Sensationsfund

06. März 2019 12:32; Akt: 06.03.2019 12:32 Print

Archäologen entdecken uralten Maya-Schatz

In einer Höhle der berühmten Maya-Ruinenstadt Chichén Itzá sind Forscher auf hunderte Gefässe und andere Objekte aus präkolumbischer Zeit gestossen.

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Sensationsfund in Mexiko: Archäologen haben in einer Höhle einen Maya-Schatz entdeckt. Hunderte Gefässe, darunter sieben Räuchergefässe in Form des Regengottes Chaac, lagerten in der Höhle ... ... rund zwei Kilometer entfernt von der berühmten Stufenpyramide Kukulcán ... ... auf der Halbinsel Yucatán. Dies sagte der Ausgrabungsleiter Guillermo de Anda bei einer Pressekonferenz. De Anda sprach von einem«unglaublichen» Fund. Die Objekte könnten helfen, die Ursprünge, das Leben und den Glauben der früheren Einwohner der Maya-Siedlung Chichén Itzá rings um den Tempel Kukulcán zu verstehen. Chichén Itzá wurde um 750 vor Christus gegründet. Das älteste Räuchergefäss stamme vermutlich aus der Zeit zwischen 1000 und 700 vor Christus. Die Höhle sei ein «wissenschaftlicher Schatz». Sie liegt in 24 Metern Tiefe und umfasst mehrere Kammern, die mit teils engsten Gängen verbunden sind. Die Forscher haben mehrfach über den Boden robben müssen. Bereits vor mehr als 50 Jahren sei die Höhle entdeckt worden. Allerdings habe man den Eingang wieder mit Steinen verschlossen und lediglich einen kurzen Bericht verfasst. Auch de Anda mass dem Papier lange Zeit keine grössere Bedeutung zu – bis er letztes Jahr mit einer anderen Stätte in der Nähe zu tun hatte. Weiter berichtete de Anda, die Ausgrabungen hätten erst mit vier Tagen Verzögerung beginnen können. Der Grund: Laut einer Legende bewacht eine Giftschlange die Höhle, und tatsächlich wartete vor dem Höhleneingang eine Giftschlange auf die Archäologen.

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Archäologen haben in einer Höhle einen Maya-Schatz entdeckt. Hunderte Gefässe, darunter sieben Räuchergefässe in Form des Regengottes Chaac (siehe Bildstrecke), lagerten in der Höhle auf der Halbinsel Yucatán. Das gab der Ausgrabungsleiter Guillermo de Anda bei einer Pressekonferenz am Montag bekannt.

Weiter berichtete er, die Ausgrabungen hätten erst mit vier Tagen Verzögerungen starten können. Der Grund: Die Giftschlange, die laut Maya-Ureinwohnern die Höhle bewacht, gab es tatsächlich.

Opfergaben wecken Hoffnungen

«Wir haben aussergewöhnliches Material in einem grossartigen Erhaltungszustand gefunden», so de Anda weiter. Vermutlich handle es sich dabei um Opfergaben. Die Objekte könnten helfen, die Ursprünge, das Leben und den Glauben der früheren Einwohner der Mayasiedlung Chichén Itzá rings um den Tempel Kukulcán zu verstehen.

Chichén Itzá wurde um 750 vor Christus gegründet. Das älteste Räuchergefäss stamme vermutlich aus der Zeit zwischen 1000 und 700 vor Christus.

«Wissenschaftlicher Schatz»

Die Archäologen waren im vergangenen Jahr dank Hinweisen von Anwohnern auf die Höhle gestossen. Deren Existenz war schon seit etwa 50 Jahren bekannt, aber nicht dokumentiert. Zudem war sie mit Steinen verschlossen.

Die Höhle liegt in 24 Metern Tiefe und umfasst mehrere Kammern, die mit teils engsten Gängen verbunden sind. Die Archäologen hätten an manchen Stellen über den Boden robben müssen, so de Anda. Sein Team habe bislang rund 460 Meter der Höhle erkundet. Die genauen Ausmasse seien jedoch noch unklar. «Das ist eine der wichtigsten Höhlen in Yucatán, ein wissenschaftlicher Schatz.»

Opfergaben an Wassergott

Durch eine kleine Öffnung von nur einem halbem Meter Höhe gelangten die Forscher in ein weitreichendes Tunnelsystem mit mehreren Kammern. Dort entdeckten sie sieben Opfergaben.

Die Arrangements bestanden hauptsächlich aus Behältnissen für Räucherwerk und teils zersplitterten Keramikgefässen mit verkohlten Überresten, Samen, Jade, Muscheln und kleinen Tierknochen.

Laut de Anda handelt es sich offenbar um Darreichungen an den Wassergott Tláloc. Sie sprächen dafür, dass zu jener Zeit eine grosse Dürre die Region heimgesucht haben könnte: «Sie beten dafür, dass es Wasser gebe, Regenwasser.»

Unter Wasser

Bislang haben die Archäologen nur etwa ein Drittel der Höhle erkundet. Ein Teil steht unter Wasser, für eine weitere Erforschung müsste man tauchen. Die Höhle liegt rund 2,7 Kilometer östlich der Pyramide Kukulkán, des Hauptbaus des zum Unesco-Welterbe zählenden Geländes von Chichén Itzá.

2015 wurde unter Kukulkán ein Cenote – ein mit Süsswasser gefülltes Erdloch – entdeckt. Auf der Halbinsel Yucatán gibt es zahlreiche solcher Höhlen, die den Kalksteinboden durchlöchern und teilweise über Kilometer miteinander verbunden sind. Beim indigenen Volk der Maya galten Cenotes als heilige Orte, die zeremoniellen Zwecken dienten.

(fee/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 06.03.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaftlicher Schatz

    Seht ihr, so geht das, wenn man nur die Schlagzeilen liest. ;)

  • hit am 06.03.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Indy war schon da

    endlich mal eine archäologische Entdeckung di Indiana Jones nicht direckt nach der Entdeckung zerstört hat

  • ROLAND am 06.03.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Einfältige Kommentare

    Es ist schon erstaunnlich, was für ungekonnte, einfältige und zum Teil blöde Kommentare verfassen können, obwohl sie von der ganzen Sache nicht die mindeste Ahnung haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ist doch klar am 07.03.2019 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Dürre in der Region ? Immer diese SUVs, die das Klima veränderten. Wohl damals keine CO2 Abgaben eingeführt.

  • Silbedistel am 07.03.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Schätze

    Schätze müssen nicht unbedingt aus Gold bestehen. Wissen ist auch sehr wertvoll.

  • Sancho Panza am 06.03.2019 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blut und Kompott

    Eine Riesige Sensation. Stellt Euch vor: in etwa über 2000 Jahren werden unsere Nachkommen bei mir, im Hinterhof einen Abfalleimer und ein paar Waschbecken finden. Mit einem bisschen Einfall wird es sich sicher um rituelle Gefässe handeln, für die berühmten Schwiegermutter Blutopferungen. Vielleicht kannten die Mayas schon die so berühmte Blutwurst, mit Apfelkompott serviert..?

    • Pauline 1936 am 07.03.2019 20:26 Report Diesen Beitrag melden

      Sancho Panza

      Warum vergräbst Du nicht etwas Wertvolles: zB Deine Steuererklärung, eine Münzen-Kollektion, ein Handy oder Dein Zahnbürstli, damit würdest Du die zukünftigen Archäologen glücklich machen.

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  • Peach Pan am 06.03.2019 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Giftschlangen hin gegangen?

    Ach, mittlerweile wurden wenigsten die Giftschlangen aus dem Titel entfernt, von denen anfangs noch die Rede war, im Text dann aber mit keinem Wort mehr erwähnt wurden. Ob man mit dem Giftschlangen wohl einfach Klicks generieren wollte

  • Das Grosilein am 06.03.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Hunderte kaputte wertlose Gefässe!

    Wo sind die Goldobjekte? Gefässe der Mayas hat es Hundertausende in dem Land nichts neues.