Vermicella parscauda

21. Juli 2018 15:24; Akt: 21.07.2018 15:24 Print

Australien ist um ein giftiges Tier reicher

Durch Zufall haben Forscher der Universität Queensland eine neue Schlangenart entdeckt. Sie ist giftig – und bereits vom Aussterben bedroht.

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Frei nach dem Motto «Unverhofft kommt oft» haben australische Forscher eine neue Schlangenart entdeckt. Sie tauften sie auf den Namen Vermicella parscauda. Die zu den Giftnattern zählende Art kann bis zu einem Meter lang werden und ist giftig – so wie viele weitere Tiere auf dem Kontinent. Eine kleine Auswahl finden Sie in den folgenden Bildern. Die zählt zu den giftigsten Spinne der Welt, wobei die Männchen sechsmal giftiger sind als die Weibchen. Ihr Biss kann beim Menschen binnen 15 Minuten zum Tode führen. Sie kommt in und um Sydney herum vor. Bei der sind nur die Weibchen für Menschen gefährlich. Der Biss selbst ist kaum zu spüren, der darauf folgende charakteristische Abdominalschmerz wird als unerträglich beschrieben. Die Symptome dauern etwa zwölf Stunden an und klingen dann ab. Lebensgefahr besteht, wenn durch die auftretenden Lähmungserscheinungen das Atemzentrum betroffen ist. Eine Begegnung mit einem , der auch Westlicher Taipan genannt wird, sollte man tunlichst vermeiden. Schliesslich handelt es sich dabei um die giftigste Schlange der Welt. Beruhigend ist, dass sie nur in weitgehend unbewohnten Gebieten im Westen von Queensland und im Norden South Australias vorkommt. Der kleine Bruder des Inlandtaipans, der , mag etwas weniger giftig sein, allerdings kommt er vor allem besiedelte Küstengebieten vor, weshalb es öfter zu Zwischenfällen kommt. Er verteilt sein Gift, wenn er sich in die Ecke gedrängt oder bedroht fühlt. Auch im Wasser lauert Gefahr: Zu den giftigsten Meerestieren vor Australien zählen zum Beispiel die . Zwar sind sie für gewöhnlich nicht aggressiv, doch fühlen sie sich bedroht, kann es tödlich enden: Innert weniger Minuten kann ihr Biss zu Lähmungen und Atemnot führen. Auch die zählt zu den giftigsten Schlangen der Welt. Ihr Biss ist für den Menschen potenziell tödlich und muss umgehend behandelt werden. Als typische Symptome gelten Schwellungen, Übelkeit, Schwindel und Bewusstlosigkeit. Der Biss des ist äusserst schmerzhaft. Der Schmerz hält mehrere Tage an. Obwohl sein Gift auch für den Menschen gefährlich werden kann, wurde bis jetzt wurde noch kein Todesfall durch den Biss eines Riesentausendfüsslers verzeichnet. Die meisten Quallenarten vor den Küsten Australiens sind für den Menschen ungefährlich. Anders die , Sie kommt von Gladstone in Queensland bis etwa Broome in Western Australia vor. Gefahr geht von den mit Nesselzellen besetzten Tentakeln aus: Kommt die Haut damit in Berührung, treten beim Opfer sofort starke Schmerzen auf. Im schlimmsten Fall droht ein Herzstillstand. Deutlich kleiner als die Seewespe, aber nicht minder gefährlich ist die , die im Schnitt zwei Zentimeter gross wird. Sie lebt an den Riffen Queenslands und den nördlichen Küstenabschnitten Australiens und sind vor allem für Taucher gefährlich. Ihre Tentakeln sorgen für Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen sowie für Schmerzen. Die kommt zwar auch an Küsten des Pazifiks oder Atlantiks vor, aber man sieht sie auch häufig in Australien. Jährlich verbrennen sich dort bis zu 10'000 Menschen an ihren Tentakeln. Während sie für Gesunde keine Lebensgefahr darstellt, kann eine Berührung mit ihnen für Allergiker und empfindliche Personen sind so schön, dass man sie am liebsten gleich einpacken möchte. Doch das ist riskant, weil die Tiere einen Rüssel haben, in der sich eine Harpune verbirgt. Damit sticht sie sowohl Beute als auch potenzielle Angreifer und injiziert so ihr Muskelgift. Die Folge sind Taubheitsgefühl, Koordinationsprobleme, Schwäche oder Atemprobleme. Unter den Fischen ist der der tödlichste. Er kommt vor allem an der Nordküste vor, wo er gut getarnt auf seine Beute lauert. Seine Unsichtbarkeit macht ihn so gefährlich: Tritt man auf ihn, kommen seine 13 Giftstacheln am Rücken zum Einsatz. An der Einstichstelle kann das Gewebe zerstört werden, und Lähmungserscheinungen können auftreten. Auch Neoprenschuhe bieten keinen Schutz. Unschön können auch Begegnungen mit dem enden. Kommt man ihm zu nahe, stellt er seine weissroten Stacheln als Drohgebärde auf und sticht dann zu. Der Schmerz ist enorm und kann bis zu zwei Wochen anhalten. Weitere Symptome sind Blasenbildung, Angstzustände, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Bluthochdruck und Desorientiertheit.

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Biologe Bryan Fry und seine Kollegen waren gerade dabei, auf der australischen Kap-York-Halbinsel Seeschlangen zu studieren, als sie auf einem Betonblock ein Exemplar entdeckten, das sich optisch von allen bereits bekannten Schlangenarten unterschied.

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«Bei der Untersuchung durch meine Studentin Chantelle Derez zeigte sich dann, dass es sich tatsächlich um eine neue Art handelte», erklärte Fry in einer Mitteilung der Universität Queensland.

Unter der Erde zu Hause

Die Neuentdeckung – eine Giftnatter der Gattung Vermicella, die in Australien Bandy-Bandy genannt wird – unterscheide sich auch genetisch von allen bislang bekannten Tieren Australiens, wie es im Fachjournal «Zootaxa» heisst. Die Forscher tauften sie auf den Namen Vermicella parscauda.

Bei den bis zu einem Meter langen Nattern handelt es sich um sogenannt grabende und unterirdisch lebende Schlangen. Die Wissenschaftler waren entsprechend überrascht, sie auf einem Stein liegend im Meer entdeckt zu haben.

Das Team um Fry geht davon aus, dass die Schlange von einem Haufen Bauxitschutt (siehe Box) herübergekrochen ist, der dort an der Küste auf die Verschiffung wartete.

Fünf bekannte Exemplare

Das beunruhigt die Forscher: Sie fürchten, dass die gerade erst entdeckte Spezies bereits in grossen Schwierigkeiten sein könnte. «Der Bauxitabbau spielt in der Region eine grosse Rolle und droht die dortigen Tier- und Pflanzenwelt durcheinanderzubringen», sagt Fry.

Dass es um den Bestand der Bandy-Bandy-Variante nicht so gut gestellt sein dürfte, zeigt auch die magere Zahl weiterer Funde. Lediglich fünf Beobachtungen konnten die Forscher insgesamt notieren. So entdeckten sie nur noch ein weiteres lebendes Exemplar. Die restlichen drei waren bereis tot: Eines war in der Nähe der Bauxitmine vom Auto überfahren worden, zwei weitere wurden in den Sammlungen eines Museums gefunden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sam N. am 21.07.2018 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Fake News ?

    Was stimmt jetzt ? Eine Neuentdeckung kann ja nicht schon in Museums Sammlungen vorhanden sein !

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  • p. steiner am 21.07.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    1 jahr naturkundefach: mäuse fressen

    in der oberstufe hatten wir einen fan von schlangen (unser lehrer). deshalb standen in unserem schulzimmer 2 terrarien mit, wenn ich mich recht erinnere, 2 königsphyton und sonst noch würgeschlangen. ein schulkollege vom bauernhof fand im kornfeld noch eine kornnatter, die wurde dann auch noch dort rein gesteckt, wenn ich mich recht erinnere. jedenfalls ist mir nur noch der geruch von diesem schlangenerlebnis im kopf. deshalb, schlangen gehören dorthin, wo die herkommen. in die natur!

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  • Anni am 21.07.2018 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schöne Tiere...

    aber die Bilder reichen mir. Ich will und werde ihnen niemals in die Quere kommen, versprochen...! ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Didi Weidmann am 23.07.2018 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schlange war schon vorher da ...

    Titel ist falsch: Die Schlange war ja schon da, bevor sie von den Menschen entdeckt wurde ...

  • Mr. Mampf am 22.07.2018 05:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hunger

    Mir knurrt der Magen. Habe Lust auf Vermicelle!

  • J.B am 22.07.2018 02:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ex

    Sieht irgendwie wie meine ex freundin aus.

  • Pantoffelheld am 21.07.2018 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trautes Heim

    Danke für den sehr interessanten Bericht. Einmal mehr fühle ich mich nur in der Schweiz bzw. auf dem europäischen Kontinent sicher und Drang für Reisen in ferne Länder habe zum Glück nicht.

    • Giftzahn am 22.07.2018 02:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Pantoffelheld

      Nun... dafuer ist im australischen Busch die Gefahr, dass man ueberfahren wird, nicht vorhanden. Durch den Strassenverkehr kommen in der Schweiz mehr Leute zu schaden, als in Australien durch Schlangen. Ausserdem, Reisen bilden.

    • Igel am 22.07.2018 05:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Giftzahn

      Reisen bilden, und Kosten vor allem. Vorausgesetzt man bildet sich so weiter. Ballerman ist da nicht dabei, da verblödet man.

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  • M.G. am 21.07.2018 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Kontinent für Angsthasen

    Australien hat die giftigste Schlange (Inland-Taipan) und die grösste Spinne (Huntsman-Spider) der Welt. Und wäre das nicht schon genug des Schreckens hat es noch das riesige Salzwasserkrokodil, den Riffhai und die winzig kleine Irukandji-Qualle deren Nesselgift fürchterliche Schmerzen verursacht. Bis auf die Spinne sind das alles für den Menschen tödliche Bedrohungen.

    • Mensch am 22.07.2018 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.G.

      Angsthase. Ich habe lieber Tiere als Kriminelle um mich.

    • Sentencer am 22.07.2018 01:02 Report Diesen Beitrag melden

      @M.G.

      Das ist ja furchtbar was Sie uns da beschreiben! Haben Sie Ihre Infos aus eigener Erfahrung oder aus dem Internet? Australien ist wunderschön und die Menschen dort sind einfach wunderbar. Ein kleines Beispiel: Wenn Sie in Down Under eine Autopanne haben, hält nicht erst das zehnte sondern schon das erste Fahrzeug an! Gastfreundlichere Menschen wie die Australier hab ich noch nirgends getroffen!!

    • Miranda Köller am 22.07.2018 01:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sentencer

      Sie haben da wohl Urlaub gemacht. Ich rate Ihnen mal etwas in Down Under zu leben, dann bin ich gespannt auf Ihre Berichte! Viel Spass.

    • J.B am 22.07.2018 02:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Miranda Köller

      Also ich durfte ein paar Monate in einem kleinen Dorf nähe Melbourne arbeiten. Die leute waren sehr freundlich, das wars dann aber auch schon. Zum essen gibts nur McD, Red Rooster usw. ausser im China Buffet gabs was anderes. Alles mit Wegwerf Geschier. Essen im Auto vor denn Fast Food läden. Dann gabs noch einen Drive trouth Bottel shop und ein Videothek. Das wars denn auch schon. Das Motel hatte keine Heizung und war voll versifft. 80% Übergewichtige. 70% mit Diabetis. Erinnerte mich sehr an meine Zeit in denn USA.

    • Cedric am 22.07.2018 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @J.B

      Hatte etwa die gleichen Erfahrungen. Vorallem das essen ist eine Kathastrophe. Am einzigen Italian Restaurant im Dorf hing ein Schild "No Single Guests". Im China Buffet drückt dir die Dame einen Styropor Teller und eine 2l Cola Flasche in die Hand, essen so viel wie du willst. Als ich im Hotel fragte ob es ein Gym im Dorf gibt, haben sie mich ausgelacht. Das Typische Weekend der Jungen im Dorf...Fast Food, Bier Kaufen, zuhause Saufen und Filme schauen.

    • Sentencer am 22.07.2018 02:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Miranda Köller

      Sie irren sich Madame Köller: Ich war vor 8 Jahren geschäftlich für ein halbes Jahr in Darwin (Northern Territory). Übrigens bin ich Ihnen gegenüber keinen Bericht schuldig.

    • Roman am 22.07.2018 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.G.

      Tödlich schon, obwohl man relativieren muss, wird das Gegengift schnell (und man hat einige Zeit) gespritzt, überlebt man gut.

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