Globale Pandemie

03. April 2019 09:27; Akt: 03.04.2019 10:42 Print

Aggressiver Pilz löst Massensterben aus

Unter den Amphibien grassiert eine verheerende Krankheit, die durch einen Pilz verursacht wird. 500 Arten sind betroffen, 90 bereits ausgestorben.

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Forscher haben erstmals die Auswirkung der Pilzkrankheit Chytridiomykose auf die globale Amphibienbestände untersucht. Es zeigte sich, dass sie innerhalb von 50 Jahren bei mehr als 500 Amphibienarten für einen Rückgang gesorgt hat. 90 Arten gelten gar als in der Natur ausgestorben.

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Der Hauptautor der Studie, Ben Scheele von der Australian National University in Canberra, sagt dazu: «Die Krankheit wird durch einen Chytridpilz verursacht, der wahrscheinlich aus Asien stammt, wo lokale Amphibien resistent gegen die Krankheit zu sein scheinen.» Als Hauptursachen für die Pandemie nennt er die Globalisierung und den Handel mit Wildtieren, schreibt die Nachrichtenagentur DPA.

Verbreitung im Wasser

Die Krankheit zerstört die Haut der Amphibien und tötet die Tiere innerhalb kurzer Zeit, da sie auch über die Haut atmen. Betroffen sind besonders Frosch- und Schwanzlurche in Mittel- und Südamerika sowie Australien. In anderen Regionen ist die Krankheit zwar vorhanden, löst dort aber nur bei wenigen Arten die Krankheit aus, wie die Forscher im Fachjournal «Science» schreiben.

Laut ihnen ist der Pilz deshalb so gefährlich, weil er verschiedene Arten befallen kann und jene Arten, die nicht krank werden, als Überlebensraum nutzt. Zudem kann er sich im Wasser verbreiten.

Frösche wehren sich

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Während bei der Mehrzahl der betroffenen Arten die Bestände immer noch abnehmen, scheint noch nicht alles verloren zu sein. Die Autoren berichten von einigen Arten, die sich erholen oder gar Resistenzen gegen den Todespilz entwickeln.

So gibt es Beobachtungen aus Panama, wo sich einige beinahe ausgestorbene Frösche und andere Amphibien wieder erholt haben. Da sich der Erreger nicht verändert hat, deuten Forscher um Jamie Voyles von der University of Nevada in Reno das als Zeichen, dass die Tiere sich unterdessen besser gegen den Erreger wehren können.

In der Grafik zeigt jeder Balken eine Amphibienart. Die Farben geben an, wie stark ihr Bestand durch die Pilzkrankheit abgenommen hat:

Dunkelblau: weniger als 20 Prozent
Hellblau: 20 bis 90 Prozent
Orange: über 90 Prozent
Rot: wahrscheinlich ausgestorben
Braun: ausgestorben


(Grafik: Scheele et al. Science 2019)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 03.04.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Rotes Tuch

    Zum Glück gibt es noch echte Forschung und Wissenschaft und nicht nur polternde, parolendreschende NGOs. Es gibt übrigens auch die leisen, bescheidenen NGOs, welche solche Forschung unterstützen nur werden die einem nicht aufgedrängt. Zum Thema: klar reisen Tiere und Pflanzen auch unbeabsichtigt mit über grosse Distanzen, aber wieso man diese exotischen Lebewesen auch noch absichtlich importieren muss, ist mir schleierhaft - ah nein, Geld. Es gibt noch so viele Funktionen in der Natur, welche man schlicht nicht vorhersehen kann - nützliche, aber eben auch schlechte für die Einheimischen.

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  • Der Beobachter am 03.04.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm!

    Dieses Problem ist schon 6 Jahre bekannt! In Ecuador sind 90 % der Frösche betroffen! Breits aber enrwickeln sich zum Glück resistente Individuen, die die Froscharten retten könnten. Es ist ein globales Problemmit noch unsbsehbaren Folgen.

  • D. Duck am 03.04.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wortwahl

    Die Tiere wehren sich nicht gegen die Krankheit. Die, die gegen die Krankheit immun sind vermehren sich nun wieder. Survival of the fittest nicht evolution.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besorgter Nicht-Asiate am 04.04.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Asiatische Plagen

    Was werden wohl noch für weitere asiatische Plagen über uns hereinbrechen? Vieles, was unsere Flora und Fauna schädigt, hat seinen Ursprung in Asien.

    • nur zu am 04.04.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Auch die

      haben das Recht auf freie Niederlassung wie es Europa will! Ich sterbe übrigens gerne aus. Bin eh immer für alles der Lackgeeierte.

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  • Gourmet am 03.04.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Feinschmecker

    Tja, dann muss ich wohl künftig auf Froschschenkel essen verzichten.

  • mr1000faces am 03.04.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln

    Im Tierreich regelt die Natur alles, beim Menschen schlägt sie zurück weil dieser ständig reinpfuscht...

  • Josef am 03.04.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur ist unschlagbar.

    Einmal mehr zeigt sich, dass die Natur viele Probleme selber lösen kann. Sie braucht dafür nur Zeit und Ruhe.

  • Der Beobachter am 03.04.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm!

    Dieses Problem ist schon 6 Jahre bekannt! In Ecuador sind 90 % der Frösche betroffen! Breits aber enrwickeln sich zum Glück resistente Individuen, die die Froscharten retten könnten. Es ist ein globales Problemmit noch unsbsehbaren Folgen.