Alkohol-Folgen

26. November 2018 10:03; Akt: 26.11.2018 10:03 Print

Darum wird der Kater mit jedem Jahr schlimmer

Eine durchzechte Nacht bleibt selten ohne Folgen. Doch ab 30 wird der Kater am Tag danach immer heftiger. Daran liegt es.

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So gut die Feier war, so heftig können die Folgen sein. Worüber wir in jungen Jahren nur müde lächeln, erwischt uns dann plötzlich – etwa ab dreissig – eiskalt. Dann leiden wir mit einem Mal richtig unter einem Kater. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Sie alle haben mit unserem Körper und den Veränderungen zu tun, die er im Lauf der Jahre durchmacht. Mit jedem Jahr kann unser Körper weniger Wasser speichern. Trinken wir Alkohol, wird ihm zusätzlich Wasser entzogen. Tun wir nichts dagegen – etwa mit Mineralwasser –, dehydrieren wir. Typische Folgen sind Durst, Schwäche und Kopfschmerzen. In schweren Fällen von Dehydration drohen Herzrasen, Muskelkrämpfe und Bewusstlosigkeit. Hinzu kommt, dass der Alkohol die Magenschleimhaut reizt. Zudem erhöht er die Konzentrationen von Prostaglandin E2 und Thromboxan B2. Diese können ebenfalls zu Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen führen. Etwa ab 30 verändert sich auch der Stoffwechsel, was sich wiederum im Fett-Wasser-Verhältnis im Körper widerspiegelt: Das Fett, das anders als die Muskeln nicht zum Abbau von Alkohol beiträgt, überwiegt. Da sich Alkohol in Wasser und nicht in Fett löst, steigt der Blutalkoholspiegel höher. Wir werden schneller und intensiver betrunken als früher und der Kater schlägt doppelt so hart zu. Und noch etwas ändert sich im Laufe der Jahre: nämlich unsere Fähigkeit, Antioxidantien zu produzieren, die der Körper der giftigen Wirkung von Alkohol entgegensetzen könnte. Weil gleichzeitig auch die Leistungskraft des Immunsystems abnimmt (Fachbegriff: Immunoseneszenz), braucht der Körper immer länger, um durch Alkohol entstandene Schäden ausgleichen zu können. Ebenfalls an Leistung büsst die Leber ein. Ihre Aufgabe ist es, den Alkohol zunächst rasch ins Karzinogen Acetaldehyd und dann ins harmlose Acetat umzuwandeln. Doch je älter wir werden, desto länger braucht die Leber dafür und desto länger bleibt das schädliche Acetaldehyd im Körper. Die Folge sind Schäden an Zellen und Gewebe – und ein heftiger Kater. Mit jedem Jahr kommen ein paar Zipperlein mehr hinzu. Entsprechend nehmen viele von uns mit den Jahren mehr Medikamente ein – von denen sich aber nicht alle so gut mit Alkohol vertragen. Vor allem wer regelmässig Antidepressiva oder Mittel gegen Bluthochdruck, Diabetes und Allergien schluckt, sollte vor dem Alkoholkonsum mit seinem Arzt sprechen. Aufgrund der sich verringernden Produktion des Schlafhormons Melatonin schlafen wir mit den Jahren immer schlechter. Das heisst: Unser Schlaf ist nicht mehr so erholsam. Trinken wir dann noch Alkohol, ... ... fühlen wir uns am nächsten Morgen doppelt gerädert. Ein weiterer Grund für die heftigeren Kater ist ein ganz einfach: Wir sind Alkohol einfach nicht mehr so gewohnt wie früher. Damit ist unsere Toleranzgrenze auch nicht mehr so hoch ... ... und die Folgen sind übler.

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Als ob ein Schalter umgelegt worden wäre: Konnten wir in jüngeren Jahren noch feiern, was das Zeug hält, und am nächsten Morgen trotzdem munter aus den Federn springen, liegt das so ab dreissig plötzlich nicht mehr drin. Mehr noch: Wir leiden Höllenqualen.

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Schuld daran ist nicht etwa die falsche Alkoholika-Wahl, sondern vor allem unser Körper. Denn der beginnt sich ab dreissig langsam zu verändern. Von der Umstellung ist nicht zuletzt die Art des Alkoholabbaus betroffen. Inwiefern, zeigt die obige Bildstrecke.

Wie Sie einem Kater am besten vorbeugen können, verrät dagegen die folgende Diashow:

So trinken Sie Alkohol richtig.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gügeler am 25.11.2018 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoch die Gläser

    Wer saufen kann, kann am nächsten Tag auch arbeiten. Wer das gesagt hat, hat keine Ahnung vom Saufen.

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  • C. Sonderegger am 25.11.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, das stimmt also wirklich

    Mein Kater wird ebenfalls von Jahr zu Jahr schlimmer, jetzt markiert er bereits schon in der Küche!

  • Elmo am 25.11.2018 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Ahnung

    Was hab ich jetzt in der Nacht von Freitag auf Montag gemacht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Benny am 26.11.2018 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwirrend

    Die Diashow zeigt, wie sie einem Kater vorbeugen können...39 Bilder mit Text waren zu sehen, von diesen 39 Bildern hat kein einziges einen Tipp gegen einen Kater beinhaltet. Nicht einmal "Trink nicht, dann hast du keinen Kater".

  • Peter Lehmann am 26.11.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Droge Alkohol

    Jeder kann saufen soviel er will früher oder später zahlt ja die Krankenkasse, leider gibt es noch solche die im suff Autofahren und das sind kriminelle und Mörder und gehören ins Zuchthaus!!

  • Reto am 26.11.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    Ich finde Alkohol erzeugt keinen schönen Rausch, und das Abklingen des Rausches ist einfach nur schrecklich.

  • avalon08 am 26.11.2018 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    avalon08

    Bin 28 und der Kater ist schon lange ziemlich mies. Aber eher psychisch. Kopfschmerzen hab ich z. B nie. Bin einfach sonst nicht mehr ganz 100. Aber dafür hatte man ja ne geile nacht;)

  • Gwen am 26.11.2018 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt daran

    dass der Körper immer mehr dehydriert und nicht das bekommt, was er braucht. Dann zapft er die Mineraldepods an und man wird dadurch "anfälliger". Aber es ist nie zu spät, damit anzufangen - dann kann sich der Körper auch wieder regenerieren. Der Körper besteht zu 70% aus Wasser und braucht mehrheitlich basische Dinge...