Junger Forscher

03. März 2019 15:41; Akt: 03.03.2019 15:41 Print

Bub gelingt Kernfusion im Kinderzimmer

Andere 12-Jährige gamen in ihrer Freizeit, nicht so Jackson Oswalt. Er beschäftigt sich lieber mit Kernreaktoren.

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Im Alter von zehn Jahren unterschied sich Jackson Oswalt aus Memphis im US-Bundesstaat Tennessee nicht gross von seinen Altersgenossen. Wie viele von ihnen spielte auch er Games, was das Zeug hielt. «Aber dann hatte ich eines Tages eine Eingebung», so der heute 14-Jährige auf Fusor.net.

Er habe realisiert, dass er in jedem Game der Beste sein könne, aber dass das am Ende nicht von Bedeutung sei. «Also konzentrierte ich mich fortan auf das, was Videospielen im echten Leben am nächsten kommt: Wissenschaft.»

14-Jähriger als Inspiration

Er konzentrierte sich fortan auf Physik-Videos – unter anderem auf die von Taylor Wilson, der 2008 mit 14 Jahren einen funktionierenden Reaktor gebaut hatte und damit der jüngste Mensch war, dem je eine Kernfusion gelungen ist. Der damals 12-jährige Jackson beschloss, ihm diesen Titel streitig zu machen, wie Fox News berichtet.

Mit der finanziellen Hilfe seiner Eltern, eisernem Willen und jeder Menge Bieterglück bei Ebay gelang es ihm, die für den Bau eines Kernreaktors benötigten Sachen zusammenzubekommen. Die Kosten beliefen sich auf etwa 8000 Dollar.

Damit Jackson bei seiner Arbeit, die nach eigenen Angaben auf dem Prinzip Probieren und Scheitern beruhte, unverletzt blieb, liess ihn sein Vater von Experten über die Gefahren aufklären. Schliesslich entsteht bei einer Kernfusion starke Strahlung. Auch die 50'000 Volt, die es braucht, um den Plasma-Kern zu erhitzen, sind nicht ohne.

Dann – am 19. Januar 2018 – war es so weit: Nach mehreren Fehlversuchen schaffte er es, Stunden vor seinem 13. Geburtstag, in seinem Kinderzimmer zwei Deuterium-Atome zu verschmelzen. Die Kernfusion war vollbracht.

Es ist offiziell

Inzwischen wurde die Leistung Jacksons von den beeindruckten Experten des Open Source Fusor Research Consortium bestätigt. Damit ist Jackson, der mittlerweile 14 Jahre alt ist, offiziell der jüngste Mensch, dem in den USA und wohl auch auf der Welt eine Kernfusion gelungen ist.

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher weltweit, die Energieerzeugung mithilfe der Kernfusion, wie sie in der Sonne stattfindet, zu revolutionieren. Doch noch ist es nicht gelungen, mehr Energie aus der Kernfusion herauszuholen, als es braucht, um eine solche Reaktion auszulösen. Vielleicht wird ja Jackson Oswalt eines Tages dieses Problem lösen. Zeit dafür hat er noch genug.

(fee/jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spirig am 03.03.2019 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur so gehts vorwärts

    Es sind nur solche Menschen welche die Welt und deren Menschheit weiterführen....Alle anderen halten sie auf.....

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  • nick b. am 03.03.2019 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toll

    gratuliere ihm, toll, weiter so.

  • manu am 03.03.2019 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tony

    Bin gespannt, wann dieser Junge seinen ersten Ironman-anzug baut

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mary J am 06.03.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sheldon 2.0

    Solche Menschen muss man unbedingt fördern, sie sind die Zukunft der Welt!! Von diesem Jungen dürfen wir noch einiges zu hören und sehen bekommen....

  • Mark am 04.03.2019 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so!

    Ein Hoch auf die talentierten Wissenschaftler welche unsere Welt verbessern wollen.

  • Röbi am 04.03.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Sheldon

    Big Bang Theorie lässt grüssen. Ein neuer Sheldon ist geboren. :-)

  • Boris am 04.03.2019 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Probematisch

    Mich wundert es das man so etwas Zuhause als Laie einfach machen darf. Das kann ganz schön gefährlich werden und wenn dann die Leute das Gefühl haben das seie so einfach, dann kommen auch die Terroristen auch auf den Plan.

    • Dave H am 04.03.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Wo ist das Problem?

      Kein Problem. Es werden unter relativ hohem Energieeinsatz geringste Mengen von Deuterium verschmolzen, die entstehende Strahlung ist auf Grund der kleinsten Mengen praktisch vernachlässigbar und der Reaktion muss mehr Energie zugeführt werden als rauskommt (d.h. Explosion ausgeschlossen). Wäre gut, wenn sich alle Terroristen weltweit mit solch harmlosen Experimenten befassen würden, dann hätten sie nämlich keine Zeit, um Schaden anzurichten :-)

    • Boris am 04.03.2019 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      Was als nächstes ein mini Atomreaktor ?

      Theoretisch kann aber eine Kernfusion viel mehr Energie freisetzen als eine Kernspaltung, darum sollten solche Technologien nicht einfach im Kinderzimmer ausprobiert werden und das ganze so verharmlost werden das die Leute das Gefühl haben das seie völlig ungefährlich.

    • Mike am 04.03.2019 21:02 Report Diesen Beitrag melden

      Mike

      Tja Boris...und die Erde ist eine Scheibe...ich weiss nicht, ob Du den Wink verstehst; Aber wenn nicht, auch nicht so schlimm

    • MaryJ am 06.03.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Boris

      Vermutlich wird es sogar so sein dass der Junge irgendwann mal mit einem Tokamak arbeitet und dort grosse Forschungsresultate erreicht!!

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  • Reini am 04.03.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Wie wäre es, wenn ihr euch informieren würdet bevor ihr so einen stuss rauslässt (nicht alle, aber viele)