Wrack Okänt Skepp

25. Juli 2019 17:50; Akt: 25.07.2019 17:52 Print

Vor 500 Jahren gesunken und trotzdem noch perfekt

von Fee Riebeling - Forscher haben in der Ostsee ein Schiff in bemerkenswertem Zustand aus der Zeit von Christoph Kolumbus entdeckt. Sogar das Beiboot ist noch da.

Dieses Wrack ist laut den Forschern einzigartig. (Video: Wibbitz)
Zum Thema
Fehler gesehen?

150 Kilometer südöstlich von Stockholm haben Forscher um Unterwasserarchäologe Rodrigo Pacheco-Ruiz von der Firma MMT tief in der Ostsee ein ganz besonderes Wrack ausgemacht: Es ist so gut erhalten wie sonst keines aus dem 16. Jahrhundert – der Zeit, in der Christoph Kolumbus, Magellan und Vasco da Gama sich mit ihren Seglern aufmachten, um die Welt zu erkunden.

Umfrage
Würden Sie auch gerne um die Welt segeln?

«Es wirkt, als wäre das Schiff erst gestern gesunken – die Masten sind an Ort und Stelle, der Rumpf intakt», freut sich Rodrigo Pacheco-Ruiz, der Forschungsleiter, gemäss Mitteilung der University of Southampton, die an den Untersuchungen beteiligt war.

Doch das ist nicht das einzige Erfreuliche. An Deck des Wracks, das die Forscher temporär «unbekanntes Schiff» (Okänt Skepp) tauften, liegt zudem noch ein unglaublich seltener Fund. «Das Beiboot, mit dem die Besatzung zwischen Land und Schiff hin- und herfuhr, lehnt noch am Mast. Das ist ein wahrhaft erstaunlicher Anblick.» Damit dürfte es sich bei dem Schiff um das besterhaltene Wrack aus dieser Zeit handeln. Gut 99 Prozent sollen noch intakt sein (siehe Video oben).

Unbekannte Seeschlacht

Doch warum sank es dann? Die Wissenschaftler vermuten laut Independent.co.uk, dass sein Ende während einer bislang unbekannten Seeschlacht besiegelt wurde. Dafür sprächen die Schäden am Schiff und die Ausrichtung der beiden an Bord befindlichen Kanonen. Sie seien förmlich schussbereit.

Möglicherweise fand die Schlacht während des Schwedischen Unabhängigkeitskrieges (1521–1523) statt. Alternativ kann das Schiff auch während des Russisch-schwedischen Krieges (1554–1557) gesunken sein.

Extreme Sauerstoffarmut ein Segen

Während die Gründe für den Untergang noch weiter erforscht werden müssen, ist klar, warum das Schiff auch rund 500 Jahre nach seinem Untergang noch so gut erhalten ist: So sind die tiefen Bereiche der Ostsee bekannt für ihre extreme Sauerstoffarmut. Sie verhindert, dass sich Holz zersetzt.

Entdeckt worden war das 16 Meter lange Segelschiff bereits im Jahr 2009 von Mitarbeitern des schwedischen Schifffahrtsamts. Doch erst jetzt konnten Tauchroboter den Fund genauer untersuchen und seine Bedeutung klären.

Besser erhalten als dieses Wrack ist keines

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MeU am 25.07.2019 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle Sache

    Super, dann gibt es in Stockholm sicher bald ein zweites, ebenso sehenswertes und informatives Museum, wie das Vasa-Museum!

    einklappen einklappen
  • G.V. am 25.07.2019 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vasa 2.0

    Ich hoffe dass dieses Schiff genau so aufwändig konserviert wird wie das schwedische Kriegsschiff «Vasa»! Solche Funde sind selten, aber enorm kostbar!

    einklappen einklappen
  • maport am 25.07.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vasa lässt grüssen

    Gerade am Dienstag waren wie im Vasa Museum in Stockholm. Sehr eindrücklich! Und jetzt noch ein älteres Schiff. Bin gespannt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • IstKeinWunder am 26.07.2019 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Früher vs. Heute

    Früher hat man halt so gebaut, dass für immer hält! Heute wird gebaut mit Ablaufdatum.

  • Geilesbrot am 25.07.2019 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tscheggi ned

    Man weiss nicht welches schiff es ist, aber man weiss es ist. 500 jahre alt... kann mir das jemand erklären? Danke

    • sweleck am 25.07.2019 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geilesbrot

      Man erkennt an der Bauart die Epoche. An der Form, an der Technik.

    • Geilesbrot am 26.07.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wurgel

      Danke.. sehr nett von dir..

    • k.d. am 26.07.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Geilesbrot

      In der Pressemittelung steht, dass die Datierung ist noch nicht fix ist ("From the archaeological survey, it is believed that the shipwreck could date between the late 15th Century and the early 16th Century"). Hier wurde also noch keine Dendrodatierung durchgeführt (die Methode, mittels der Jahresringe, das Fälldatum des Baumes auf das Jahr genau zu bestimmen). Dafür wäre es nötig, Proben an die Oberfläche zu bringen, was in Zukunft geplant scheint. Die vorläufige Datierung erfolgte also wie von sweleck angemerkt, aufgrund der Typologie des Schiffes, eine verbreitete und berechtigte Methode.

    • Geilesbrot am 26.07.2019 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @k.d.

      Cool danke!

    einklappen einklappen
  • R. Akete am 25.07.2019 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langwierig !

    Grandioser Fund ! Seit 2009 entdeckt und erst jetzt diese guten Aufnahmen ? Warum hat das solange gedauert ? Wie lange dauert die Bergung, hoffentlich nicht nochmals 10 Jahre ? Sollte das Schiff in einem der genannten Kriege in einer Seeschlacht gesunken sein, dann muss es doch in der Nähe noch mehr gesunkene Schiffe geben ? Es dauert immer so lange bis man mehr erfährt, bitte weitergereichten !

    • k.d. am 26.07.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      @R. Akete

      Die Bergung dauert wohl mehr als 10 Jahre! Erstens muss das Schiff zuerst untersucht werden, was ziemlich teuer wird (also muss zuerst die eine Finanzierung gefunden werden), danach kommt - falls überhaupt geplant und möglich - eine sehr aufwändige und komplizierte Bergung, die nochmals sehr teuer wird, für die also nochmals eine ordentliche Finanzierung gesucht werden muss. Nichtsdestotrotz hoff ich sehr auf weitere spannende Neuigkeiten dieses Projektes :-)

    einklappen einklappen
  • Findnicht am 25.07.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Sauerstoffgehalt macht's

    Der Fund der Vasa Anfang der Sechziger Jahre war deswegen ein Glücksfall, weil sie sich in einem guten Zustand befand. Viele gefundene Wracks in der Ostsee profitieren von dem niedrigen Sauerstoffgehalt im Wasser. Übrigens trifft dies auch zum Teil auf das Schwarze Meer zu, wo man fast 2000 Jahre alte römische Schiffe in tollem Zustand entdeckte.

    • Schlitzohr... am 25.07.2019 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Findnicht

      Naja, wer sich damit ein bisschen beschäftigt weiss das ja.

    einklappen einklappen
  • Martin Lerch am 25.07.2019 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Danke vielmals!

    Endlich ein wirklich spannender Artikel. Mein Tag ist gerettet. Danke. Natürlich wissen wir, warum das Schiff versank: Es ist das Piratenschiff der Wikinger. Als sie Asterix und Obelix in Dänemark sichten, versenkt der Kapitän das Schiff grad selber. Und weil sie sich auf Planken retten, können sie natürlich das Beibot nicht mitnehmen. Die Archäologen müssen nur nach der Piratenflagge suchen!

    • Maracucho am 25.07.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin Lerch

      Ich vermisse jetzt schon die Berichte der Klima-Hysteriker/innen. Langweiliger Bericht.

    • B. Eim-Teutates am 25.07.2019 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin Lerch

      ... ich bin kein Veäter und auch kein Pügeknabe !

    • Schlitzohr... am 25.07.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin Lerch

      Sorry, aber dein Sarkasmus ist nicht angekommen. Versuche es später nochmal.

    einklappen einklappen