Exotisches Teilchen

15. Juli 2015 10:47; Akt: 15.07.2015 10:48 Print

Cern-Forscher stossen auf Pentaquark

Physiker am Kernforschungszentrum Cern haben die Existenz des sogenannten Pentaquark-Teilchens nachgewiesen. Rund 50 Jahre hatte man danach gesucht.

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Mithilfe des LHCb-Experiments am Large Hadron Collider (LHC) haben Forscher des Kernforschungszentrums Cern sogenannte Pentaquark-Teilchen nachgewiesen. Diese waren erstmals 1964 vom US-Physiker Murray Gell-Mann beschrieben worden, konnten aber bis jetzt nicht zuverlässig bewiesen werden, wie das Cern mitteilt.

Es besteht aus vier Quarks und einem Antiquark. Diese haben nichts mit Milchprodukten zu tun, sondern sind die Bestandteile von Baryonen, zu denen auch die Wasserstoffkerne, die Protonen sowie die Neutronen gehören.

Neue Möglichkeiten

Das Pentaquark ist laut LHC-Sprecher Guy Wilkinson nicht einfach irgendein Teilchen: «Es stellt eine Möglichkeit dar, Quarks – also die fundamentalen Bestandteile von Protonen und Neutronen – in einem Muster zu vereinigen, das trotz 50-jähriger experimenteller Suche noch nie beobachtet wurde.» Protonen und Neutronen sind positiv und neutral geladene Bestandteile der meisten Atome.

Das Verständnis der Struktur von Materie wurde revolutioniert, als der US-Physiker Murray Gell-Mann 1964 die Teilchenkategorie der Baryonen vorschlug. Diese bestünden aus drei geladenen Objekten namens Quarks. Eine andere Kategorie, die Mesonen, bestehe aus Quark-Antiquark-Paaren.

Grosse Pläne

Dieses Modell lässt auch Raum für weitere sogenannte «exotische» Quark-Zusammensetzungen wie das Pentaquark. In den riesigen und präzisen Datenmengen des LHC konnten die Cern-Forscher nun Signale orten, die sich ihnen zufolge nur als Pentaquark-Zustände erklären lassen. Sie veröffentlichen die Resultate demnächst in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Als Nächstes wollen die Forscher aufklären, wie die Quarks in den Pentaquarks aneinander gebunden sind – ob stark gebunden oder lose in einer Art Molekülverband. Dazu werden die Forscher die Daten des unlängst begonnenen zweiten Durchlaufs des LHC nutzen, bei dem Teilchen mit der bisher noch nie in einem Beschleuniger erreichten Energie von 13 Teraelektronenvolt aufeinanderprallen.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. M. am 15.07.2015 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm...

    ".. dies hat nichts mit Milchprodukten zu tun". Dieser Satz hat aber mit der Infantilisierung der Leser zu tun. Der Hammer im Ohr oder im Piano hat nichts mit dem Hammer als Werkzeug zu tun. Die Assozierung von Milchprodukten und Kernphysik(hat nichts mit dem Kern der Kirsche zu tun), um alle indirekt als debil zu bezeichen ist schon ein Wagnis.

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  • marc am 15.07.2015 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zoom zooom

    nun eine erklährung in der erklährung von protonen und neutronen. bei dem experiment hat man rausgefunden das der aufbau von p und n nur die oberste fassade ist.... das ist wie wenn mann ein universum sieht; auf den ersten blick ist es nur ein punkt, den wir wahrnehmen.zoomt man näher entsteht aus einen punkt viele punkte.... sonnen,planeten,systeme usw.... zoomt man noch näher wirds richtig lustig.....nach dem motto; oo schau der planet hat leben;). unsere wahrnehmung bassiert eigentlich auf nichts, ausser auf dem aufgebaut was wir meinen und das widerum ist viel und doch nichts ;). vieleicht entdecken wir uns selber im pentaquark..... ein universum in einen ATOM..... TÖHNT SCHRÄG, KÖNNTE ABER SEIN ;)

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  • Benno am 15.07.2015 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Cern

    Bin mal eher gespannt, ob die endlich mal SUSY finden bei Cern. Wuerde es gerne erleben. Es ist nicht wirklich eine Ueberraschung Pentaquarks zu finden, da ihre Existenz theoretischerweise vermutet wurde. Es war einfach schwer, es nachzuweisen. Mal schauen ob sie den LHC bald noch groesser machen - und ja, das wird teuer aber ist es wert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • solid snake am 15.07.2015 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    strange

    das kahm mir auch schon so in den gedanken... nach ein paar bierchen habe ich so eine disskussion mit einem kollegen 2 stunden lang geführt...

  • Anna Nass am 15.07.2015 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kenn ich

    Mach ich auch ab und zu auch, mit Gachwellti ist lecker.

  • Vincenzo Parilla am 15.07.2015 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Bild

    Im zweiten Bild ist das Atlas Experiment abgebildet, nicht das spezialiertere LHCb Experiment. Das ist vergleichbar wie wenn in einem Artikel über Madonna ein Bild von Amy Whitehouse zu sehen wäre...

  • Säschu am 15.07.2015 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieber k.m

    Ein bisschen Humor muss sein. Wenn man das nicht verträgt sind bunt illustrierte locker Kommentierte vielleicht nichts für Sie...

  • Päde am 15.07.2015 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alles pentaquark oder nicht

    Na ja, ich frage mich, ob das tatsächlich nichts mit dem Quark zu tun hat den wir essen. Es stellt sich nämlich die Frage ob wir tatsächlich keine pentaquarks Essen? Soviel zur Aussage des Schreibers.