UNO

16. Dezember 2008 17:35; Akt: 16.12.2008 17:56 Print

Das Klima auf dünnem Eis

Das Eis in der Arktis war in diesem Jahr so dünn wie nie zuvor. Auch bezogen auf das Volumen war die Eisschicht kleiner als in jedem anderen Jahr.

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Das teilte die Weltwetterorganisation der Vereinten Nationen (WMO) am Dienstag in Genf mit.
Das Eis schmolz so weit ab, dass von der Ausdehnung her im Sommer nur die zweitkleinste Eisfläche übrig blieb, seit Satelliten 1979 mit den Beobachtungen begonnen haben. Ansonsten war 2008 das zehntwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1850.

Die geringste Ausdehnung erreichte das Eis im Wechsel zwischen Schmelzen und Frieren am 14.#September 2008. Mit 4,67#Millionen Quadratkilometern war die Fläche nur leicht grösser als 2007 mit 4,3#Millionen Quadratkilometern, was als die bisher geringste Eis- Ausdehnung in der Arktis angesehen wird.

Jahr der Wetterextreme

Die weltweite Oberflächentemperatur zu Lande und zu Wasser lag in diesem Jahr 0,31#Grad Celsius über dem Jahresdurchschnitt von 14#Grad, wie er zwischen 1961 und 1990 gemessen wurde. Damit lag die Oberflächentemperatur leicht unter den vergangenen Jahren dieses Jahrhunderts.

WMO-Generalsekretär Michel Jarraud sprach von einem Jahr mit vielen Wetterextremen. Diese brachten unter anderem der Türkei die kältesten Januarnächte seit 50 Jahren oder Finnland, Schweden und Norwegen den wärmsten Winter 2007/2008.

Das extreme kalte Winterwetter forderte in Afghanistan und China Hunderte von Todesopfer. Deutschland wurde zwischen Mai und September von einer grossen Zahl starker Gewitter mit viel Regen und Hagelstürmen heimgesucht. Auch in Frankreich gabe es heftige Regenfälle mit Überschwemmungen.

Portugal und Spanien erlebten den trockensten Winter seit Jahrzehnten. Dagegen gab es in in Nord- sowie in Schwarzafrika, einschliesslich West- und Ostafrika, heftige Regenfälle, die etwa in Simbabwe zu Überschwemmungen führten.

Hohe Anzahl tropischer Stürme

Ausserdem bildeten sich im Atlantik 16 tropische Stürme - darunter acht Wirbelstürme, fünf von ihnen in der Kategorie drei oder höher. Der Durchschnitt liegt bei elf tropischen Stürmen und sechs Hurricans, von denen zwei grösste Ausmasse erreichen.

In den USA gab es zudem eine Rekordzahl an Tornados: Ihre Zahl von 1489 zwischen Januar und August stellt seit den beginnenden Aufzeichnungen im Jahr 1953 eine Rekordmarke dar.

Das Ozonloch über der Antarktis erreichte am 12.#September mit 27#Millionen Quadratkilometer zwar einen niedrigeren Wert als im Rekordjahr 2006, war aber wieder grösser als 2007.

(sda)