Space Shuttle

03. März 2011 14:21; Akt: 06.07.2011 13:44 Print

Astronauten beenden ISS-Reparatur

Nach Stunden im All sind zwei US-Astronauten an Bord ihrer Raumfähre zurückgekehrt und beendeten damit eine Ära: Es war der letzte «Space-Walk» einer Discovery-Crew.

(Video: APTNVideo)
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Sechs Stunden und 14 Minuten
dauerte der 155. Wartungseinsatz an der 1998 gebauten Interantionalen Raumstation ISS. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Astronauten Benjamin Alvin Drew und Stephen Bowen. Für Bowen war der zweite «Space-Walk» (Ausseneinsatz) der aktuellen Mission bereits der insgesamt siebte Ausflug in die Schwerelosigkeit des Alls. Er gehört damit zu den erfahrensten «Weltraumspaziergängern» der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Der Ausstieg hatte sich wegen eines Lecks in Bowens Raumanzug um etwa eine halbe Stunde verzögert. Auslöser war eine defekte Versiegelung an einem Luftfilter. Die Störung machte den Astronauten aber später keine weiteren Probleme.

Die Raumfahrer bereiteten während ihres Einsatzes eine defekte Ammoniak-Pumpe für den Rücktransport zur Erde vor. Das Gerät war im vergangenen Sommer ausgebaut worden, nachdem es einen Ausfall im ISS- Kühlsystem ausgelöst hatte. Die Aufgabe Bowens und Drews war es, die letzten viereinhalb Kilo Ammoniak abzupumpen. Die Pumpe soll im Juni von der Raumfähre Atlantis nach Hause gebracht werden, also bei dem letzten Flug eines bemannten US- Shuttles für lange Zeit.

Ausserdem installierten die Astronauten bei ihrem zweiten und letzten Ausseneinsatz der laufenden Discovery-Mission mehrere Kameras an Roboterarmen der ISS.

Einsatzleiter musste von der Erde zusehen

Timothy Kopra, der ursprünglich als Leiter des Einsatzes vorgesehen war, konnte seine Kollegen nur virtuell vom Kontrollzentrum in Florida aus begleiten, da er wegen eines Fahrradunfalls seine Teilnahme an der gesamten Mission hatte absagen müssen.

Der Flug der US-Raumfähre Discovery wurde unterdessen um einen Tag verlängert. Der Shuttle werde erst am Sonntag von der ISS abfliegen. Die Landung sei jetzt für den 8. März geplant. Ursprünglich sollte die Discovery schon am 5. März abdocken und zwei Tage später zur Erde zurückkehren.

Fotosession abgesagt

Eine geplante Fotosession der Raumstation fällt allerdings aus. Weil noch nie so viele Raumschiffe aus unterschiedlichen Nationen an die ISS angedockt waren und das durch die Einstellung des US-Shuttleprogramms auch nicht wieder vorkommen wird, kam die Idee auf, Astronauten an Bord einer Sojus-Kapsel um die ISS kreisen und Fotos machen zu lassen. Allerdings äusserten russische Ingenieure Bedenken, weil das russische Raumschiff noch nie auf solche Manöver getestet worden sei. Aus Sicherheitsgründen sei das Fotoshooting einvernehmlich gestrichen worden, teilte ein NASA-Manager mit.

Die Discovery war am vergangenen Donnerstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral zu ihrer letzten Reise ins All gestartet. Nach dem Ende der Mission wird das Shuttle zum Museumsstück. Eigentlich war der letzte Flug der Discovery schon für Anfang November vergangenen Jahres vorgesehen. Das wurde jedoch durch technische Probleme immer wieder verhindert. Nach letzten Flügen der verbliebenen Shuttles Endeavour und Atlantis wird das 1981 aufgelegte Programm der NASA aus Kosten- und Sicherheitsgründen eingestellt.

(ap)