25. Oktober 2007 18:30; Akt: 25.10.2007 18:31 Print

Buch über Tempelritter: Nur 799 Exemplare

Der Vatikan hat ein neues Werk über die Tempelritter präsentiert. Des Buch könnte Forschern in aller Welt neue Erkenntnisse über den legendären Orden bringen. Allerdings ist das Werk nicht billig: Wegen der Mini-Auflage kostet ein Exemplar 10 000 Franken.

Fehler gesehen?

Das Buch mit dem Titel «Processus contra Templarios», das in der Reihe «Esemplaria Praetiosa» des vatikanischen Geheimarchivs erscheint, enthält sowohl Reproduktionen der Prozessakten gegen die Templer als auch das brisante, vor sechs Jahren wiederentdeckte Dokument «Pergament von Chinon».

Darin wird deutlich, dass der Papst die vom französischen König Philipp IV. eingekerkerten höchsten Würdenträger des Ordens 1308 selbst befragte und ihnen aufgrund ihrer Busse und der Beteuerung, keine Ketzer zu sein, später die Absolution erteilte.

Knapp 10 000 Franken teuer

Das in edlem Leder gebundene Werk erscheint in einer Auflage von nur 799 Stück und kostet pro Exemplar 5900 Euro, umgerechnet knapp 10 000 Franken. An der Veröffentlichung und Vorbereitung waren rund 50 Experten beteiligt. Bereits im Vorfeld hatte das Dokument weltweites Interesse erzeugt.

Der Templerorden war um 1118 durch Hugo von Payens, Gottfried von St. Omer und sieben weiteren Rittern aus Frankreich gegründet worden, um die Strassen des Heiligen Landes für die christlichen Reisenden zu sichern und die Heiligen Stätten zu verteidigen.

Ihre Zentrale lag zunächst in den Ruinen des Tempels von König Solomon auf dem Tempelberg, woher der Name des Ordens rührt. Mit der Zeit wurden die Tempelritter, deren Erkennungszeichen ein weisser Umhang mit einem roten Kreuz war, zum mächtigsten und reichsten Orden der christlichen Welt. Erst durch Philipp den Schönen und die Inquisition nahte das Ende.

Freitag der 13.

Am Freitag, der 13. im Jahre 1307 drangen in ganz Frankreich die Soldaten des Königs in die Unterkünfte des Tempelritterordens ein, und es begann eine beispiellose Verhaftungswelle. Darauf geht bis heute der Aberglaube zurück, Freitag der 13. sei ein Unglückstag.

Viele Mitglieder landeten im Kerker oder kamen unter der Folter zu Tode. Als letzter Grossmeister der Templer wurde im März 1314 Jacques de Molay in Paris verbrannt. Einer Legende zufolge soll er auf dem Weg zum Scheiterhaufen sowohl den König als auch den Papst mit einem Fluch belegt haben. Beide starben innerhalb eines Jahres.

(sda)