Eigengewächse

10. August 2015 12:38; Akt: 10.08.2015 12:38 Print

Astronauten essen erstmals Weltraum-Salat

Auf der ISS kommt es zu einer Premiere: Als erste Menschen überhaupt bereitet sich die aktuelle Crew Gemüse zu, das nicht auf der Erde gewachsen ist.

So funktioniert der Anbau im All. (Video: Youtube)
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Am 27. März 2015 ist der US-Astronaut Scott Kelly zusammen mit seinem russischen Kollegen Michail Kornijenko zu einer ganz besonderen Mission aufgebrochen. Die beiden Raumfahrer wollen ein ganzes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbringen. Dieses Unterfangen stellt die Männer vor enorme Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Nicht zuletzt müssen sie sowohl körperlich als auch mental gesund bleiben – kein einfaches Unterfangen in der Schwerelosigkeit und der Enge der ISS.

Aber auch ein Jahr lang nur Astronauten-Nahrung zu sich zu nehmen, ist nicht jedermanns Sache. Doch hier gibt es wenigstens temporär Abhilfe. Heute können die Astronauten der ISS für einmal ein Frischprodukt geniessen. Es gibt Roten Lattich, den Scott Kelly am 8. Juli in einem Minitreibhaus an Bord der ISS angepflanzt und seither gehegt und gepflegt hat.

Es ist nicht das erste Gemüse, das auf der Raumstation angepflanzt wurde. Bereits seit 2002 wird im Treibhaus namens Lada das Pflanzenwachstum in der Schwerelosigkeit studiert. Aber erstmals dürfen die Astronauten nun auch davon probieren. Die Nasa nennt das Experiment Veg-01 oder Veggie.

Schrebergärtnern im All

Bereits 2014 wurde es erstmals getestet. Allerdings musste dafür die ganze Ernte zur Erde gebracht werden, denn die Nasa wollte zuerst sicherstellen, dass der Verzehr des Weltraumgemüses sicher ist. Auch von der aktuellen Ernte dürfen die Astronauten nur die Hälfte essen. Der Rest wird tiefgefroren und später zur Erde geschickt.

Dem Gemüseanbau im All kommt im Hinblick auf künftige Langzeitmissionen nicht nur bezüglich der Lebensmittelversorgung eine besondere Bedeutung zu. Die Nasa-Experten erhoffen sich davon auch einen positiven Effekt auf die Psyche der Raumfahrer. Mit Veggie könnten sich die Astronauten beim Gärtnern entspannen, wie es auf der Erde im Schrebergarten geschieht.

Bevor die Astronauten nun zulangen, müssen sie den Salat allerdings noch waschen. Da das in der Schwerelosigkeit nicht mit Wasser geht, gibt es hierfür extra Desinfektionstüchlein für Esswaren. Es sind schliesslich die kleinen Details, die eine Mission zu einer erfolgreichen Mission machen.



(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penumbra Noctis am 10.08.2015 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Salatsauce in der Schwerelosigkeit?

    Die Sache mit dem Waschen ist ja eine Sache. Klar, Wassertropfen in 0G sind keine gute Idee, vorallem mit der ganzen Elektronik rundrum. Aber wie machen die das dann mit der Salatsauce? Ich hoffe doch sehr, die Astronauten muessen die Salatblaetter nicht trocken runterwuergen. Hmm, evt. zwischen ein Sandwich oder sowas?

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  • George Zürcher am 10.08.2015 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    another day in paradise

    Ist da auf dem unteren Foto wirklich Scott Kellly? Dachte im ersten Moment, dass da Phil Collins mürrisch in die Kamera schaut ; )

  • Regina A. am 10.08.2015 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwerkraft

    Wenn die endlich hinbekommen künstliche Schwerkraft zu generieren, wäre gärtnern und leben im All um einiges einfacher. In der theorie klappt es ja..sie wissen wie es gehen würde....ist jemanden bekannt wie weit sie da sind? Oder ist es wie oft nur eine Sache des Geldes?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xiraxis am 11.08.2015 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Dressing

    Soße für den Weltraumsalat könnte aufgepinselt werden, bei passender Viscksität würde das "Dressing" haften bleiben, und der Salatgenuss wird nicht zum Würgspektakel..

  • Glasflasche am 11.08.2015 02:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toller Versuch

    In ein paar Jahrzehnten gibt es dann Gemüse und andere Lebensmittel die im All angepflanzt wurden, im Supermarkt zu besonders hohen Preisen zu kaufen.Das war ironisch gemeint, für die Astronauten sicher eine Abwechslung aber mehr wird nicht daraus.

  • Regina A. am 10.08.2015 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwerkraft

    Wenn die endlich hinbekommen künstliche Schwerkraft zu generieren, wäre gärtnern und leben im All um einiges einfacher. In der theorie klappt es ja..sie wissen wie es gehen würde....ist jemanden bekannt wie weit sie da sind? Oder ist es wie oft nur eine Sache des Geldes?

    • Peter am 10.08.2015 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht

      Nein, in der Theorie geht das auch nicht :) man müsste ein riesiges, sich drehendes "Etwas" haben - und so viel Material da hoch zu bringen ist nicht einfach

    • Regina A. am 10.08.2015 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Also doch Geld

      Doch enen in der Theorie wissen sie es...das grosse drehende ding da.... Also doch die Frage des Geldes. Oder sehe ich das Falsch?

    • enorm viel Masse am 10.08.2015 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      m.k.

      theoretisch, wenn ich da richtig informiert über die Relativitätstheorie bin, müsste man viel Masse unter die ISS bringen. Richtig viel. Aber vielleicht giebt es noch eine andere Möglichkeit. Oder sie müssten im CERN das Graviton-Teilchen finden. Allein mit Masse ist es wohl nicht so realistisch.

    • Dani B. am 11.08.2015 04:04 Report Diesen Beitrag melden

      durch Rotation

      Was ich an Reginas Frage nicht verstehe: Was ist der Unterschied zwischen "künstlicher" und "natürlicher" Schwerkraft?

    • Das Brot am 11.08.2015 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      Künstlich -> durch Rotation = Zentrifugal- bzw. Zentripetalkräfte (wie bei manchen Jahrmarktsattraktionen) - Natürlich -> durch Masse = Gravitation (wie auf grösseren Himmelskörpern - der Erde oder dem Mond z.B.).

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  • George Zürcher am 10.08.2015 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    another day in paradise

    Ist da auf dem unteren Foto wirklich Scott Kellly? Dachte im ersten Moment, dass da Phil Collins mürrisch in die Kamera schaut ; )

  • Penumbra Noctis am 10.08.2015 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Salatsauce in der Schwerelosigkeit?

    Die Sache mit dem Waschen ist ja eine Sache. Klar, Wassertropfen in 0G sind keine gute Idee, vorallem mit der ganzen Elektronik rundrum. Aber wie machen die das dann mit der Salatsauce? Ich hoffe doch sehr, die Astronauten muessen die Salatblaetter nicht trocken runterwuergen. Hmm, evt. zwischen ein Sandwich oder sowas?

    • Burger G am 10.08.2015 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Seperat im Beutel

      Wie alles Dlüssige, wird auch die sausse seperat im Beutel konsumiert. Für versuche oder Aktivitäten mit Flüssigkeit, gibt es ein swperaten Raum, wo die Elektronik vor wasser geschützt ist. Der Kampf mit Kondenzwasser und Schweiss ist auf der ISS das selbe wie auf der MIR damals. Ein endloser

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