Drohende Katastrophe

23. Mai 2019 20:27; Akt: 24.05.2019 08:38 Print

Amerikanischer Atomsarg zeigt gefährliche Risse

Auf den Marshallinseln existiert ein riesiges Lager radioaktiver Abfälle von oberirdischen Atomtests. Jetzt droht es undicht zu werden.

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Der Welt droht eine Umweltkatastrophe, deren Ursprung viele Jahrzehnte zurückliegt. Von 1946 bis 1958 zündeten die Vereinigten Staaten auf den Marshallinseln im Pazifik zu Testzwecken 67 Atombomben. Es war Kalter Krieg und wie die anderen Atommächte nahmen die USA dabei wenig Rücksicht auf die Umwelt. So entledigte man sich der radioaktiven Abfälle, indem man sie einfach in einen Bombenkrater kippte. Problem gelöst.

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Inzwischen zeigt sich, dass das keine so gute Idee war. Zwar wurde der Krater Ende der 1970er-Jahre mit einem 46 Zentimeter dicken Betondeckel abgedeckt, doch der zeigt heute bedenkliche Risse. Ausserdem wurde der Krater nach unten und zur Seite nicht abgedichtet, da man damals davon ausging, ihn nur für eine begrenzte Zeit als Deponie zu nutzen. Es wird befürchtet, dass deshalb bereits Meerwasser in den Atomsarg eingedrungen ist.

Deckel vom Weltall sichtbar

Die Gefahr, die von diesem Atommülllager ausgeht, wurde vom UNO-Generalsekretär António Guterres im Rahmen eines Besuchs verschiedener Pazifikstaaten aufs Parkett gebracht. «Ich war gerade bei der Präsidentin der Marshallinseln, die sehr besorgt ist über das Risiko, dass radioaktives Material aus einer Art Sarg in der Region entweichen könnte», sagte Guterres letzten Donnerstag vor Studenten in Fidschi.

Der für das Atommülllager verwendete Krater entstand bei der Detonation der Cactus-Bombe auf der Insel Runit im Rahmen der Testreihe Hardtack I von 1958. Insgesamt wurden auf der Insel Runit, die Teil der Marshallinseln sind, 14 Atombomben gezündet. Die Cactus-Bombe selbst wurde am 5. Mai 1958 zur Detonation gebracht und hatte eine Sprengkraft von 18 Kilotonnen. Die Hiroshima-Bombe hatte zum Vergleich eine Sprengkraft von etwa 15 Kilotonnen.

Etwa 85'000 Kubikmeter radioaktiv verseuchtes Erdreich und 4500 Kubikmeter verseuchter Schutt wurden laut Popularmechanics.com in den Krater gekippt. Der Betondeckel hat einen Durchmesser von mehr als 100 Metern und soll sogar aus dem Weltall sichtbar sein. Doch der Zahn der Zeit nagt am Beton und die Angst wächst, dass der Deckel während eines tropischen Wirbelsturms einbrechen könnte.

USA nicht verantwortlich

Wie es weitergeht, ist unklar. Denn die Verantwortung liegt rein rechtlich nicht etwa bei den USA, sondern den Marshallinseln, die seit 1986 von den USA unabhängig sind. Doch der kleine Inselstaat im Pazifik mit gut 53'000 Einwohnern verfügt nicht über die Mittel, um die Deponie zu sanieren.

Guterres sagte laut CBS News: «Es muss noch viel unternommen werden im Zusammenhang mit den Detonationen, die einst auf den Marshallinseln und in Französisch Polynesien stattgefunden haben. Dabei geht es um gesundheitliche Folgen, die Auswirkungen auf das Gemeinwesen und andere Aspekte.» Es gebe Fragen über Entschädigungen und Vorkehrungen, um diese Auswirkungen zu vermindern, so Guterres. Konkrete Handlungsvorschläge machte er nicht.


Die USA führten zwischen 1945 und 1962 insgesamt 210 oberirdische Atomtests durch. (Video: LLNL)

Atombombentests als Touristen-Attraktion

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reni am 23.05.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    und die USA drückt sich . Das scheint man einfach so zu akzeptieren? Ich fass es nicht!

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  • Klardenker am 23.05.2019 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verursacher

    USA nicht verantwortlich? Wer soll das verstehen?

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  • Ein Stein am 23.05.2019 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Die USA nicht verantwortlich

    Der erste April ist doch längst vorbei?!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paplo-1996 am 25.05.2019 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso muss man immer ein Titel schreiben

    Da ist der Kanton Bern verantwortlich.

  • Der Logiker am 24.05.2019 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach,wenn kümmerts?

    Mir doch egal,was dort ist mit dem Atomsarg in Amerika los ist,kümmert uns doch nicht.Wir leben hier und jetzt und was nachher kommt soll uns doch egal sein.Aber Atomstrom ist schon eine coole Sache,sollte mehr von denen geben.

  • Neumann am 24.05.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisebüro

    Ich fände es eine gute Idee, endlich mal Touristenreisen zu den diversen Atom-Katastrophengebieten anzubieten. Das ist nämlich überaus spannend. Nebst dem beschriebenen Sarg wäre da Fukushima, T hernobyl etc. Ich jedenfalls würde sofort buchen.

    • Rolando am 24.05.2019 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Ich frage mich langsam, ob Neumann generell das Gegenteil des Normalen postet!

    einklappen einklappen
  • Stefan am 24.05.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist die Natur.

    Natürliche Strahlung von einem hoch entwickelten Produkt der Natur freigesetzt. Allein was die Sonne strahlt und mit ihr viele Milliarden anderer Sterne. Alles die reine Natur. Kreislauf des Lebens. Kreislauf der ewigen Irrungen und Verirrungen der Menschheit. Irgendwann lachen wir alle herzhaft darüber - und bis dahin strahlen wir.

  • Franziska K. am 24.05.2019 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuldige sanktionieren

    USA und Frankreich sollen Milliarden bereitstellen und alle länder sollen klagen. Mit dem holocaust funktionierte es auch. Nur dieses schlamassel welches immer wieder vertuscht wird löscht irgendwann den ganzen Planeten aus