Übeltäter gefunden

15. Juli 2014 22:20; Akt: 15.07.2014 22:20 Print

Bakterien bescherten Ötzi Zahnschmerzen

Dass Ötzi unter Zahnproblemen gelitten hat, ist bekannt. Doch nun haben Forscher die Ursache für sein Leiden ausgemacht.

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Die 5300 Jahre alte Gletschermumie Ötzi dürfte es zu Lebzeiten nicht ganz einfach gehabt haben. Denn Paradontitis-Bakterien hatten sich in seinen Zähnen eingenistet, wie Forscher im Fachjournal «PLOS One» berichten.

Das Team um Frank Maixner von der Europäischen Akademie (Eurac) in Bozen und der Universität Wien hatte DNA analysiert, die aus einem Beckenknochen der Mumie stammte. Dabei fokussierten sie gezielt auf das nicht menschliche Erbgut. «Wir haben untersucht, was überhaupt alles an DNA da ist, wie viel und welche mögliche Funktion jeweils damit verbunden ist», erklärte Maixner in einer Mitteilung. Diese Erbgut-Spuren stammen grösstenteils von Bakterien, die Ötzi zu Lebzeiten besiedelten.

Frühere Studien bestätigt

In der Probe fanden die Forscher sehr viele Bakterien des Typs Treponema denticola, die sich wahrscheinlich über den Blutstrom aus dem Mund bis in den Beckenknochen verbreitet haben. Dabei handelt es sich um einen Erreger, der unter anderem in die Entstehung von Zahnfleischentzündungen involviert ist.

Die Resultate passen zu den Erkenntnissen eines Forscherteams unter Zürcher Leitung, das im letzten Jahr eine Computertomografie von Ötzis Mundhöhle angefertigt hatte. Dabei diagnostizierten sie beim Eismann Karies, fortgeschrittene Paradontitis und stark abgewetzte Zähne. Ein Frontzahn war vermutlich durch einen Unfall abgestorben.
Die Gletschermumie war im September 1991 am Hauslabjoch im Gebiet des Similaun-Gletschers im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen entdeckt worden.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • f.k. am 16.07.2014 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    treuester mann ever

    5300 jahre in der selben spalte und immer noch steif.

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  • swissquattro am 16.07.2014 05:24 Report Diesen Beitrag melden

    obs noch hilft?

    und dennoch befürchte ich kommt dieser Befund etwas zu spät.

  • Dr. Urs am 16.07.2014 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück!

    Zum Glück ist er jetzt in ärztlicher Behandlung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zange am 16.07.2014 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der arme Ötzi...

    ...hatte klar und deutlich ausgedrückt, faule Zähne!

  • Leserin am 16.07.2014 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine anderen Probleme in dieser Welt

    Lach.....kann man sich schon fragen, ob wir keine anderen Probleme haben auf dieser Welt?! Ist ja gut, dass gewisse Sachen "geforscht" werden. Aber in dieser Sache sage ich nur: Die Zeit und das Geld für solche Forschung könnte man auch besser nutzen!

  • Thomas am 16.07.2014 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorausgedacht

    Offenbar hatte der Mann damals schon eine Patientenverfügung.

  • Jonas am 16.07.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    na toll...

    jetzt könne wir alle wieder ein wenig ruhiger schlafen, sie haben sehr viele Bakterien gefunden, deshalb hatte er Zahnschmerzen, wie schön. Herr im Himmel, es gäbe so viel nützliches, dass man erforschen könnte, AIDS, Alzheimer, Chronische Krankheiten... aber nein, lasst uns herausfinden weshalb der Typ denn genau Zahnschmerzen hatte.

    • ...... am 17.07.2014 01:25 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so ignorant, bitte

      @Jonas Man erforscht auch (u.a.) die von dir erwähnte Krankheiten und vieeeles mehr. Zum Glück! Wissenschaft und Forschung sind sehr wichtig, aus der Geschichte lernt man!

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  • Schmerzpatientin am 16.07.2014 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit uns?

    Ich wünschte, bei mir würde auch so ein Aufwand betrieben, um die Ursache der Schmerzen rauszufinden. Bin offenbar weniger interessant als eine Gletschermumie.