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22. Mai 2019 20:56; Akt: 22.05.2019 20:56 Print

Bonobo-Männchen haben keinen Sex ohne ihr Mami

Mitten beim Sex steht die Mutter plötzlich daneben: Was bei uns Menschen der absolute Horror wäre, ist bei den Zwergschimpansen ganz normal.

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Bonobo-Männchen sind bei der Suche nach einem fruchtbaren Weibchen nicht auf sich allein gestellt – ... (Im Bild: erwachsenes Bonobo-Männchen) ... ihnen kommt jeweils ihre Mutter zur Hilfe. Und das auf ganz verschiedene Art: Sie stellen beispielsweise ihren Söhnen fruchtbare Weibchen gleich selbst vor. Mitunter bugsieren sie den Filius auch eigenhändig in deren Nähe. (Im Bild: Bonobo-Weibchen pflegt das Fell seines Sohnes) Sinn und Zweck des Ganzen: Die Weibchen nutzen ihre Position, um sicherzustellen, dass ihre Söhne gute Chancen zur Fortpflanzung haben und so ihre eigenen Gene weitergeben. «Sie haben einen Weg gefunden, ihren Fortpflanzungserfolg zu steigern, ohne selbst mehr Nachkommen zu haben», so die Forscher. Bonobos sind in Liebesdingen generell ziemlich aufgeschlossen. Sex ist bei ihnen ein Mittel für vieles: Um einander zu begrüssen, Streit zu schlichten oder einfach zu feiern. Sie tun es auch mit ihren Verwandten. Sie sollen die einzigen Tiere sein, die beim Küssen mit Zunge und beim Oralsex beobachtet wurden. Doch nicht nur die Zwergschimpansen treiben es ziemlich wild. Das zeigen die folgenden Bilder. Nicht zimperlich gehen die vor: Vor der Küste Australiens werden immer wieder Gruppenvergewaltigungen beobachtet, bei denen männliche Tiere einzelne Weibchen begatten. Sind keine Partnerinnen verfügbar, begnügen sie sich auch mal mit Abflussrohren. Aber auch die Weibchen sind nicht ohne: Sie benutzen ihre schlanke Schnauze bei anderen Weibchen mitunter als Dildo. Über die Dauer des menschlichen Orgasmus können männliche nur lachen. Sie können das Ganze bis zu einer halben Stunde Stunde geniessen. Ihre wie Korkenzieher geformten Penisse schrauben sich während des Akts tief in den Gebärmutterhals ihrer Partnerin, wo auch die Ejakulation stattfindet. Die Paarungszeit der beginnt gewöhnlich kurz nach der Winterruhe. Nach dem Balzen setzt das Männchen zu einem Nackenbiss an, um das Weibchen in die Paarungsposition zu bringen. Daraufhin legt das Männchen ein Bein auf den Körper des Weibchens und beginnt mit der Begattung, die einige Minuten dauern kann. Sie überleben radioaktive Strahlung, Vakuum und Jahrzehnte in der Tiefkühltruhe: sind hart im Nehmen. Auch bei der Paarung, die bis zu eine Stunde dauert. Wie deutsche Forscher 2016 erstmals beobachtet haben, erfolgt diese im Zuge einer Häutung des Weibchens. Dieses hat bereits eine neue Haut gebildet und wartet mit Eiern im Körper in der alten Haut auf ein Männchen. Trifft ein männliches auf ein trächtiges Weibchen, bringt es sich in Paarungsposition. Dabei hält es seine Auserwählte mit seinen Vorderbeinen fest und wickelt sich um ihr Kopfende. Das Weibchen wiederum beginnt nach einer Weile seine Mundwerkzeuge in den Unterkörper des Männchens zu stupsen. Gleichzeitig erfolgt die Eiablage und es kommt zur Ejakulation. Nur wenige Stunden im Jahr haben überhaupt Lust auf Sex. Ist es schliesslich mal so weit, richtet sich das Männchen rund sechs Meter vom paarungswilligen Weibchen entfernt auf und bedeckt sie vollständig mit Urin. Daraufhin haut das Weibchen entweder empört ab oder es streckt ihm sein Hinterteil entgegen. Männliche leben bei der Paarung gefährlich. Einem hungrigen Weibchen sollten sie sich nur mit grösster Vorsicht nähern – sonst wird ihnen der Kopf abgebissen. (Im Bild: Weibchen beim Fressen eines Männchens.) Weibchen, die ihre Sexpartner umbringen, gibt es auch bei den Spinnen. Am bekanntesten dafür sind die , die genau deshalb so heissen. Allerdings tun sie es nur selten. Die Regel ist es dagegen bei den Argiope- oder Cyrtophora-Arten. (Im Bild: Schwarze Witwe) Ebenfalls grob zur Sache gehen die , ihres Zeichens Zwitter. Ihren Penis – manche Arten haben gleich zwei davon (Bild) – nutzen sie als eine Art Degen, mit dem sie ihre Samenzellen in den Partner zu injizieren versuchen. Selbst aufnehmen wollen sie aber keine. sind Zwitter. Da die Produktion von Sperma sehr aufwendig ist, achten die Tiere darauf, dass sie bei der Paarung genauso viel bekommen wie sie abgeben. Schummelt eine Schnecke, wird sie vom Partner durch sofortigen Coitus interruptus bestraft. Zwei Wochen vor der Paarung beginnt die weibliche zu hungern – damit sie mehr Sperma aufzunehmen vermag. Das bringt nicht immer was, denn zum Teil versuchen bis zu hundert Männchen, sich mit demselben Weibchen zu paaren. Dieses überlebt nicht immer. Kuriose Sitten gibts auch bei , einem Anglerfisch: Weil die Männchen kein eigenes Verdauungssystem haben, müssen sie bald nach der Geburt ein Weibchen finden, an das sie andocken können. Sie beissen sich fest und wachsen an das Weibchen an – und werden so zu einer Art Geschlechtsdrüse des Weibchens. Auch das Leben der endet kurz nach der Begattung: Sie verlieren beim Akt ihren Zeugungsapparat. Drohnen, die nicht zur Begattung gekommen sind, werden Ende Sommer von den Arbeiterinnen getötet oder vertrieben, da sie im Winter nur eine Last wären. Sie verhungern bald. Bei der Krakenart produzieren die Männchen das Sperma in einem speziellen Arm, dem Hectocotylus. Vor der Paarung koppeln sie diesen ab – der selbstständige Penis ist in der Lage, auch über weite Entfernungen ein Weibchen zu finden (Im Bild: Der rosafarbene Tentakel kontaktiert das Weibchen.) Bevor es zur Paarung kommt, führen erst mal einen Paarungstanz auf, der Stunden dauern kann. Anschliessend legt das Männchen seine Spermien in einem Haufen ab und zieht das Weibchen über die sogenannte Spermatophore. Dadurch wird das Weibchen befruchtet. Bei manchen Arten verspeisen die Weibchen ihre Partner nach dem Akt. In Sachen Dauersex liegen die ganz vorn. Die Initiative geht dabei vom Männchen aus. Diese halten sich teilweise bis zu zehn Wochen ununterbrochen an ihrem Weibchen fest und begatten es dabei immer wieder. So verhindern sie, dass ihnen Konkurrenten dazwischenfunken. Die Männchen der haben gerne die Auswahl: Sie begatten bis zu 50 Weibchen. Dabei sind die Männchen bemüht, ihren Harem ständig zu erweitern. Dies indem sie haremslose Weibchen mit Gewalt in ihre Gruppe schieben. Versuchen die Weibchen sich zu wehren, riskieren sie eine körperliche Attacke des deutlich grösseren Männchens. Ganz anders die männlichen , die echte Verführer sind. Sie tragen ein Anhängsel am Kopf, das einem Insekt ähnelt. Wenn die Weibchen nach dem vermeintlichen Leckerbissen schnappen, nutzen die Männchen die Chance und begatten sie. Männliche sind notorische Fremdgänger und gehen mit ihren Damen nicht gerade zimperlich um. Sie sind vor allem an ihrem eigenen Spass interessiert. Deshalb kommt es vor, dass sie ihre jeweilige Partnerin bei der Paarung mit ihrem Gewicht unter Wasser drücken. Deren mögliches Ertrinken nehmen sie dabei bereitwillig in Kauf. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heisst es bei den . Denn bevor es überhaupt zur Paarung kommt, wischen die Männchen erstmal das Sperma des Vorgängers aus der Samentasche des Weibchens. Auch danach ist keine Entspannung angesagt: Damit es ihrem Sperma nicht genauso ergeht, behalten sie das Weibchen bis zur Eiablage sicherheitshalber fest im Griff.

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Noch weiter gehen Bonobo-Mütter. Sie stellen ihren Söhnen fruchtbare Weibchen gleich selbst vor. Mitunter bugsieren sie den Filius auch eigenhändig in deren Nähe. Sie wohnen den eingefädelten Schäferstündchen auch bei und treiben zudem allfällige Konkurrenten oder Störenfriede in die Flucht.

Das berichten Forscher um Martin Surbeck vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachjournal «Current Biology».

Mütter sind stets mit dabei

Für die Studie hatten die Primatologen frei lebende Bonobos in der Demokratischen Republik Kongo sowie frei lebende Schimpansen an der Elfenbeinküste, in Tansania und in Uganda beobachtet und ihr Verhalten miteinander verglichen.

Dabei stellten sie fest, dass bei beiden Arten die Mütter bei Konflikten zwischen Männchen für ihre Söhne einstehen. Doch Bonobo-Mütter gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie ganz aktiv die Bemühungen ihrer Söhne bei der Wahl einer Fortpflanzungspartnerin unterstützen.

Mehr Enkel dank Mutti

«Dies ist das erste Mal, dass wir den Einfluss der Mutter auf ein sehr wichtiges männliches Fitnessmerkmal zeigen können, nämlich die Fruchtbarkeitsrate», zitiert das Institut Surbeck. «Wir waren überrascht, zu sehen, dass die Mütter einen so starken, direkten Einfluss auf die Anzahl der Enkelkinder haben.»

Die Weibchen sind laut den Forschern übrigens nicht ganz uneigennützig: Sie nutzen ihre Position, um sicherzustellen, dass ihre Söhne besonders gute Chancen zur Fortpflanzung haben und so ihre eigenen Gene weitergeben. «Sie haben einen Weg gefunden, ihren Fortpflanzungserfolg zu steigern, ohne selbst mehr Nachkommen zu haben.»

Und die Töchter?

Ihren Töchtern lassen Bonobo-Mütter keine vergleichbare Hilfe zukommen. «Bei den Bonobos verlassen die Töchter meist die Gruppe, in der sie aufgewachsen sind, während die Söhne dort verbleiben», sagt Surbeck. «Die wenigen Töchter, die in der Gemeinschaft bleiben, scheinen von ihren Müttern keine grosse Unterstützung zu erhalten.»

Die Forscher planen, das nun erstmals dokumentierte Verhalten in Zukunft weiter zu erforschen, um es noch besser zu verstehen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Will Tell am 22.05.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht völlig verkehrt :)

    Manchen Zeitgenossen würde es gut tun, wenn die Mutter interveniert :)

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  • Jaaa Mami, ich komme... am 22.05.2019 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht nur bei diesen Affen so,

    ihr solltet mal sehn wie es bei mir zuhause zugeht. :-))

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  • ~BlaueMauritius am 22.05.2019 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im nächsten Leben..

    möchte ich ein Bonobo-Männchen sein! ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tierreich am 23.05.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meno

    Da sind die bonobo noch human gegen die spezies mensch, wobei dir vor der endzeit und der einhergehende degeneration entschuldigt sind da sie es nicht mehr lange machen!

  • Feminist am 23.05.2019 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mami weiss wie man es macht.

    Wir wissen doch schon lange, dass Mütter die Besten sind.

  • SEEBI am 23.05.2019 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es war peinlich

    Vor kurzem war ich vor meiner Freundin bei Ihr Zuhause. Ich ging unter die Dusche und plötzlich stand ihre Mutter im Bad und schaute mir beim Duschen zu. Es war mir sehr peinlich, denn mein Freund regte sich sofort. Die Mutter war Jung und sehr hübsch und es kam wie es kommen musste. Es war mega schön.

    • Giacomo am 23.05.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      Verhüten

      SEEBI,Verhütung nicht vergessen.

    • Chris am 23.05.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher doch

      Dinge, die nie passiert sind

    • jo was? am 23.05.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chris

      genau so ist es!!!!

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  • Denker am 23.05.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    2 Welten

    Schimpansen sind näher am menschlichen Verhalten, jeder Evolutionsbiologe kann dies bestätigen. Bonobos sind näher am Idealbild der Gesellschaft aus Feministischer sicht. Jeder Genderaktivist kann das bestätigen. Was ist nun näher an der Realität, die Wissenschaft dank der wir z.B. hier schreiben können oder Feministen?

  • Mutti macht's dir am 23.05.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    National Geogr Affig

    Es gibt auch so Dokumentarfilme mit Menschen