Studie der Uni Freiburg

27. April 2014 13:30; Akt: 27.04.2014 22:32 Print

Das Hirn hebt mit Red Bull langsamer ab

Der süsse Energydrink soll Flügel verleihen, sagt die Werbung. Forscher der Uni Freiburg haben das untersucht. Resultat: Der Spruch stimmt nur halb.

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Jeder zweite Jugendliche in der Schweiz trinkt regelmässig Energydrinks. Schädlich daran ist vor allem der hohe Zuckeranteil und in grossen Mengen konsumiert das Koffein. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Das Herz schlägt schneller, doch die Durchblutung des Gehirns schaltet einen Gang runter. Dies ist der Befund einer neuen Studie der Universität Freiburg zur Wirkung des Energydrinks Red Bull. Immerhin zeigen die 80 Milligramm Koffein in einer Dose eine belebende Wirkung auf den Kreislauf. Der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller, berichtet die «NZZ am Sonntag».

Doch bei Ultraschallmessungen wurde festgestellt, dass die Hauptarterie im Gehirn weniger Blut transportiert als ohne Energydrink. Die Wirkung soll eine noch nicht veröffentlichte Folgestudie zeigen: Kopfrechnen soll nach dem Konsum von Energydrinks nicht besser gehen als ohne. Damit wäre der Werbespruch «belebt den Geist» zumindest nicht bewiesen.

Der Hersteller nimmt die Ergebnisse gelassen: «Die Studie zeigt keine Effekte, die über jene einer Tasse Kaffee hinausgehen.» Studienleiter Erik Grasser sagt denn auch, Red Bull sei nicht gesundheitsgefährdend, «aber auch eine Tasse Kaffee ist für junge Menschen nicht geeignet». Tatsächlich trinkt gemäss der aktuellsten Befragung von Sucht Schweiz jeder zweite Jugendliche regelmässig Energydrinks. Diese folgen in der Suchtstatistik auf Rang drei – nach Alkohol und Tabak.

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