Guillain-Barré-Syndrom

28. Januar 2019 16:42; Akt: 28.01.2019 16:42 Print

Britin (24) streichelt Katze und landet im Rollstuhl

Schock nach den Portugal-Ferien: Erst verlor Gemma Birch die Kontrolle über Darm und Blase, danach war sie gelähmt.

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Damit hätte sie nie gerechnet: Nachdem Gemma Birch in den Portugal-Ferien eine streunende Katze gestreichelt und gefüttert hatte, landete sie zunächst im Spital und ... ... dann für 14 Monate im Rollstuhl. Die heute 24-jährige Bloggerin hatte sich mit Bakterien der Gattung Campylobacter infiziert, was bei ihr das Guillain-Barré-Syndrom auslöste, eine Nervenkrankheit. Gemmas Ärzte vermuten, dass sie sich beim Streicheln und Liebkosten der Katze infiziert hat. Diese wiederum dürfte die Bakterien beim Streunen im Müll aufgegabelt haben. Die Campylobacter-Bakterien tauchen häufig in Zusammenhang mit rohem beziehungsweise nicht durchgebratenem Poulet auf. In der Schweiz werden sie meist in der Fondue-chinoise-Saison zum Thema, denn dann kommt das Poulet roh auf den Tisch. Doch es gibt auch andere Übertragungsarten, wie der Fall von Per Stubban und seinen Freunden zeigt. Nach seiner Teilnahme am Trans-Østerdalen-Mountainbike-Rennen in Norwegen plagten sie Fieber, heftige Magenschmerzen sowie heftiger Durchfall. Erst im Nachhinein zeigte sich, dass eine Gruppe von Schafen den Durchfallerreger zu den Sportlern gebracht hatte. Die Schafe hatten auf einer Strecke, die auch die Radler während des Rennens passierten, ... ... ihr Geschäft gemacht. Der Kot war wohl mit Campylobacter-Bakterien verunreinigt gewesen. Der darauffolgende Regen weichte den Kot auf. Als dann die Biker darüber fuhren, spritze nicht nur das Regenwasser nach oben, ... ... sondern auch mit Erregern verunreinigte Fäkalienrückstände. Das Gemisch traf Velo, Hände, Gesicht und Trinkflaschen der Sportler. «Wer dann aus den Flaschen getrunken hat, hat sich so die Keime eingefangen», so der Allgemeinmediziner Tor Halvor Björnstad-Tuveng.

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Wer Büsi mag, kann sich beim Anblick der Tiere nur schwer zurückhalten. So auch Gemma Birch (24) aus dem englischen Southport. Als der Bloggerin während ihrer Ferien in Albufeira (Portugal) eine Strassenkatze über den Weg läuft, freundet sie sich mit dieser an und lässt sie sogar in ihr Appartement.

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Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt: Ihre Tierliebe sollte ihr schon bald zum Verhängnis werden.

Infektion mit Poulet-Bakterien

Dass etwas nicht stimmt, zeigt sich am Abreisetag. Erst muss sich Gemma mehrmals übergeben, dann fällt sie während des Rückflugs in Ohnmacht. Zurück in Grossbritannien wird die junge Frau direkt ins Spital gebracht, wo die Ärzte in ihrem Stuhl Bakterien der Gattung Campylobacter nachweisen. Diese kennt man vor allem in Zusammenhang mit rohem Poulet.

Eine Woche muss Gemma bleiben, dann darf sie zurück nach Hause – nur um nach wenigen Tagen zurück ins Spital zu gehen. Denn mit einem Mal waren ihre Arme und Beine taub geworden. Auch ihren Stuhl kann sie nicht mehr kontrollieren.

Eine Diagnose und ein Verdacht

Die Ärzte untersuchen sie erneut und stellen schliesslich die Diagnose Guillain-Barré-Syndrom (GBS, siehe Box). Es folgen vier Monate Reha und insgesamt 14 Monate im Rollstuhl. Erst dann kann sie langsam wieder gehen. «Ich musste mich auf Krankenschwestern verlassen, die mich aufs WC brachten und mich wuschen. Ich konnte meine Arme und Hände nicht benutzen, weil sie so schwach waren», erinnert sich Gemma gegenüber Mirror.co.uk.

Die genauen Umstände, wie Gemma mit Campylobacter in Kontakt gekommen ist, sind unklar. Jedoch vermuten sie und die Ärzte, dass die Erreger von der Katze stammen könnten. Diese wiederum dürfte sie beim Stöbern in Mülltonnen aufgegabelt haben.

Darauf lässt unter anderem eine im «Canadian Medical Association Journal» veröffentlichte Studie schliessen. Demnach können Vierbeiner Parasiten, Pilze oder multiresistente Keime auf ihre Halter übertragen, etwa durch Bisse und Kratzer, aber auch wenn sich Menschen von Tieren übers Gesicht lecken lassen.

Auch wenn die Vorfälle schon einige Zeit zurück liegen – ganz gesund ist Gemma immer noch nicht: Bei jeder noch so kleinen Infektion, die im Anmarsch ist, kehren Taubheit und Schwächegefühl in die Extremitäten zurück.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jeanine am 28.01.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermutung

    Die Aerzte vermuten......? Zack und schon war die Katze schuld

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  • Doren am 28.01.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fieser campylerbacter

    einmal campylobacter und niiee wieder...das möchte ich nimanden wünschen. seither vermeide ich sogut wie es geht poulet!

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  • markus am 28.01.2019 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Prüfen vor Copy und Paste

    Schon mal überlegt, dass das was im Mirror steht, nur Scripted Reality ist?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ist es nicht absurd? am 03.02.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    das käme für mich nicht in Frage

    Ich staune immer wieder, wie Menschen mit Tieren schmusen. Der letzte Satz im Bericht lässt aufhorchen. Auch mit Wellensittichen etc. ist füttern in den Schnabel vom Mund nicht förderlich.

  • Avenarius am 02.02.2019 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pharmaabhängige

    Nach meinen Erfahrungen sind Ärzte massiv dümmer als Durchschnittsintelligente. Der Gott in Weiss ist neben dem Kreuz gestorben - schon lange.

  • Mich am 02.02.2019 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für

    Gibt's immer Grenzen zwischen Mensch und Tier..Tiere sind Freunde..mit Tieren kann gesprochen werden..Tiere Reklamieren nicht..und doch gibt's eine Higjenische Distanz!

  • Dä Jesus am 01.02.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Ding mit dem Leben

    Irgendwie möchte man gar nicht wissen, was es so alles gibt. Wie sagt man so schön, das gefährlichste was es gibt, ist das Leben selbst, noch nie ist jeman Lebend da raus gekommen.

  • Lucy am 01.02.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    GBS auch durch Impfungen möglich

    Eine Verwandte hat das GBS durch eine Grippe-Impfung bekommen (erwiesener Impfschaden!) und war monatelang an der Beatmungsmaschine und im Koma plus weiterer Komplikationen... Jetzt geht es ihr wieder besser, aber sie hat/ist IV