Neue Studie

19. Juni 2019 04:49; Akt: 19.06.2019 07:20 Print

Darum schaut Sie Ihr Hund so herzig an

Wenn Hunde betteln oder unsicher sind, schauen sie einen oft mit weit offenen Augen an. Nun ist klar: Der Mensch hat ihnen dies erst ermöglicht.

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Augenbrauen heben und am besten dazu noch den Kopf schieflegen – zumindest Hundefreunde können diesem Blick einfach nicht widerstehen. Die Tiere nutzen diese Mimik, um mit dem Menschen zu kommunizieren.

Nun haben Forscher der Universität Portsmouth herausgefunden, dass der Hund diese Fähigkeit erst im Laufe seiner Domestizierung entwickelt hat – vermutlich, weil der Hundeblick bei uns Menschen einfach wirkt. Die Forscher verglichen für ihre Studie unter anderem die Gesichtsmuskulatur von vier Wölfen mit der von sechs Hunden.

«Das Gesicht des Tieres wirkt kindlicher»

Dabei fanden sie heraus, dass diese zwar weitgehend gleich ist, sich aber im Bereich der Augen deutlich unterscheidet. Der Muskel etwa, der die innere Augenbraue hebt, war bei den Hunden standardmässig vorhanden, bei den Wölfen fanden sich dort bloss spärliche Muskelfasern und Bindegewebe. Das Anheben der inneren Augenbraue lasse die Augen des Hundes grösser erscheinen. Das Gesicht des Tieres wirke so kindlicher.

Ausserdem ähnele der Blick dem eines traurigen Menschen –das könnte beim Menschen einen Betreuungsreflex auslösen.
Die Forscher nehmen an, dass der Selektionsdruck die Gesichtsmuskulatur der Hunde verändert hat: Vermutlich hätten Menschen bewusst oder unbewusst Hunde bevorzugt, die die Brauenbewegung beherrschten, und sich mehr um diese gekümmert. Nach und nach habe sich das Merkmal dann manifestiert.

(sda)