Angst-Forschung

04. Dezember 2008 11:41; Akt: 04.12.2008 12:12 Print

Angst wegen Angstschweiss

Wer sich fürchtet, sondert Angstschweiss ab. Und dieser spezielle Duft wird von anderen Menschen unbewusst wahrgenommen und versetzt sie ebenfalls in Angst.

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Darauf deuten Experimente amerikanischer Forscher mit Angstschweiss hin, dessen Geruch bei den Probanden eine Angstreaktion auslöste. Damit reagieren Menschen wahrscheinlich doch auf Pheromone - Geruchsbotenstoffe, die durch die Luft verbreitet werden. Dies berichtete wissenschaft.de.

Forscher der Stony-Brook-Universität in New York stattete 40 Freiwillige mit saugfähigen kleinen Kissen aus, die von den Versuchsteilnehmern bei einem Fallschirmsprung unter den Achseln getragen wurden. Da es jeweils der erste Sprung der Probanden war, rechnete man mit einer erhöhten Produktion von Angstschweiss.

Später im Labor extrahierten die Wissenschaftler den Schweiss aus den Kissen. Die versprühten Düfte mussten weitere Freiwillige inhalieren, während sie in Magnetresonanztomographen lagen. Verglichen mit einer Kontrollgruppe, die nur gewöhnlichen Schweiss einatmete, konnten die Forscher eine erhöhte Aktivität in den Angstzentren der Probanden nachweisen. Aus diesem Grund schliessen sie auf versteckte biologische Komponenten: Über diese Pheromone könnte körperlicher Stress ansteckend sein.

Das Thema ist schon lange sehr umstritten, obwohl Wissenschaftler schon in früheren Studien Reaktionen von Menschen auf Pheromone beobachtet hatten. Während Tiere eigene Rezeptoren für bioaktive Duftstoffe haben, scheinen Menschen ihre Empfindlichkeit für Pheromone im Laufe der Evolution verloren zu haben. Daher ist der Mechanismus, über den die Stoffe wahrgenommen werden sollen, noch völlig unbekannt.