Abhärtung

26. November 2019 20:17; Akt: 26.11.2019 20:21 Print

Albträume sind eigentlich eine gute Sache

So lästig beängstigende Träume sind, so sinnvoll sind sie auch. Das zeigt eine Studie aus Genf.

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Wo im Gehirn entstehen schlechte Träume? Dieser Frage ist ein Forschungsteam um Lampros Perogamvros und Sophie Schwartz von der Universität und den Universitätsspitälern Genf (HUG) nachgegangen. Ihre Studie zeigt, welche Hirnareale bei beängstigenden Träumen aktiv sind. Und dass dies womöglich auch für den Wachzustand abhärtet, wie die Forschenden im Fachblatt «Human Brain Mapping» berichten.

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Die Forschenden zeichneten die Hirnaktivität von 18 Probanden beim Schlafen auf. Dazu trugen die Testpersonen Kappen mit 256 Elektroden, die ein sogenanntes Elektroenzephalogramm (EEG) aufzeichneten, wie es in der Mitteilung heisst. Während der Nacht weckten die Forscher die Probanden mehrfach und befragten sie zu ihren Träumen.

Anhand der Aussagen identifizierten die Forschenden zwei Hirnareale, die insbesondere mit beängstigenden Träumen zusammenhängen: die sogenannte Inselrinde und den Gyrus cinguli. Im Wachzustand – und den neuen Ergebnissen zufolge offenbar gleichermassen im Traum – spielt die Inselrinde eine Rolle bei der Bewertung von Emotionen, der Gyrus cinguli beim Vorbereiten motorischer Reaktionen auf eine Bedrohung.

Angstvolle Träume härten ab

In einem nächsten Schritt untersuchten die Wissenschaftler, ob sich das Erleben von Angst im Traum auf die Gefühlsregungen der Probanden im Wachsein auswirkte. Dafür liessen sie 89 Probanden eine Woche lang ein Traumtagebuch führen und die Art ihrer Träume jeden Morgen nach dem Aufwachen festhalten.

Anschliessend massen sie die Hirnaktivität der Probanden mittels Magnetresonanztomografie, während sie ihnen beängstigende Bilder, beispielsweise von gewalttätigen Übergriffen zeigten. Der Fokus lag dabei auf Hirnarealen, die an der Verarbeitung von Emotionen beteiligt sind, wie die Inselrinde, die Amygdala, der mediale präfrontale Cortex und der Gyrus cinguli.

Tatsächlich stellten die Forschenden fest, dass Inselrinde, Gyrus cinguli und Amygdala umso weniger auf die beunruhigenden Bilder reagierten, je schlechter die jeweilige Person in der Woche zuvor geträumt hatte. Der mediale präfrontale Cortex hingegen, der die Angstreaktion der Amygdala hemmt, war hingegen umso aktiver.

Im Traum üben für die Realität

Die Ergebnisse bestätigen eine neurowissenschaftliche Theorie, dass Menschen beängstigende Situationen im Traum simulieren, um in der Realität besser zu reagieren. Nun wollen die Forschenden prüfen, ob sich auf dieser Basis eine Therapie gegen Angststörungen entwickeln lässt.

Ausserdem wollen sie auch den Effekt von Albträumen besser erforschen. Bei Albträumen übersteigt die Angst das Level von schlechten Träumen und stört den Schlaf. Wenn die Furcht im Traum einen gewissen Schwellenwert überschreite, verliere sie wahrscheinliche ihre hilfreiche Funktion, so Perogamvros.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FilVic am 26.11.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    achso..

    ..deshalb träume ich immer von meiner Schwiegermutter!

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  • Leserin am 26.11.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Albträume

    Nachts bei Licht und Radio an zu ruhen, weil man sonst so schlimm in die Albträume gezogen wird, dass man nicht selten schreiend erwacht... und mit den wenigen Stunden Schlaf, wenn überhaupt, dann die Tage durchstehen... Das ist keine gute Sache!!

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  • W. Eckender am 26.11.2019 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Wieviel Realität in Träumen und, wieviel Traum und Trauma in der Realität steckt, hat man vergessen zu erforschen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MadChengi Wiedike am 29.11.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich-City

    Ich wandle täglich durch Albträume, trinke dann 1-2 Bier und geh schlafen! :OD

  • Leserin am 28.11.2019 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Todesangst

    Als Jugendliche erlebte ich eines Nachts wie ich meine Augen öffnete und plötzlich, drei grosse kuriose Typen in der Ecke meines Zimmers standen und mich anstarrten. Ich dachte bei einer Bewegung sterbe ich vor Angst. Ich überwand mich und lief zügig aus dem Zimmer.

  • Neumann am 28.11.2019 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Neumann am 27.11.2019 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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    • marko 34 am 28.11.2019 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Lustig

    • Neumann am 28.11.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Neumann am 27.11.2019 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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