In der Schweiz

09. Mai 2019 11:46; Akt: 09.05.2019 17:51 Print

Frau isst nur bio, doch ihr Körper ist voller Pestizide

Eine Analyse zeigt: In der Schweiz kann man Pestiziden nicht entgehen – nicht einmal wenn man ausschliesslich Bioprodukte konsumiert.

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Die aktuellen Gesetze und Grenzwerte in der Schweiz schützten die Bevölkerung nicht ausreichend vor Pestiziden und anderen Umweltgiften, schreibt «K-Tipp» in der aktuellen Ausgabe.

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In einer Analyse hat das Konsumentenmagazin die Haare von 20 Personen unterschiedlichen Alters aus der deutschen und französischen Schweiz auf über 1800 Schadstoffe untersucht.

Durchschnittlich 10 bis 20 Schadstoffe

Demnach ist es hierzulande unmöglich, sich potenziell schädlichen Substanzen zu entziehen. So wiesen die Haare der meisten Testpersonen Spuren von 10 bis 20 verschiedenen Schadstoffen auf, von denen bei chronischer Belastung ein gesundheitliches Risiko ausgehen kann.

Einige davon gelten als krebserregend, andere können – in hohen Konzentrationen – das Hormonsystem negativ beeinflussen.

Auch verbotene Substanzen nachgewiesen

Den Stoffen aus dem Weg gehen kann man auch mit einer bewussten Ernährung nicht, wie der Fall einer 77-Jährigen aus dem Thurgau zeigt. Obwohl sie einen eigenen Biogarten betreibt und sich ausschliesslich bio ernährt, wurden in ihrem Körper über 21 Risikosubstanzen gefunden.

Viele der in den Haaren nachgewiesenen Schadstoffe können von der Landwirtschaft her stammen. Im Fall der 77-jährigen Thurgauerin scheint dies plausibel, wenn man ihren Wohnort betrachtet. Gemäss Andreas Schildknecht, Leiter der K-Tipp-Testredaktion, wohnt die Dame seit Jahren im selben Dorf. Ihr Grundstück ist direkt umgeben von landwirtschaftlich genutzten Äckern, von Obstbau und einer Geflügelzucht.

«Ich bin schockiert»

Franziska Herren, die die «Initiative für sauberes Trinkwasser» lanciert hat, zeigt sich schockiert von den Ergebnissen der «K-Tipp»-Analyse: «Ich lebe auf dem Land. Die Tatsache, dass ich trotz Ernährung mit Bio-Lebensmitteln durch die Landwirtschaft einem solchen Pestizidcocktail ausgesetzt bin, ist sehr beunruhigend.»

David Brugger, Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenbau beim Schweizer Bauernverband, relativiert: «Es stimmt, dass es heutzutage praktisch unmöglich ist, nicht mit Umweltgiften, die sich auch in Kleidung, Verpackungen, Baustoffen, Pflegeartikeln und Genussmitteln befinden, in Kontakt zu kommen.» Er betont aber, dass in der Analyse nur ein kleiner Teil der erwähnten Stoffe aus der Landwirtschaft stamme.

Caspar Bijleveld, Biologe und Mitglied des Unterstützungskomitees der «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide», fordert ein Umdenken: Produzenten sollten viel mehr Mittel in die Erforschung von alternativen Methoden für den Pflanzenschutz stecken und Konsumenten ihre Ernährung auf Bio umstellen.

(fee/jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tamara am 09.05.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Teure Produkte, schlechte Qualität

    Es heisst immer, in der Schweiz seien die Preise höher, weil die Qualität besser sei. Warum haben denn konventionelle und biologische Lebensmittel so viele Pestizide drin? Ich denke, der Schweizer Aufpreis ist absolut nicht gerechtfertigt.

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  • Mira am 09.05.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Schweizer Qualität

    Die Schweiz war schon immer eines der Länder auf der Welt, die am meisten Dünger und Pflanzenschutzmitel pro Quadratmeter eingesetzt hat. Trotzdem hält sich hartnäckig das Gerücht, Schweizer Lebensmittel seien besser als solche aus Deutschland, Italien oder Spanien. Sie sind zwar viel viel teurer, aber sicherlich qualitativ nicht besser. Der Beweis wird immer wieder präsentiert, wie auch hier.

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  • Evi am 09.05.2019 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio

    Wer glaubt makellose Bioäpfel seien nicht gespritzt ist selberschuld!Bioäpfel haben halt flecken und auch mal einen Wurm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jack herrer am 13.05.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    will ja nicht sagen das kapitalismus bös

    Böse ist, aber schauen wir mal: all die Nutzpflanzen wuchsen auch vor dem Menschen (klar wir haben die kultiviert und Ertrag maximiert, sein Anbeginn der Zeit) Aber das Problem mit den Pestiziden ist ja wirklich nur, weil die Bauern immer mehr produzieren müssen und Nahrung und deren Erzeugung heutzutage wie eine Fliessbandfabrik gesehen wird. Die Natur macht da aber nicht lang mit..

  • Observer am 13.05.2019 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist den so naiv

    zu glauben, dass das vom normalen Feld nicht ins danebenliegen "Biofeld" schwappt? Wirklich, die Biofreaks zeigen eigenartige Denkmuster.

  • Doris am 13.05.2019 04:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst euch nicht verunsichern

    Bio Produkte schneiden in Tests aber meistens immer besser ab als Nicht Bio Produkte.

  • Senti am 12.05.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch denken

    Mir war schon immer bewusst warum das Obst hier so teuer ist, Pestizide kosten Geld!

    • raphu am 13.05.2019 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Senti

      denkst du wirklich wir nutzen Pestizide weil wir feeude daran haben

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  • OC am 12.05.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio aber ehrlich beim Bauern

    Bio ist eine durch Migros und Coop entdeckte gigantische Geldmaschine. Ich kaufe Eier, Gemüse und landwirtschaftliche Produkte direkt beim Bauern. Dort sehe ich, woher es kommt, die Herdöpfel sind schmutzig, die Eier ebenso, aber fabelhaft und frei von irgendwelchem Mist wie Glyphosat und ähnlichen Substanzen.