Weiter ist besser

09. August 2018 12:21; Akt: 10.08.2018 10:11 Print

Boxershorts-Träger haben mehr Spermien

Es klappt nicht mit dem Kinderwunsch? Schuld könnten zu enge Unterhosen sein. Das zumindest legt eine Studie aus Harvard nahe.

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Geht es nach einer neuen Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health, machen diese Männer alles richtig: Wer Boxershorts trägt, hat mehr Spermien ... ... als Liebhaber enger Unterhosen. Im Vergleich zu Männern, die andere Unterhosen bevorzugten, hatten die Boxershort-Träger 17 Prozent mehr Spermien. Ausserdem gibt es weitere Wege, die männliche Zeugungsfähigkeit positiv zu beeinflussen: Männern, die eine Familie gründen wollen, sei geraten, regelmässig Nüsse zu essen. Wie spanische Forscher an der 34. Jahrestagung der European Society of Human Reproduction and Embryology berichteten, dürfen sich Männer, die täglich 60 Gramm Nüsse essen, über deutliche Verbesserungen bei der Anzahl, Vitalität, Motilität und Morphologie ihrer Spermien freuen. Eine weitere Studie hat ergeben, dass Männer mit Kinderwunsch vorsichtig mit der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen sein sollten. Generell gilt, dass Fortpflanzungsstörungen bei Männern in der westlichen Welt zunehmen. Das haben in den vergangenen Jahren gleich mehrere Studien gezeigt. Weitere spannende Fakten zum männlichen Geschlecht verraten wir Ihnen in den folgenden Bildern. Im männlichen Geschlechtsteil enden rund 4000 Nerven. Das erklärt, warum Vorhaut, Eichel und das Vorhautbändchen zu den wichtigsten erogenen Zonen eines Mannes zählen. Apropos Details: Von der Vorhaut über das Vorhautbändchen und den Hodensack bis zum Damm verläuft die Penisnaht (Raphe penis). Dabei handelt es sich um eine Verwachsungsnaht. Bis zur 7. Schwangerschaftswoche sind die Genitalien aller Embryos weiblich. In der 8. Woche beginnt im Körper von Embryos mit männlicher Anlage die Produktion von männlichen Hormonen. Die winzigen Schamlippen schliessen sich und formen sich zur Verwachsungslinie. Obwohl dieser Teil der Entwicklung bei allen Penissen gleich läuft, gibt es zwei Arten Penis: Der Blutpenis ist im schlaffen Zustand klein. Er wächst während der Erektion deutlich. Der Fleischpenis ist auch schlaff schon ziemlich gross und hat dem im erigierten Zustand meist nur wenig hinzuzufügen. (Bild: Penis-Festival in Kawasaki) Der längste dokumentierte Penis soll übrigens sage und schreibe 48,3 Zentimeter lang sein und dem Pornostar Long Dong Silver gehören. Allerdings gibt es Behauptungen, die imposante Länge verdanke er einer geschickten Bildmanipulation und einer täuschend echten Prothese. Laut dem amerikanischen Pionier der Sexualforschung, Alfred Kinsey, kann ein Mann übrigens innerhalb von drei Sekunden eine Erektion bekommen. Je nach Alter des Mannes wird sein Penis etwa elfmal pro Tag steif. Zusätzlich bekommt das männliche Geschlecht im Schlaf durchschnittlich fünf weitere Erektionen. Von einer Dauererektion (Priapismus) spricht man, wenn die Erektion länger als zwei Stunden anhält. Doch wünschen sollte man sie sich nicht. Denn die Angelegenheit ist ziemlich schmerzhaft. Priapismus ist immer ein Notfall. Deshalb muss ein Arzt spätestens sechs Stunden nach dem Beginn der Dauererektion die Behandlung einleiten, sonst stirbt Gewebe unwiderruflich ab. Beim Liebesakt mit Nadja Abd El Farrag soll sich Dieter Bohlen einst einen Penisbruch zugezogen haben. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine richtige Fraktur. Vielmehr wird das Einreissen der Penis-Schwellkörper als Penisbruch bezeichnet. Dies kann nur im erigierten Zustand passieren, etwa wenn er beim Sex zu ruckartig abgeknickt wird. Bei einem Penisbruch ist ein knackendes, peitschenartiges Geräusch zu hören. Danach setzt ein heftiger Schmerz ein, der Penis schwillt an und färbt sich blau. Viele Männer haben Komplexe wegen ihres vermeintlich zu kleinen Penis. Dabei ist der Riesenpenis nichts anderes als ein Riesenmythos. So haben 95 Prozent der Männer einen - im Ruhezustand - zwischen 7,5 und 15 Zentimeter langen Penis. Alles über 19 Zentimeter ist als Ausnahme zu betrachten. Nach Schätzungen haben weltweit nur 5000 Männer einen Penis, der erigiert länger als 30 Zentimeter ist. Noch bevor der Mann zum Höhepunkt kommt, tritt ein leicht klebriges und farbloses Sekret aus der Penisspitze: der Lusttropfen (Präejakulat), das männliche Pendant zum weiblichen Scheidensekret. Zusammen wirken beide wie ein natürliches Gleitmittel. Der Penis stösst das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Tempo ist wichtig, damit die Spermien mit möglichst viel Druck in die Vagina gelangen. Das steigert die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt. Laut Forschern produzieren Männer in ihrem Leben rund 50 Liter Sperma. Vorausgesetzt, sie ejakulieren von Jugend bis zum Rentenalter jeden zweiten Tag einmal. Für manche Männer ist nicht nur die Grösse ihres besten Stücks wichtig: Auch stark muss er sein. Den Titel als Mann mit dem stärksten Penis der Welt sicherte sich 1995 ein gewisser Mo Ka Wang aus Hongkong. Er stemmte 120 Kilogramm mit seinem Glied. Möglich war das nur dank jahrelangem Training. Wer sich bisher die Männlichkeit verletzte, hatte das Nachsehen. Doch nun ist es Forschern gelungen, im Labor ein Glied zu züchten, das wie ein normaler Penis funktioniert.

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Männer, die häufig Boxershorts tragen, haben mehr Spermien als solche mit enger sitzenden Unterhosen. Das fanden US-Forscher bei einer Studie mit mehr als 650 Männern heraus.

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Erstere hätten auch eine höhere Spermienkonzentration und einen höheren Anteil an schwimmenden Spermien, schreibt das Team um Lidia Mínguez-Alarcón von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston. Es machte die Ergebnisse in der Fachzeitschrift «Human Reproduction» publik.

Verringerte Spermienproduktion

Die Träger enger Unterwäsche hingegen zeigten in ihrem Blut eine vergleichsweise hohe Konzentration des sogenannten follikelstimulierenden Hormons (FSH), das die Spermienproduktion anregt. Das könnte eine Reaktion des Körpers auf die verringerte Spermienproduktion bei den Freunden enger Unterwäsche sein, nehmen die Forscher an.

Mínguez-Alarcón und ihre Kollegen untersuchten für die Studie mehr als 650 Männer von Paaren, die wegen eines unerfüllten Kinderwunsches eine Klinik aufsuchten, deren Spermienkonzentration sich aber dennoch im Normalbereich bewegte. Sie befragten die Männer, welche Art von Unterhose sie üblicherweise trugen, und analysierten typische Werte männlicher Fruchtbarkeit.

Jeder Zweite trug am liebsten Boxershorts

Etwa die Hälfte der Männer trug am liebsten Boxershorts. Im Vergleich zu Männern, die andere Unterhosen bevorzugten, hatten die Boxershort-Träger 17 Prozent mehr Spermien, 33 Prozent mehr schwimmende Spermien, eine höhere Spermienkonzentration und geringere Werte von FSH. Besonders gross sei der Konzentrationsunterschied zwischen Boxershort-Trägern und Männern mit recht eng anliegenden Unterhosen gewesen.

Mit der Studie ist es zwar nicht möglich, direkt zu beweisen, dass enge Unterhosen eine Ursache für eine geringere Spermienzahl sind. Die Autoren verweisen jedoch darauf, dass frühere Studien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen seien. Bei einer davon hätten zwei Probanden jeweils monatelang enge und ebenso lang weite Unterhosen getragen.

Umkehrschluss gilt nicht

«Die Studie gibt einen Hinweis darauf, wie Männer mit Fertilitätseinschränkungen vielleicht günstigen Einfluss auf ihre Fruchtbarkeit nehmen können», meint Sabine Kliesch, Chefärztin der Abteilung für Klinische und Operative Andrologie am Universitätsklinikum Münster, auf Anfrage. «Allerdings bewegen sich alle gemessenen Veränderungen im Normbereich. Man sollte diese Befunde also nicht überbewerten.» Vor allem weist Kliesch darauf hin: «Man darf ganz sicher nicht den Umkehrschluss machen, dass das Tragen von Nicht-Boxershorts zur Unfruchtbarkeit führt!»

Ähnlich äussert sich auch Florian Wagenlehner, Direktor der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie am Universitätsklinikum Giessen und Marburg: «Untersuchungen zeigen eine Abnahme der Spermienqualität bei Männern in der westlichen Welt über die letzten Jahrzehnte. Mögliche Ursachen sind die Ernährung, ein erhöhter Body Mass Index, aber auch eine erhöhte Temperatur des Hodensacks.» Die optimale Betriebstemperatur des Hodens liegt einige Grad unter der Körperkerntemperatur.

Nützlich für Beratungen

Viele dieser Einflussfaktoren, wie Gewicht und Alter der untersuchten Männer, ob sie jemals geraucht haben oder ihre Liebe zu heissen Bädern wurden in der Studie beachtet. Sie beeinflussen deren Aussage also nicht. Andere Faktoren wie etwa die Art der Überhosen, die die Männer am liebsten tragen, wurden aber nicht untersucht, etwa ob diese sehr eng sind.

Die Autoren verweisen auch darauf, dass sie Probanden aus Fruchtbarkeitskliniken ausgewählt hatten. «Diese Studie kann einen Hinweis geben, dass es in der Beratung dieser Männer sinnvoll ist, auf die Möglichkeit einer negativen Beeinflussung der Fruchtbarkeit durch zu enge Unterhosen hinzuweisen und gegebenenfalls weite Unterhosen zu empfehlen», so Wagenlehner.

(mlr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • n.udist am 09.08.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    lass ihn bammele

    Deshalb trage ich gar keine...

  • der Glöckner am 09.08.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    keep cool

    Das stimmt. Bevor Mann zum Urologen rennt, sollte er immer schön frische Luft um den Glockenstuhl haben, dann klappt's mit dem Kinderkriegen sicher besser.

    einklappen einklappen
  • Boxer am 09.08.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Das könnte stimmen

    Nachdem unser Kinderwunsch ausblieb, habe ich auf weite, luftige Boxershorts gewechselt. Das Treppenlaufen war zwar ungewohnt :-) aber mit den Kids hats dann geklappt!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • MadChengi am 15.08.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vermehrt euch bitte nicht

    Wer braucht schon Spermien, bei den modernen emanzipierten Frauen?!

  • MadChengi am 15.08.2018 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt's?

    Es vermehren sich leider vermehrt die Falschen zu Hauf auf diesem Planeten!

  • K. Inderlos am 13.08.2018 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter ist eben nicht besser

    Kinderlos ist besser. In jeder Hinsicht. Nur zu, tragt so enge Kleider wie möglich. Ansonsten gibt's noch die Alternative der Vasektomie. Sehr zu empfehlen. Denkt an die Umwelt. Kinder sind die grössten Umweltschädlinge.

  • Wonder-Mann am 13.08.2018 01:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wonder-Unterhose.

    Manche Frauen haben BHs (Wonderbra) an, die mehr Luft als Inhalt haben. Das könnte es doch auch für Männer geben: Die Wonder-Unterhosen, die sich nach aussen wölben. Erstens hat Willi mehr Platz und zweitens steigen die Chancen bei den Frauen (...).

  • Ex-Spermium am 13.08.2018 00:57 Report Diesen Beitrag melden

    1 Spermium reicht

    1 (ein) Spermium reicht vollkommen - man muss es halt hegen und pflegen, damit es die Eizelle gesund und munter erreicht.