Würzig

02. November 2017 12:30; Akt: 02.11.2017 12:30 Print

Chilis lassen das Essen salziger schmecken

Zu viel Salz schadet der Gesundheit, trotzdem mag niemand fades Essen. Doch es gibt einen Ausweg aus dem Dilemma.

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Was Chilis im Mund anrichten, weiss Community-Redaktor Alpi nur zu gut. Schliesslich hat er sich im Dezember 2016 mit einem 20-Minuten-Leser Dass das für Chilis typische Brennen in Mund und Rachen die Geschmacksknospen sensibler macht, wusste er da noch nicht. Auch nicht, dass dadurch die Wahrnehmung von Salz im Essen so stark zunimmt, dass man das Salzen des Essens zurückfahren kann. Doch genau das haben nun chinesische Forscher nachgewiesen: Im Fachjournal «Hypertension» berichten sie, dass Menschen, die regelmässig Scharfes essen, täglich im Schnitt 2,5 Gramm weniger Salz zu sich nehmen als jene, die es weniger pikant mögen. Das Weniger an Salz schlug sich auch in einer ... ... besseren Gesundheit wieder, wie die Studie ebenfalls zeigte. So hatten die Chili-Liebhaber einen durchweg niedrigeren Blutdruck. Ebenso wahrscheinlich ist, dass auch das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Nierenprobleme dadurch abnimmt – alles Folgen eines zu hohen Salz-Konsums. Nicht an der Studie beteiligte Experten wie Richard Wainford von der Boston University School of Medicine begrüssen die neuen Erkenntnisse. Sie zeigten, dass man die Salzzufuhr auch ohne Geschmackseinbussen reduzieren kann. Wer nun von Salz auf Chilis umsteigen möchte, sollte sich allerdings vorher über die Schärfe von Chilis informieren. Denn sollte er eine Dragon's Breath probieren, könnte das Inferno im Mund Überhand nehmen. Mit ihren 2,48 Millionen Scoville-Einheiten gilt sie seit April 2017 als schärfste Chili der Welt. Weniger gefährlich sind , deren Schärfe auf der Scoville-Skala zwischen 100 und 500 liegt, ... ... und , die etwa 3500 Scoville haben, ... ... und damit genauso scharf wie sind. Auch sind im Vergleich zu Dragon's Breath fast harmlos. Sie bringen es auf 100'000 bis 350'000 Scoville. Allerdings ist auch diese Schärfe nicht jedermanns Geschmack. Einen Bogen sollte man auch um die machen. Mit ihren 1'001'304 Scoville galt sie von 2006 bis 2012 als stärkste Chili der Welt. Die löste sie an der Spitze ab. Sie wurde 2012 vom Chile Pepper Institute der New Mexico State University zur schärfsten Chili-Sorte der Welt erklärt. Ihre durchschnittliche Schärfe liegt bei mehr als 1,2 Millionen Einheiten auf der Scoville-Skala. Ihre Früchte erreichen sogar 2 Millionen. Von Ende 2013 bis April 2014 galt die Züchtung offiziell als Allerschärfste. Der damals gemessene Spitzenwert lag bei über 2,2 Millionen Scoville, der Durchschnittswert lag bei 1'569'300 Scoville-Einheiten.

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Je nach Sorte können Chilis in Mund und Rachen ein ziemliches Feuer auslösen. Den Konsumenten beschleicht in solchen Momenten das Gefühl, das Brennen könnte alles im Hals zerstören.

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Doch das für die Schärfe verantwortliche Capsaicin bewirkt genau das Gegenteil: Es macht die Geschmacksknospen sensibler und verstärkt so die Wahrnehmung von Salzigem – und das so stark, dass man das Salzen des Essens deutlich zurückfahren kann, wie Forscher der militärisch-medizinischen Daping-Universität im chinesischen Chongqing herausgefunden haben.

Scharf essen zahlt sich aus

Das Team um den Kardiologen Zhiming Zhu befragte für seine im Fachjournal «Hypertension» veröffentlichte Studie 600 Chinesen zu ihren Ernährungsgewohnheiten und untersuchte sie anschliessend.

Dabei zeigte sich ein bemerkenswerter Zusammenhang: Wer regelmässig viel Scharfes ass, konsumierte deutlich weniger Salz als diejenigen, die um pikante Speisen einen grossen Bogen machen. Im Schnitt lag die Differenz bei 2,5 Gramm pro Tag (siehe Box).

Gehirn beweist es

Das Weniger an Salz schlug sich auch in einer besseren Gesundheit wieder, wie die Studie zeigte. So hatten die Chili-Liebhaber einen durchweg niedrigeren Blutdruck.

Die Erkenntnisse wurden durch Gehirnscans weiter bestätigt: Sie zeigten, dass beim Essen eines scharfen Mahls das gleiche Areal im Gehirn aktiviert wurde wie während des Salz-Konsums.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Remo am 02.11.2017 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Salz ist gefährlich

    Ich habe lange sehr Salzarm gelebt.. naja bis ich gesundheitliche probleme wegen Salzmangel bekommen habe.. Täglich mindestens 1,4 Gramm Salz braucht ein Erwachsener, sonst drohen Mangelerscheinungen.

  • Paul König am 02.11.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    einfach weniger Salzig essen

    Man kann auch einfach regelmässig mit weniger Salz kochen. Der Geschmackssinn passt sich dem Essverhalten an.

  • Mägelicious am 02.11.2017 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Erkenntnis!

    Jeder der regelmässig selber kocht, weiss das Schärfe bis zu einem gewissen Grad die meisten Gewürze verstärkt. Daraus resultiert auch, dass weniger Salz benötigt wird, da Salz ebenfalls den Geschmack von Gewürzen verstärkt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 03.11.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Chili extra hot

    Gekauft beim Asiaten. Die Dose ist so wichtig, dass sie keinen Platz im Gewürz Schrank hat.

  • Passiflora incarnata am 03.11.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Salz, kostbares Gut

    Salz wird seit altersher als kostbares Gut gehandelt. Daher wird es bei mir auch aus gesundheitlichen Gründen eher sparsam eingesetzt. Während meiner 2 Schwanger-schaften musste ich fast salzfrei leben. Es war nicht lustig.. Ich bekomme nach Restaurantbesuchen jeweils schrecklichen Durst. Und Meersalz ist stärker als unser Kochsalz. Unlängst konnte ich am Meer auf einer kleinen griechischen Insel selbst verkosten, ein Erlebnis besonderer Art.

  • Stefan am 03.11.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Lösung

    Ich habe aufgrund Ausdauersport eher das Problem, dass ich zuwenig Salz esse. Mehr Bewegung hilft ebenfalls, dass das Essen lecker schmeckt.

  • Tim Kölliker am 03.11.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtiges Maas

    Man kan auf Salz ganz verzichten wenn, genügend Chilli drin ist.

  • Dr. Pepper am 02.11.2017 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    nicht ganz wahr

    Die Dragons Breath hat KEINEN Guiness Buch Eintrag, darum gilt sie nicht als offiziell schärfste Chili. Und das sie keinen Eintrag hat, ist auch fraglich ob sie wirklich so scharf ist. P.S. Habe selber Trinidad Scorpios und Carolina Reaper auf dem Balkon.