Entdeckungen 2012

23. Mai 2013 21:01; Akt: 23.05.2013 21:02 Print

Blauschwänziger Affe und andere Newcomer

Trotz schwindender Artenvielfalt werden immer noch neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Zu den seltsamsten gehören eine Mini-Amphibie und eine Meerkatze.

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Erstmals seit 28 Jahren stiessen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart. Das lebt versteckt in der Lonami-Region des Kongo. Die Männchen haben einen leuchtend blauen Hautstreifen über ihrem Hinterteil und dem Geschlecht. Dass dieser Mini-Frosch 2012 entdeckt wurde, grenzt fast an ein Wunder. Er ist mit seinen 7 Millimetern Grösse leicht zu übersehen. Er lebt im Regenwald von Papua-Neuguinea und erhielt den lateinischen Namen . Diese ungiftige Schneckennatter soll seit ihrer Entdeckung für die Erhaltung ihrer Umwelt kämpfen: Sie erhielt den Namen . No a la minia bedeutet «Nein zur Mine» und setzt ein Zeichen gegen den Raubbau an der Natur. , ein Veilchen, das nicht einmal einen Zentimeter aus der Erde herausragt, hatte bisher unerkannt auf einer Ebene hoch in Perus Anden geblüht. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis Biologen Proben aus den 1960er Jahren analysierten. Auf der Internetseite des Fotodienstes Flickr entdeckten Biologen ein seltsames Insekt. Sie forschten nach und identifizierten die Florfliege als neue Art. Das Tier wurde schliesslich nach der Tochter (Jade) des Fotografen benannt: . Diese fluoreszierende Kakerlake lebt beim Tungurahua-Vulkan in Ecuador. Beziehungsweise sie lebte. Denn das leuchtende Insekt () dürfte nach Meinung der Froscher schon ausgestorben sein. Dieser fleischfressende Schwamm heisst und über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Der auf Madagaskar heimische immergrüne Busch ist bereits selten geworden. Diesen Kerl hätte man lieber nicht entdeckt: Der schwarze Pilz namens bedroht die prähistorischen Wandmalereien in Frankreichs Lascaux-Höhle. Auch ein Insekt, das vor 165 Millionen Jahren lebte, wurde 2012 in fossilen Sedimenten in China entdeckt: Die Juracimbrophlebia ginkgofolia tarnt sich als Blatt. Im Bild ist ein noch lebender Verwandter zu sehen.

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Nur ein Bruchteil der Artenvielfalt auf der Erde ist bisher bekannt. Zu den eigenartigsten Entdeckungen dieses Jahres gehören ein winziger Frosch und ein Affe mit leuchtend blauem Geschlechtsteil.

Ein nur sieben Millimeter grosser Frosch ist jetzt das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt. Damit hat es der Winzling auf neue Liste der zehn skurrilsten Entdeckungen des Jahres 2012 geschafft. Der Frosch mit dem lateinischen Namen Paedophryne amauensis lebt im Regenwald von Papua-Neuguinea. Er wurde von der Universität von Arizona in Tempe für die Liste ausgewählt.

Fleischfressender Schwamm

Ein fleischfressender Schwamm begeisterte die Forscher mit seinen harfenähnlichen Armen. Es ist kein Wunder, dass er bisher verborgen blieb - Chondrocladia lyra lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Viola lilliputana, ein Veilchen, das nicht einmal einen Zentimeter aus der Erde herausragt, hatte bisher unerkannt auf einer Ebene hoch in Perus Anden geblüht. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis Biologen Proben aus den 1960er Jahren analysierten.

Erstmals seit 28 Jahren stiessen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart. Das Lesula-Äffchen lebt versteckt in der Lonami-Region des Kongo. Es hat «menschenähnliche» Augen, männliche Tiere fallen ausserdem durch einen leuchtend blauen Hautstreifen über ihrem Hinterteil und dem Geschlecht auf. Männchen wie Weibchen sollen das Morgengrauen lautstark mit einer ihnen eigenen Art von Affentanz begrüssen.

Die Zeit wird knapp

Nach Schätzung des Instituts in Arizona teilen sich zurzeit zehn bis zwölf Millionen Arten den Lebensraum Erde. Mikroben seien nur am Rande mitgezählt, hiess es.

Angesichts des rapide fortschreitenden Artenverlusts sollte die Suche nach unbekannten Lebewesen erheblich Tempo zulegen, forderte der Direktor des Internationalen Instituts für Artenerkundung in Tempe, Quentin Wheeler. Derzeit würden rund 18'000 Arten pro Jahr entdeckt. Ziel sei, die fehlenden 10 Millionen bis etwa 2065 zu identifizieren.

(kmo/sda)