«Dance Your PhD»

25. November 2015 23:14; Akt: 25.11.2015 23:14 Print

Bernerin tanzt ihre Doktorarbeit und gewinnt

von F. Riebeling - Die wissenschaftliche Sprache ist nicht die einfachste. Um ihre Arbeiten besser verständlich zu machen, tanzen einige Forscher sie einfach vor.

So leichtfüssig das Video daherkommt, so relevant ist das darin tanzend vorgetragene Thema. (Video: Youtube/Florence Metz)
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Forscher sind immer hochkonzentriert, meist ernst und gehen – je nach Fach – selten an die frische Luft, heisst es. Doch sie können auch anders, wie die Politikwissenschaftlerin Florence Metz von der Universität Bern beweist. Sie hat ihre Doktorarbeit getanzt und damit den Wettbewerb «Dance your PhD» (siehe Box) für sich entschieden (siehe oben).

Im Video präsentiert sie in unterschiedlichen und teilweise als mutig zu bezeichnenden Kleidern verschiedene Tanzstile – mal im Grünen, mal im Labor, mal in einer offenbar aus den 1980ern stammenden Turnhalle. Dies alles, um das Thema ihrer Doktorarbeit den Zuschauern näherzubringen, als es mit schriftlichen Aufzeichnungen jemals möglich wäre. Der Titel der Arbeit lautet übrigens «Do Policy Networks Matter to Explain Policy Design?» und ist im Bereich Wassermanagement und Gewässerschutz angesiedelt.

Zugute kam ihr bei der Performance, dass sie sich schon von Kindesbeinen an mit Tanzen beschäftigt: Zunächst beim Eiskunstlauf, dann beim Hip-Hop und Salsa. «Der Wettbewerb gab mir die Möglichkeit, zwei Dinge miteinander zu verbinden, die ich mag; Tanz und meine Forschung», sagt die Deutsch-Französin Metz.

Erfolg auf ganzer Linie

Im Video symbolisieren die verschiedenen Tanzrichtungen politische Gruppierungen in Gesellschaft, Ökonomie und Politik, die zunächst noch über den Gebrauch und Schutz der Ressource Wasser streiten. Am Ende ziehen sie dann doch an einem Strang – und sind sichtbar zufrieden. Ein Hinweis darauf, «dass es zu einer besseren Politik beitragen kann, wenn politische Gruppen gemeinsam nach einer Lösung suchen – frei nach dem Motto ‹Better together›», sagt Metz zu 20 Minuten.

Hauptaussage und Umsetzung kamen bei der Jury gut an. So kürte eine Jury aus Experten des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Bill & Melinda Gates Foundation und der Harvard University Metz’ rund zehnminütigen Beitrag zum Gesamtsieger des Wettbewerbs. Als Gewinn erhielt Metz 1000 Dollar Preisgeld sowie eine Reise an die renommierte Stanford University, wo sie einen Vortrag halten darf. «Das ist eine grosse Ehre für mich», sagt die Politikwissenschaftlerin.

Doch das ist nicht das Einzige, was sie freut: Denn unabhängig vom Gewinn hatte Metz vor, sich bei ihren Helfern mit einer Feier zu bedanken: «Die Finanzierung der Feier ist mit dem Sieg gesichert.»


In der Kategorie «Physik» holte Merritt Moore von der University of Oxford den ersten Platz. (Video: Youtube/Merritt Moore)


Pearl Lee von der University of Sydney schaffte es in der Rubrik «Biologie» auf den vordersten Platz. (Video: Youtube/Pearlie Lee)


Auch in Deutschland gab es Grund zur Freude: Jyaysi Desai belegt in der Kategorie «Chemie» der ersten Platz. (Video: Youtube/jyaysi desai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MyOpinion am 25.11.2015 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das?

    klar, nach dem Tanz versteht jede(r) um was es geht.. oder direkter gesagt- nicht jede durch den modernen Zeitgeist inspirierte Idee ist eine gute. Oder soll künftig der Arzt seine Diagnose auch vortanzen um sie verständlicher zu machen?

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  • Anderson Andrew am 26.11.2015 01:28 Report Diesen Beitrag melden

    irgendwie...

    ...versteh ich nun warum wir einen "Fachkräftemangel" haben.

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  • Fc Basel 1893 am 25.11.2015 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Manche können kaum ihren Namen Tanzen und sie Tanzt ihr doktorarbeit Respekt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Simona am 26.11.2015 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Wie hier alle gegen die junge Frau wettern. Sie hat ganz normal ihre Doktorarbeit geschrieben, wie jeder andere auch. Ebenfalls habe ich den Eindruck, dass das viele Leute als keine Leistuns abtun. Wenn ihr alle einmal tanzen würdet, würdet ihr sehen, dass es einfacher aussieht, als es wirklich ist. Meinen Respekt hat die Frau jedenfalls!

  • Patrick am 26.11.2015 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    der heutige Anspruch an Akademiker?

    Früher gehörte man als Akademiker noch zur Elite. Nur wenige schafften den Uniabschluss und waren dementsprechend in der Gesellschaft hoch angesehen. Akademiker waren Erfinder, Genies auf ihrem Gebiet, brachten technischen Fortschritt, von dem alle profitierten. Hätte jemand früher eine solche Darbietung präsentiert, hätte man ihn als der Uni unwürdig angesehen und verwiesen oder gleich in die Klapse gesteckt. Und heute erhält man damit noch die Chance, an einer der weltbesten Unis ein Referat zu halten. In welch schräger Welt leben wir eigentlich?

  • Mc Gyver am 26.11.2015 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zum Glück nicht.

    Ich bin glücklich nur ein Ing. FH zu sein. Es wäre mir peinlich einen Phd zu haben, wenn man ihn durch solchen Schwachsinn erhalten kann. Es zeigt aber, was - in diesem Fall - von diesen Politikwissenschaften zu halten ist.

  • Buureseppli am 26.11.2015 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Buureklatsch

    Ach prima, sowas! Dann kann ich ja meine Matura mit einem Buureklatsch abschliessen, statt wirklich was zu lernen.

  • Susi am 26.11.2015 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Rudolph Steiner grüsst

    manche können das ABC tanzen, andere sogar ihren Namen und die ganz begabten also kriegen nun einen PhD... spricht soch irgendwie sehr für die Entwicklung unserer Bildung. Immerhin Fremdsprachen entfallen so.