Flavonoide

20. August 2019 21:48; Akt: 20.08.2019 21:48 Print

Tee und Äpfel wirken bei Rauchern Wunder

Obst und Gemüse können die Gesundheit fördern. Nun zeigt eine Studie, dass davon vor allem jene Menschen profitieren, die besonders gefährdet sind.

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Laut einer Studie von australischen und dänischen Forschern lohnt es sich für jeden Menschen, regelmässig Lebensmittel mit einem hohen Anteil an sogenannten Flavonoiden (sekundären Pflanzenstoffen) zu konsumieren. Demnach sterben Menschen, die oft Flavonoide zu sich nehmen, weniger wahrscheinlich an Krebs oder Herzerkrankungen Am stärksten profitieren offenbar jene Menschen, die rauchen und trinken und damit ein höheres Risiko für diese lebensbedrohlichen Erkrankungen haben. Um in den Genuss der Vorteile der Flavonoide zu kommen, müsste man davon lediglich 500 Milligramm pro Tag zu sich nehmen. Das entspricht laut den Forschern um Nicola Bondonno einer Tasse Tee, ... ... einem Apfel, ... ... einer Orange, ... ...100 Gramm Blaubeeren und ... ... 100 Gramm Broccoli. Was häufig vergessen wird: Rauchen setzt nicht nur der Lunge massiv zu, sondern führt auch zu Veränderungen in anderen Organen. Das zeigte die Studie eines anderen Forscherteams. Es hatte im Erbgut von mehr als 5000 Tumoren verschiedener Arten nach Mutationen gesucht. Dabei zeigte sich, ... ... dass, je mehr Zigaretten ein Krebspatient geraucht hatte, desto mehr Mutationen in seinem Tumor ausgemacht werden konnten. Besonders extrem war der Effekt bei Lungenkrebs: Wer täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, sorgt allein in einer Lungenzelle für durchschnittlich 150 Mutationen pro Jahr. (Im Bild: Die Luftröhre einer Raucherlunge nach 20 Zigaretten) Doch auch andere Krebsarten werden durch das Rauchen begünstigt: Im Kehlkopf verursachte die gleiche Menge Tabakrauch 97 Extra-Mutationen pro Zelle, im Rachen 39, im Mund 23, in der Blase 18 und in der Leber sechs. Es lohnt sich also allemal, sein Laster aufzugeben. Doch selbst dann ist die Lunge noch nicht aus dem Schneider: Es dauert eine Weile, bis sich das Atmungsorgan wieder erholt hat. Im Schnitt dauert es 10 Jahre bis das Krebsrisiko eines Rauchers etwa auf der Höhe eines Nichtrauchers ist. Allerdings lässt sich diese Frist laut Forschern der Bloomberg School of Public Health in Baltimore massiv verkürzen. (Im Bild: Lunge im CT) Und zwar mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand. Die Studie des Teams um Vanessa Garcia-Larsen zeigte, dass sich Lungen von Ex-Rauchern schneller erholen und langsamer altern, wenn sie viele Tomaten, ... ... Äpfel und ... ... Bananen essen. Doch auch wer noch nie geraucht hat, profitiert laut den Forschern von einer obst- und tomatenlastigen Ernährung. Voraussetzung ist aber, dass die entsprechenden Lebensmittel frisch konsumiert werden. Tomatensauce und ... ... -ketchup zählen nicht, sondern nur frische Tomaten. Beim Obst waren laut den Forschern Äpfel am wirksamsten.

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«Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern»: An dem Sprichwort könnte einer internationalen Studie zufolge etwas dran sein – insbesondere für Raucher und Trinker. Und vor allem dann, wenn das Obst mit einer Tasse Tee genossen wird.

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Der Grund: Sowohl Äpfel als auch Tee sind reich an sogenannten Flavonoiden (siehe Box). Ihr Verzehr schütze vor Krebs und Herzerkrankungen, schreiben Forscher im Fachblatt «Nature Communications».

Pflanzliche Wunderstoffe

Wie weit der Einfluss der Flavonoide reicht, zeigt eine Studie der australischen Edith Cowan Universität und der Universität Kopenhagen. Das Team um die Ernährungsforscherin Nicola Bondonno und den Mediziner Frederik Dalgaard analysierte Daten einer dänischen Langzeitstudie, die unter anderem die Ernährung von mehr als 56'000 Teilnehmern zwischen 52 und 60 Jahren über einen Zeitraum von 23 Jahren erfasste.

Diese Daten glichen die Forscher mit den Sterbefällen innerhalb der Gruppe ab. Die Auswertung ergab, dass jene Teilnehmer, die regelmässig Lebensmittel mit einem hohen Flavonoid-Gehalt zu sich nahmen, weniger wahrscheinlich an Krebs oder Herzerkrankungen starben.

Raucher und Trinker profitieren besonders

Besonders stark ausgeprägt waren diese Schutzeffekte bei jenen Menschen, die als Raucher oder Trinker ein erhöhtes Risiko für solche Erkrankungen hatten. Für Erstautorin Bondonno bedeutet dies, dass der Verzehr entsprechender Lebensmittel insbesondere bei diesen Risikogruppen gefördert werden sollte.

«Bei weitem das Beste für die Gesundheit ist es, mit dem Rauchen aufzuhören und den Alkoholkonsum zu reduzieren.»

«Allerdings wirkt der Konsum von Flavonoiden nicht allen erhöhten Sterblichkeitsrisiken entgegen, die mit dem Rauchen und einem starken Alkoholkonsum einhergehen», wird sie in einer Mitteilung zitiert.

«Bei weitem das Beste für die Gesundheit ist es, mit dem Rauchen aufzuhören und den Alkoholkonsum zu reduzieren.» Weil die Änderung dieser Gewohnheiten vielen Menschen aber schwerfalle, solle gleichzeitig ein erhöhter Flavonoid-Verzehr angeregt werden.

500 Milligramm Flavonoide am Tag

Am niedrigsten war das Risiko für Krebs- und Herzerkrankungen bei jenen Teilnehmern, die etwa 500 Milligramm Flavonoide am Tag konsumierten. Dies könne leicht durch die Ernährung erreicht werden, betont Bondonno: «Eine Tasse Tee, ein Apfel, eine Orange, 100 Gramm Blaubeeren und 100 Gramm Broccoli würden eine weite Bandbreite von Flavonoid-Verbindungen ergeben und davon insgesamt 500 Milligramm.»

«Alkoholkonsum und Rauchen fördern Entzündungen und die Schädigung von Blutgefässen.»

Unklar bleibe, was Flavonoide so gesund mache, betont Autorin Bondonno. «Alkoholkonsum und Rauchen fördern Entzündungen und die Schädigung von Blutgefässen, was das Risiko für eine Reihe von Krankheiten erhöhen kann.» Andere Studien hätten belegt, dass Flavonoide entzündungshemmend und positiv auf Blutgefässe wirkten. «Das könnte erklären, warum diese mit einem geringeren Risiko für Herztod und Krebs in Verbindung gebracht werden.»

So versagt eine Raucherlunge. (Video: Facebook.com/Amanda Eller)

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hubertus am 20.08.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgehört?

    Warum kann man niergends abstimmen ich habe aufgehört. Gibts das gar nicht?

  • Beat Hofer am 20.08.2019 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Worin besteht nun der sinn dieses Beitrags?

    Ich rauche und trinke ganz gern auch mal was. Auf der anderen Seite ernähre ich mich aber gesund und mache 3 mal pro Woche sport. Ohne diese "genussmittel" wäre ich mit 52 sicher besser dran und weniger gefährdet.. Aber nur weil ich rauche und trinke heisst das noch lange nicht das ich ein Problem mit Obst und Gemüse habe ;)

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  • Sepp Hotz am 20.08.2019 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen

    Habs doch immer gewusst dass dass Rauchen bei richtiger Ernährung gesund ist. Also stellt doch bitte die Aschenbecher wieder auf die Bahnhöfe, denn ab morgen Rauchen wieder Alle. Hoffe nur dass die Tabakindustrie diesen Artikel gelesen haben. So und jetzt an die Säcke sonst gibt es morgen Zuwenig Zigaretten an den Bahnhofskiosken. Ja wenn das doch die sogenannten Studierten sagen müssen wir es doch alle glauben. Übermorgen kommen dann aber schon wieder die neusten Probleme.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mädi am 24.08.2019 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Tee u Äpfel ?

    Mit dem Rauchen aufzuhören . Fängt beim Kopf an . Nachdem bei mir ein Asthma festgestellt wurde hab ich sofort damit aufgehört . Ohne irgendwelche Hilfe . Ich fühle mich heute viel besser !

  • sellina am 22.08.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    gebrannter Obst , wenn schon.

    Ein Öbschtler dazu passt immer zu einem Raucher.

  • Bruder Motzi am 22.08.2019 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder ne sinnfreie Studie

    Hei, wofür das Geld verschleudert wird (nachher wird wieder gejammert). Man kann einfach aufhören... hm... doch, man KANN (fragen Sie mich!!).

  • Moni Marogg am 21.08.2019 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Mir fehlt bei der Umfrage die Auswahl : ich bin Ex-Raucher

  • NoName am 21.08.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Dame

    Bitte bei Abstimmung, unfreiwillig den Rauchsmog die jemand aus lässt eingeatmet. Das ist gruselig.

    • OneName am 21.08.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

      Herr

      Dann würde ich am besten einen Mundschutz anfangen zu tragen ;-)

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