Energie-Effizienz

19. Juli 2014 10:18; Akt: 19.07.2014 10:18 Print

Darum schwingen wir beim Rennen die Arme

Beim schnellen Laufen bewegt der Mensch automatisch die Arme. Das dient dem Gleichgewicht – und dem Energiehaushalt.

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Wer beim Joggen die Arme nicht bewegt, verbraucht mehr Energie. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Es ist die natürlichste Sache der Welt: Wenn wir rennen, schwingen wir die Arme ohne nachzudenken vor und zurück. Das tun wir, um die Bewegung der Beine durch eine Gegenbewegung auszugleichen und im Gleichgewicht zu bleiben. So viel war der Wissenschaft bekannt. Unklar war, ob man damit Energie verbraucht oder spart.

Ein Team um den Biomechaniker Christopher Arellano von der Brown Universität im US-Bundesstaat Rhode Island wollte es genauer wissen und bestellte 13 regelmässige Jogger aufs Laufband. Zuerst mussten die Probanden normal rennen. Dabei massen die Forscher die Frequenz, mit der sie Sauerstoff ein- und Kohlendioxid ausatmeten. Anschliessend mussten die Teilnehmer auf drei verschiedene Arten rennen: einmal mit den Armen hinter dem Rücken, dann mit den Armen vor der Brust verschränkt und schliesslich mit den Händen auf dem Kopf.

Energie-Einsparung

Es zeigte sich, dass das Rennen mit schwingenden Armen 3 Prozent weniger Energie verbraucht als mit den Armen hinter dem Rücken. 9 Prozent war die Ersparnis gegenüber den verschränkten Armen und 13 Prozent gegenüber den Händen auf dem Kopf, wie die Forscher im «Journal of Experimental Biology» schreiben.

Die Wissenschaftler erklärten, das Bewegen der Arme verbrauche zwar auch Energie, noch mehr Energie brauche es aber, wenn man sie stillhalte. Denn das Schwingen der Arme reduziere die Bewegung des Oberkörpers. Dieser macht 40 bis 50 Prozent des Körpergewichts aus, beide Arme dagegen lediglich 10 Prozent.

Dieses Wissen sollte man nun aber nicht anwenden, um mehr Kalorien zu verbrennen, warnen die Forscher. «Wenn man das Schwingen der Arme einschränkt, verbiegt und dreht sich die Wirbelsäule zur Kompensation», erklärte Rodger Kram von der Universität Colorado in Boulder dem Wissenschaftsportal Live Science. «Längerfristig wäre das sehr schlecht für das Rückgrat.» Und Aranello fügte an: «Wollen Sie ein bisschen mehr Kalorien verbrennen, sollten Sie länger rennen.»

(jcg)