Mitten im Dschungel

17. Mai 2013 23:52; Akt: 17.05.2013 23:52 Print

Auf der Spur einer geheimnisvollen Stadt

Mithilfe modernster Technik sind Forscher im Regenwald Mittelamerikas auf Ruinen gestossen, bei denen es sich möglicherweise um die sagenumwobene «Weisse Stadt» handelt.

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Ein Team von Wissenschaftlern und Filmemachern hat erstmals Bilder von Strukturen im Dschungel von Honduras gezeigt, die von einer untergegangenen Zivilisation stammen könnten. Die Wissenschaftler fanden Hinweise auf zwei grosse Städte mit Pyramiden und Plätzen, terrassenförmige Felder und Kanäle.

Dies berichteten sie am Mittwoch auf einer Konferenz der American Geophysical Union (AGU) in Mexiko. Ob es sich dabei um die sagenumwobene «Ciudad Blanca» (Weisse Stadt) handelt, sei noch unklar. Die Legende geht auf einen Bericht des Konquistadors Hernán Cortés zurück, der dort enorme Reichtümer vermutete.

Dieser berichtete 1526 in einem Brief an König Karl V. von einer geheimnisvollen Provinz namens Xucutaco, die «den Reichtum Mexikos übertreffen muss». Seither machten sich unzählige Entdecker auf die Suche nach der versunkenen Stadt und stiessen dabei weit in die unwegsamsten Regionen des honduranischen Regenwalds vor. Gefunden wurden aber weder Reichtümer noch Ruinen.

Davon liess sich der Dokumentarfilmer Steve Elkins nicht abhalten und stiess eine neue Expedition an. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität von Houston flog er mit einem Kleinflugzeug über den Dschungel in der Mosquitja-Region. Dabei setzten sie ein Lidar-Gerät («Light Detection and Ranging») ein, das den Boden mit Laser-Strahlen abtastet. Anhand der zurückgeworfenen Strahlen fertigten sie 3D-Bilder von der Oberflächenstruktur des Gebiets an. Dann entfernten sie am Computer die dichte Vegetation und suchten nach geraden und rechteckigen Strukturen, die nur von Menschenhand stammen können.

Expedition in den Dschungel geplant

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die mesoamerikanischen Hochkulturen nicht bis in das heutige Honduras vorgedrungen waren. Die Lehrmeinung war, dass in den wilden Regenwäldern von Mittel- und Südamerika keine grossen, gut organisierten Gesellschaften, wie Cortes sie beschrieb, entstehen konnten. In den letzten zehn Jahren verdichteten sich jedoch die Anzeichen, dass die Wälder früher von den Eingeborenen intensiv bewirtschaftet wurden.

«Vielleicht können wir nie sagen, ob es die ‹Weisse Stadt› gegeben hat», zitierte die honduranische Zeitung «La Prensa» am Donnerstag den Anthropologen Christopher Fisher. «Aber jetzt haben wir eindeutige Beweise, dass die Region einst dicht besiedelt war und von den Menschen kultiviert wurde.»

Die am Mittwoch veröffentlichten Bilder zeigen, wie die Strukturen unter der Vegetation identifiziert werden konnten. Sie verraten aber nicht, wo genau die Forscher fündig wurden – aus gutem Grund. Man könne keine Gesamtansicht zeigen, weil die Fundstelle vor Schatzjägern und Plünderern geschützt werden müsse, erklärte Elkins in einer Mitteilung der AGU. Noch dieses Jahr will das Forscherteam die Strukturen vor Ort untersuchen und einen Dokumentarfilm über die Suche nach der «Weissen Stadt» drehen.


Visualisierung der Forschungsergebnisse. (Video: YouTube/InThePointCloud)

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Momo am 18.05.2013 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Startschuss für Plünderer

    Wenn man diese Entdeckung bewahren wollte und ein wirkliches Interesse daran hätte diese und den Regenwald zu schützen, müsste man mit Sicherheit niemals an die Zeitungen gelangen. So oder so findet sich bestimmt einer der Korrupt genug ist und die Sache zu seinem Vorteil Verraten wird. Mit ein wenig Vorstellungskraft kann ich mir ausmahlen was dann passieren wird...!Schade dass die Neugier des Menschen manchmal mehr schadet als nützt.

  • Raphael Nagorsnik am 18.05.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Genialer Fund!

    Finde ich unglaublich spannend und und toll aber eigentlich trübt es mich auch ein wenig traurig.... Denke ich daran wie früher vor z.B hundert Jahren noch solche Ruinen gefunden wurden, durch richtig abenteurliche Expeditionen in den Jungel und nicht durch Laser und 3D Computer, muss doch einfach irgendwie noch mehr kick und freude gewesen sein für die Forscher über einen solchen Fund. Aber wie bereits erwähnt, klasse ist es so oder so! :)

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  • Rudolf Gerber am 18.05.2013 01:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abholzen und so

    Na Bravo... Wohl noch ein Grund den ganzen Regenwald abzuholzen! Alte Kulturen sind deshalb alt, weil sie schon weg sind. Ich hoffe, dass nicht jemand mal in siebeneinhalbtausend Jahren auf die Idee kommt unseren Müll aus zu graben! Mein Gott, das wär vielleicht peinlich!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Danzig am 20.05.2013 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich drauf!

    Geil, ich befasse mich gerne mit solchen sachen!!

  • geschichts interesssierter am 18.05.2013 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    technik die begeistert

    dank solcher technik hat man schon so einiges (ruinen) gefunden nicht zu letzt in europa....

  • Mardou Fox am 18.05.2013 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disziplin ist aber alles

    Yuhu** Noch etwas was die Weissen ausbeuten können.Die habseligen Überreste der elendigen Kolonialisierung werden jetzt mithilfe neuster Technik ausfindig gemacht. Bravo* Dass uns ja keiner unterstellt,wir wären nicht gründlich.

    • T. Cavalli am 18.05.2013 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      So, und jetzt hören Sie auf

      Mit den einfältigen Beleidigungen! Zumal sie nicht zutreffen. Steve Elkins ist ein herausragender und objektiver Dokumentarfilmer und ich bin glücklich, dass er es ist und nicht irgend ein Grabräuber, der diese Ruinen gefunden hat. Wenn Sie eine Kostprobe seines Schaffens sehen möchten, dann besuchen Sie das CERN in Genf, wo zur Zeit sein Dokumentarfilm "The Reach of Resonance" gezeigt wird.

    • Thomas Herrmann am 18.05.2013 16:02 Report Diesen Beitrag melden

      Geheimhaltung

      Um das zu vermeiden, hält man ja den genauen Standort geheim...

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  • Historikerin am 18.05.2013 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hinterlassemschaften von Sklaven

    Alle Ruinen weltweit wurden dannzumal von versklavten Menschen unter unsäglicher Mühe und Qual gebaut. Ihre Arbeit wird niemals erwähnt beim Fund solcher Stätten, sondern nur die sogenannten "Hochkulturen" und "Zivilisationen" werden erwähnt.

    • Dave am 18.05.2013 10:05 Report Diesen Beitrag melden

      Hart aber wahr

      Jo wie auch beim Bau von Dubai, alles moderne Sklaven, die für Hungerlöhne arbeiten müssen... War schon immer so und wird auch immer so bleiben ;)

    • Joe Black am 18.05.2013 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Ja ja die Sklaven

      Ein Großteil der erbauten Historischen "Werke" wurde durch Sklaven erstellt... Durch Sklaven war die Besiedlung von Amerika möglich... Ist nun Amerika ein Land voller Sklaven?

    • KevinR am 18.05.2013 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Historikerin

      Diese verallgemeinerung ist eine recht peinliche Faltschaussage für eine Historikerin! Bei den Majas und Azteken z.B. wurden die Tempel und Gebäude von bezahlten Steinmetzen gebaut. Diese wurden im Steuersystem der Mayas bevorzugt behandelt, wenn sie für den Staat arbeieten.

    • maria am 18.05.2013 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Sklaven sind überall

      Oder die Arbeiter in unserem Land. Sie werden mit Chips, Fitnesshallen und schönen bunten Autos geködert und leben doch am Leben vorbei...

    • Tutanchamun am 18.05.2013 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Veraltete Meinung

      Die Pyrmiden in Ägypten wurden von bezahlten Arbeiter gebaut und nicht von Sklaven. Nicht(s) (alles) glauben was in der Bibel steht.

    • M.C. am 18.05.2013 14:10 Report Diesen Beitrag melden

      Naja, Historikerin

      @ Historikerin, nich nur bei den Majas und Azteken. Als Ergänzung zu KevinR sei noch gesagt, dass die neusten Forschungsergebnisse auch davon ausgehen, dass der Bau der Egiptischen Piramiden weitaus humaner war als wie bisher angenommen. Es wurden Hieroglyphen gefunden die anscheinend Urlaub und Feste für Sklaven abbilden. Man weiss es aber noch nicht genau, man konnte noch nicht alles entziffern.

    • bimbessucher am 18.05.2013 23:22 Report Diesen Beitrag melden

      sind Maschinen unsere Sklaven?

      Maschinen die Sklaven der moderne plus Lohnsklaven ist es gegenüber früher fast eine Schindluderei hoch drei. griechische Hochkultur und Schöngeisterei war auch nur durch Sklaven möglich. warum geben uns die Maschinen nicht genau den selben kick für die Gesellschaft ? cui bono ?

    • Marcel am 19.05.2013 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Moderne Sklaven

      Wir sind doch alle in einer gewissen Hinsicht Sklaven für de Kapitalismus... Uns werden Wünsche und Begehren durch Werbung und gesellschaftlichen Druck eingeredet, damit wir möglichst viel und fleissig arbeiten um anschliessend tolle und möglichst viele Dinge kaufen. Denn sonst währen 100% arbeiten in den wenigsten Fällen nötig...

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  • Ronnie R. am 18.05.2013 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch blödsinn...

    Das ist wiedermal Aberglauben. Wie soll man durch Strukturen, welche nur einen Dschungel zeigen herausfinden, dass dort eine Stadt ist?? Auf diesem 30Sek. Video sieht man nur die Bäume und dann der Boden. WOW! Wir sehen eine Stadt! Mein Gott! Wenn sie meinen dort ist eine "Stadt", dann sollten sie doch mal dorthin gehen. Sie haben ja die Koordinaten, sonst hätten sie die Struktur nicht machen können!

    • Till Sitter am 18.05.2013 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      Letzter Satz

      Was steht denn im letzten Satz des Artikel, waseliwas ?

    • Indiana Jones am 18.05.2013 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      Archäologie gleich Aberglaube?

      Bitte sagen Sie mir, dass Sie das nicht ernst meinen, oder ich muss mir wirklich Sorgen um die Zukunft der Schweiz machen...

    • Elisabeth Huber - Brun am 18.05.2013 09:27 Report Diesen Beitrag melden

      Lassen wir uns überraschen....

      Ich "glaube", dass wir Menschen noch ganz Viele Entdeckungen machen dürfen, sobald wir bereit sind, die SCHÖPFUNG eines gütigen GOTTES anzunehmen bereit sind....

    • sascha am 18.05.2013 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      glaube

      also Ronnie , du hast es wirklich nicht verstanden. lese nochmal es hat nichts mit Glauben zu tun.

    • J.Imhof am 18.05.2013 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bilderauswertung

      nicht umsonst gibt es Leute, die sich seit Jahren mit solchen Auswertungen befassen... auch auf einem Röntgenbild erkenn ich nur ein Bruchteil dessen, was ein Mediziner sieht.

    • Peter Bollschweiler am 18.05.2013 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ronie

      Was ist den mit den abgetragenden Schutthügeln im arabischen Halbmond?Da kamen Ruinen ganzer Städte zum Vorschein,die man Heute besuchen kann.Wurden schon im 18. Jahrhundert mit Schaufel und Pickel ausgergaben.

    • T. Cavalli am 18.05.2013 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      @E. Huber-Brun

      Und jetzt hören Sie BITTE auf mit ihrem Kreuzzug. Ich dränge auch nicht jedem auf, dass ich an Ganesha, Shiva und Vishnu glaube und sie es doch auch sollen. Oder an Thor, Odin und Frigg glaube. Oder Atheist bin.

    • Pius Röösli am 18.05.2013 15:31 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Aberglauben

      Liebe/r Ronnie.R Mit der moderner Technik kann man verschiedenartige Materialien ausfiltrieren. So kommt, wenn man einen Laserstrahl von der Luft auf den Boden sendet von Bäumen eine andere Frequenz (Schwingung) retour als von Stein zum Beispiel. Diese unterschiedlichen Frequenzmuster kann man dann mit einem entsprechenden Programm auf dem Computer einzeln darstellen. Und nun zu Elisabeth Huber. Liebe Elisabeth, ich bin ganz Deiner Meinung. Ich danke dir für Deinen Beitrag. Es gibt nämlich immer mehr Wissenschaftler, die so denken wie Du. Leider getrauen sie dies nicht öffentlich zu sagen.

    • Baspi am 19.05.2013 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ T. Cavalli

      Danke! Wer an Gott glauben will, soll das bitte tun, aber genausobitte ohne zu missionieren.

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