Judenmord von Payerne

07. Mai 2009 21:34; Akt: 08.05.2009 10:02 Print

Als Schweizer Nazis den Juden Bloch zerstückelt im See versenkten

Eine Gemeinde stellt sich ihrer Geschichte: 67 Jahre nach dem Mord am jüdischen Viehhändler Arthur Bloch in Payerne hat das Parlament der Waadtländer Gemeinde eine Resolution zu dem Verbrechen verabschiedet.

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Darin betont das Parlament die Bedeutung der «Arbeit des Erinnerns, damit die Wachsamkeit jederzeit erhalten bleibt». Auch wenn es schmerzhaft sei, sei die Erinnerung nötig zur Verhinderung solcher Verbrechen und für das Engagement gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung, heisst es in der Resolution.

Diese war durch eine Polemik um ein Buch von Jacques Chessex ausgelöst worden. In dem Werk «Un Juif pour l'exemple» beschreibt der in Payerne geborene Schriftsteller die brutale Ermordung des Berner Viehhändlers Bloch im Jahr 1942.

In der lokalen Presse verlangte Chessex zudem, dass Payerne sich der Tat erinnern müsse. Er regte an, einen Platz nach Arthur Bloch zu benennen oder ihm im Ort ein Denkmal aufzustellen. Bürgermeister Michel Roulin antwortete darauf, dass es unnötig sei, den «Zwischenfall» erneut aufzurollen.

Grausamer Tod

Bloch war am 16. April 1942 in einer Scheune von Payerne grausam zu Tode geschlagen worden. Seine Häscher zerstückelten die Leiche und versenkten sie in Milchkannen im Neuenburger See. Seine Mörder waren Nazis, wie sich später beim Prozess zeigte. Sie waren Verfechter grossdeutscher Ideen, Frontisten aus der Waadtländer Provinz.

Der «Judenmord von Payerne» warf in der Westschweiz auch nach den Prozessen von 1943 und 1947 immer wieder Wellen. Filmemacher behandelten das Thema. Jacques Chessex' Buch über die Bluttat war im Januar erschienen.

(sda)