Schlafkrankheit

10. April 2012 23:33; Akt: 10.04.2012 23:37 Print

Berner Forschern gelingt Fortschritt

Hoffnung im Kampf gegen die afrikanische Schlafkrankheit: Berner Forscher entdecken einen neuen Therapieansatz.

storybild

Ohne Behandlung endet die Schlafkrankheit tödlich. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Anfang sind es lediglich Fieberschübe, Kopf- und Gliederschmerzen. Dann setzen bei den Betroffenen die Schlafstörungen ein: Jederzeit können sie einfach wegkippen – im Gespräch, während des Essens, beim Spazieren. Auf dem afrikanischen Kontinent sind Hunderttausende Kinder und Jugendliche von der heimtückischen Krankheit betroffen. Wird sie nicht behandelt, führt sie je nach Verlauf schon nach drei Monaten, sicherlich aber nach wenigen Jahren zum Tod. «Es braucht unbedingt neue Medikamente», sagt Johannes Blum von Schweizerischen Tropeninstitut in Basel. Dem pflichtet François Chappuis, Experte von Ärzte ohne Grenzen, bei: «Es ist vor allem dringend nötig, dass die Spritzen, die heute verwendet werden, durch Tabletten abgelöst werden. So könnten die Familien direkt in ihren Dörfern und auf einfache Weise behandelt werden.»

Hier ist zwei Berner Forschern ein beachtlicher Fortschritt gelungen. Sie haben herausgefunden, wie der Krankheitserreger, der über die Tsetse­fliegen auf den Menschen übertragen wird, bekämpft werden kann. «Dazu müssen wir das entdeckte Protein blockieren», so Mauro Serricchio, Biochemiker der Universität Bern. Von einem Durchbruch will er dennoch nicht sprechen. «Es ist noch ein langer Weg. Ich rechne damit, dass frühestens in zehn Jahren geeignete Medikamente, die auf unserer Entdeckung basieren, auf den Markt kommen könnten.» Dann aber eventuell mit grösserer Wirkung: «Es ist denkbar, dass wir mit den gleichen Mitteln dann unter anderem auch Malaria bekämpfen könnten.»

(sma/20 Minuten)