Gesundheitsrisiko

26. Juni 2018 20:39; Akt: 26.06.2018 20:39 Print

Aale auf Kokain leiden mehr als gedacht

Nicht nur Menschen, auch Fische nehmen regelmässig Kokain zu sich – allerdings ungewollt. Das hat schlimme Folgen für deren Gesundheit und Sexleben.

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Dass der Konsum von Kokain für den menschlichen Körper nichts Gutes bedeutet, ist bekannt. Weniger verbreitet ist, dass auch Tiere darunter leiden.

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Besonders stark betroffen sind Europäische Aale (Anguilla anguilla). Sie nehmen die Droge und ihre Abbauprodukte über das Wasser, in dem sie leben, und über ihre Nahrung auf. Dabei reichern sie die für sie schädlichen Substanzen in ihrem Fettgewebe an – mit schwerwiegenden Folgen.

Kränker und ohne Partner

So bringt das Kokain den Hormonhaushalt der Aale durcheinander und führt zu einer Verdickung von Haut und Darm. Die Menge des die Tiere umgebenden Schleims nimmt dagegen ab, wie italienische Forscher 2015 im «Journal of Fish Diseases» berichteten.

Das sei äusserst problematisch. Denn dessen Aufgabe sei es eigentlich, Krankheitserreger abzuhalten, Verletzungen abheilen zu lassen und Alarmduftstoffe abzusondern. Weiter helfe er den Aalen dabei, passende Sexualpartner zu finden, so das Team damals. Weiter mache es die Tiere hyperaktiv.

Zerfallende Muskelzellen

Doch das ist bei weitem noch nicht alles, wie eine neue, im Fachjournal «Science of the Total Environment» veröffentlichte Arbeit von Forschern der Universität Neapel Federico II zeigt.

Das Rauschmittel reichert sich demnach auch im Gehirn, den Muskeln, Kiemen und anderem Gewebe an. Zudem sorge es dafür, dass Muskelzellen stark anschwellen oder zerfallen.

Der Todesstoss für den Europäischen Aal?

Das könnte für die laut Weltnaturschutzunion IUCN sowieso schon vom Aussterben bedrohten Tiere den Todesstoss bedeuten, führen die Biologen um Anna Capaldo aus.

Schliesslich müssen die Aale Tausende Kilometer zurücklegen, um von ihrem zeitweiligen Lebensraum in den Flüssen zu ihren Laichplätzen in der Sargassosee zu gelangen. Sind sie aber durch das Kokain in ihrem Körper geschwächt, könnten sie unterwegs sterben oder am Zielort so entkräftet sein, dass sie sich nicht mehr vermehren können.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Staunender am 26.06.2018 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kann's kaum glauben

    Und alle anderen Gifte, die der Mensch in die Gewässer einbringt? Medikamente, Reinigungsmittel, Stoffe aus der Landwirtschaft, Industrieabwässer... Tun die den Aalen nichts? Nur die böse Droge? Und der massenhafte Fang von Glasaalen vor der europäischen Atlantikküste? Gibt wirklich das Kokain dem Aal den Todesstoss?

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  • Heidi Heidnisch am 26.06.2018 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausrede

    Antibabypillen, Schmerzmittel und Opiate sind meiner Meinung wesentlich gefährlicher für den Fortbestand der Aale, als die eher geringe Menge an Kokain und dessen Abbauprodukte, die in die Gewässer gelangt. Aber klar, die Pharma findet für alles eine Ausrede.

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  • Anonym am 26.06.2018 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider..

    ..ein kleiner Rat! Bitte alle Chirurgen auf Heroin prüfen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SueR am 30.06.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    die Erde braucht uns nicht!

    Wir schaffen es noch, den ganzen Planeten auszurotten um dann zu merken, dass es ohne die Natur nicht geht...

  • Rodney McKay am 29.06.2018 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kokain eine Höllen-Droge

    Alk und Koks sind die am schlimmsten für süchtige Menschen. Beide können tödlich enden. Wie sagte Cousin Avi im Film Snatch (Deleted Scènes): Traue niemandem der etwas anderes als seinen Finger in seine Nase steckt...

  • Gigi Öri am 27.06.2018 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No drugs no cry

    Zu was Kokain führen kann, zeigt derzeit beispielhaft Mr Maradona.

    • Neumann am 28.06.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gigi Öri

      Kokain? Oh nee, doch nicht er. Nur a bisserl zuviel Vino Blanco, denk ich.

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  • Johnny English am 27.06.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Woher

    haben Aale geld für Koks?

  • Ida Lom am 27.06.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratis konsument

    Wie gerne wäre ich ein Aal