Legendäre Inkastadt

27. September 2019 19:27; Akt: 27.09.2019 19:27 Print

Rätsel um Machu Picchu endlich gelöst?

Bisher war unklar, warum die Inka die Stadt Machu Picchu an einem so schwer zugänglichen Ort errichteten. Nun gibt es eine Antwort.

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Laut neusten Erkenntnissen errichteten die Inka Machu Picchu dort, wo sich geologische Störungszonen kreuzen. Der Grund: Das dortige Gestein war gut zu verarbeiten. Auch der Bau unterirdischer Bewässerungssyteme, von denen es in der Ruinenstadt zahlreiche gibt, sei dadurch möglich gewesen. Was man auf dem Weg hinauf in luftige Höhen erlebt, haben Gabriella und Sandro von Vanabundos ausprobiert. Sie haben Der steile Weg hoch zum Humantay-See hilft beim Akklimatisieren am ersten Tag. Ganz oben auf dem Weg zum Salkantay-Pass liegt Schnee, als wir im Juli dort sind. Zum Glück hat sich auch die Sonne oft gezeigt. Geschafft! Aber das war nur der erste Teil des Tages. Nun müssen wir noch 1500 Höhenmeter absteigen. So stellt man sich den Himalaya vor. Dabei machen wir einen Umweg zu diesem kleinen See. Er hat keinen Namen, da er vor wenigen Jahren noch nicht einmal existierte. Er ist der Beweis dafür, wie die Gletscher hier oben abschmelzen. Wanderstöcke waren absolut notwendig für unsere armen Knie. Die Weiten hier oben sind unglaublich. Wer mit Touranbietern wandert, muss sein Gepäck normalerweise nicht selber tragen. Das machen diese amigos hier. Und schwupps, auf dem Abstieg wird es auf einmal grün, dicht und feucht. Wir kommen durch verschiedene kleine Siedlungen. Auf der Kaffeefarm zeigt uns die lokale Familie, wie sie ihre Bohnen gar von Hand röstet. So wird Kaffee in Peru getrunken - mit einer Filtervorrichtung. Heraus kommt eine Art Kaffee-Essenz, die man je nach Gusto mit heissem Wasser verdünnt. Sehr lecker! Die Aussicht über das Kaffeetal am dritten Tag. Hinter dem Pass wartete Regen auf uns. Dafür aber auch der Machu Picchu auf der anderen Seite, gekrönt von einem Regenbogen. Schwierig zu fassen, dass wir am nächsten Tag endlich dort drüben sein werden - und dass gerade Hunderte von Menschen dort herumspazieren. Was für ein Morgen im Bett, mit dem Blick auf Machu Picchu. Aber vorher geht es noch einmal durch den Dschungel. Den Fluss entlang zur Hidroeléctrica. Viele Machu-Picchu-Besucher gehen von Hidroeléctrica (der «Ort» heisst so wegen des Wasserkraftwerks nebenan – in der Tat ist es ein Getümmel aus Parkplätzen und Verpflegungsständen) aus entlang der Zugschienen hoch nach Aguas Calientes. Dss dauert etwa zwei Stunden. Auch nicht ganz ungefährlich. Und am nächsten Tag dann das. Natürlich wird man den Menschen dort oben nicht entgehen können. Aber es gibt genügend Aussichtspunkte, wo man lange sitzen und die Aussicht geniessen kann. Wir sassen an diesem Punkt fast drei Stunden. Nachdem wir eine Runde mit einer Guide gemacht hatten, deren Gruppe wir uns spontan angeschlossen hatten, gingen wir alleine auf Erkundungstour. Die Lamas, die dort oben wohnen, gehören der peruanischen Regierung. Sie machen sich gut auf Fotos und fressen gleichzeitig das Gras. Lama-Babys <3 Und so blieben wir oben, bis die Sonne unterging. Das Gelände ist gross, es gibt einiges zu sehen! Zum Schluss noch den obligaten Stempel in den Pass. Und natürlich all die Stufen zurück nach Aguas Calientes.

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Wer die Inkastadt Machu Picchu in Peru erreichen will, muss gut zu Fuss sein. Stattliche 44 Kilometer sind es etwa von der Andenstadt Cusco aus bis in 2000 Meter Höhe. Es werden rund drei Tage zur Akklimatisierung empfohlen.

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Früher, zu Hochzeiten der Stadt, dürfte der Aufstieg nicht weniger beschwerlich gewesen sein. Warum also haben die Inka die Tempel und Häuser im 15. Jahrhundert genau dort errichtet? Diese Frage stand lange im Raum. Am Jahrestreffen der Geological Society of America in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona wurde nun eine Antwort darauf gegeben.

Beachtliches Wissen

Forscher um Rualdo Menegat von der brasilianischen Universität Rio Grande do Sul und seine Kollegen kommen nach Felduntersuchungen und satellitengestützter Fernaufklärung zu dem Schluss, dass die Baufreude an genau diesem Ort ganz pragmatische Gründe hatte, die auf ein beachtliches Wissen der Inka schliessen lassen.

So erkannten die Wissenschaftler, dass der Boden um Machu Picchu von unzähligen kleinen und grossen geologischen Störungen durchzogen ist. Diese würden im Wesentlichen von Nordosten nach Südwesten sowie von Nordwesten nach Südosten verlaufen, erklärte Menegat in seinem Vortrag. Und genau unter Machu Picchu würden sie sich überkreuzen. Sämtliche Bauten seien entlang des Störungsverlaufs angelegt.

Der Grund dafür dürfte die Beschaffenheit des Gesteins sein. Nur an den Störungen war der Boden weich genug, um ohne übertriebenen Aufwand be- und verarbeitet zu werden. Zudem hätte der Untergrund den Bau der unterirdischen Bewässerungssysteme erleichtert.

Clevere Baumeister

Die Forscher folgern daraus, dass die Inka ihre Städte absichtlich an geologischen Verwerfungen errichteten. Denn auch andere Inkasiedlungen wie Ollantaytambo, Pisac und Cusco weisen dieses Muster auf.

Mit ihrem cleveren Vorgehen standen die Inka offenbar nicht alleine da. Im Jahr 2017 berichteten Geologen im Fachjournal «Proceedings of the Geologists' Association», dass sich im antiken Griechenland und in Kleinasien ebenfalls viele Tempel an geologischen Störungszonen befinden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico am 27.09.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Störung?

    Was ist mit einer geologischen Störung gemeint?

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  • Herr Max Bünzli bei den Alien Area51 am 27.09.2019 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    Rätsel um Machu Picchu wird nie gelöst!

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  • Zoe Hüppi am 27.09.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Erkenntnis fürs Leben

    Dort wo sich Störungen addieren, dort wurde gebaut. Geile Erkenntnis, und das Beste ist, dies gilt auch heute noch...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • der das isst am 07.10.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Geomantie

    Sie mussten von der Inquisition entkommen deshalb flüchteten Sie an unerreichbare Orte... die Küstennahe Orte wurden Platt gemacht..... Das andere ist das man auf Störung nicht Wohnen soll, deshalb haben Sie um diese Zonen herum gebaut. Die Störzonen wurde meist als Kultplätze verwendet, schläft man z.B. an diesem Platz erhalten viele Alpträume

  • Franz Stübi am 02.10.2019 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Spekulationen über Spekulationen

    Jetzt wissen wir also genau gleich viel wie vorher. Egal welche Linien, Verwerfungen oder was auch immer dort von Westen nach Osten oder von Osten nach Westen verlaufen, bewiesen weshalb die Inkas dort gebaut haben wo sie gebaut haben, wird mit solchen Annahmen trotzdem nichts. Also einfach eine Spekulation mehr.......

  • Christian Duerig am 02.10.2019 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SELBSTTÄUSCHUNG

    Projiziere keine Geheimnisse. Es gibt sie nämlich nicht. Öffne die Augen, und du erkennst die Lügen ! Stolpere nicht mehr über deinen Schatten und beginne, wissenschaftlich zu denken.

  • Hmmm am 30.09.2019 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Rätsel hätte ich noch.

    Warum sind (quer durch viele alte Zivilisationen) die Ältesten Steine die grössten, schwersten und am präzisesten verarbeitet, während es danach immer "billiger" wird? Man sollte doch annehmen, man fängt als Laie an und wird danach immer besser...bis zur Perfektion. Wieso ist das umgekehrt?

    • ohman am 30.09.2019 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      ernsthaft?

      das rätsel ist zu einfach. weil jeder klein anfängt zu lernen.

    • Jörg Frei am 30.09.2019 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hmmm

      ganz einfach diese fragen sind unerwünscht bei den standart archeologen.

    • Peter Zyler am 01.10.2019 17:40 Report Diesen Beitrag melden

      In Einklang mit Alltäglichem

      In der Wirtschaft funktioniert es eben umgekehrt. Irgendeiner hat eine gute Idee und liefert perfekte Produkte. Dann kommen die Billiganbieter und die Qualität sinkt.

    • Ergibt Sinn am 01.10.2019 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Zyler

      Ah so... also wäre dann der Megalitenbau des Altertums quasi ähnlich wie die Entwicklung des "gesunden Menschenverstandes" in der Neuzeit? Einer hatte mal die Idee "lasst uns doch vernünftig werden". Und um dies kostengünstig und global durchzuziehen, wurde gespart und gepfuscht und jetzt herrscht die Unvernunft?

    einklappen einklappen
  • Reni am 30.09.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    In 2000 Jahren wird man über den Flughafen in Peking denken, wie konnten man dies in 3 Jahren Bauen mit dieser Technologie? Oder wieso braucht man so lange dazu?