die Konzessionen für Zuchtanlagen entzogen wird.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alyeska95 am 06.08.2018 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Ein Fisch, welcher für den menschlichen Verzehr gezüchtet wird, ist giftig für die Tiere welche ihn fressen?!? Kann ja auch später bei uns auf dem Teller nicht gesund sein...

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  • niemehrwider am 06.08.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Warum ?

    Die Frage ist doch , warum gibt man den Fischen Antibiotika ?

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  • Markus am 06.08.2018 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    So kommt der Anfang vom Ende!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 07.08.2018 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch ist masslos...

    Was wurde im Endeffekt mitgeteilt, dass etwa der Mensch sich nicht mehr normal ernähren kann? Wie hats eigentlich in die Urzeit angefangen? Natürlich mit Jagd und fischen, dazu Kräuter und Baumrinde. Muss man heutzutage alles verpönen, verbieten und einen die Lust am Leben wegnehmen?? Soweit kommts noch!!!!

  • Forelle Blau am 07.08.2018 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fisch aus Chile

    ist etwa das Schlimmste was es gibt. Und Grossmengen kommt in die Schweiz.. Die Lachsfarmen werden zum Teil vom Militär bewacht.. Es exestiert praktisch keine Dokus über die Farmen. Die Mengen Antibiotika die ins Meer gegeben werden sind astronomisch..

  • Kzi am 07.08.2018 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstmörder Mensch

    Der Mensch glaubt er wäre das intelligenste Lebewesen auf der Welt. Da hat er recht, denn er weiß, wie schnell er sich selber auslöschen kann.

  • Delfinretter am 07.08.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine beschränkte Umfrage

    Was soll die Umfrage dazu? Im Übrigen gabs schon vergleichbare Probleme bei Lachszuchten an der nordamerikanischen Pazifikküste. Viel Vergnügen beim minutiösen Einsammeln von Hunderttausenden Lachsen im unendlichen Ozean. Was für ein Augenwischer-Geschwätz von den zuständigen Behörden. Aussitzen und vergessen - bis zur nächsten Katastrophe...

  • BW am 07.08.2018 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Go Vegan

    Es ist schon sehr beschämend, dass sie bei der Umfrageaktion nicht Platz für eine Antwort gelassen haben, die aussagt, dass man gar nichts tierisches mehr isst! Vegan ist die einzige und richtig gesunde schmackhafte Lösung all unserer Problene!