Unmanned Aerial Vehicle

14. Oktober 2011 15:53; Akt: 14.10.2011 17:28 Print

Das neueste Spielzeug der Generäle

Noch sind sie für Kampfeinsätze gegen Piloten zu langsam, aber ihnen gehört die Zukunft der Militärluftfahrt: Drohnen. Auch die Schweiz will bei den unbemannten Wunderwaffen aufrüsten.

Fehler gesehen?

Die Spannweite überragt jene des Airbus A320 um fünf Meter, der Flieger kann Nonstop von Europa nach Neuseeland fliegen. Doch ein Pilot fliegt nicht mit. Dafür ist mehr als eine Tonne feinster Überwachungstechnik an Bord. Die Rede ist vom «Eurohawk», dem neuesten Wurf in der Reihe der Hochleistungs-Langstreckenaufklärer.

Am Mittwoch feierte die Deutsche Luftwaffe das Roll-Out des neuen Wunderfliegers aus amerikanisch-europäischer Produktion, welcher aus 20 000 Metern Höhe wie ein Datenstaubsauger Funkverkehr, Telefongespräche, SMS, Fernsehsendungen und Internetverkehr aufzeichnen kann. Die Deutschen legen für ihre fünf «Eurohawk» insgesamt 1,3 Milliarden Euro auf den Tisch.
Der Eurohawk im Einsatz (Quelle: Bundeswehr)


RUAG an Entwicklung von Kampfdrohne beteiligt

Auch die Schweiz investiert in die Drohnen-Technologie: Über ihre zahlreichen Rüstungsfirmen ist die Eidgenossenschaft an der Entwicklung der französischen Tarnkappen-Kampfdrohne Dassault «Neuron» beteiligt, deren Erstflug für 2012 geplant ist. Die RUAG führte Windkanaltests für das als Technologie-Prototyp gedachte Flugzeug durch. Von der Serienreife ist der unbemannte Kampfjet allerdings noch weit entfernt. Das Problem: Die Drohnen sind für «richtige» Kampfeinsätze noch viel zu langsam. Darüber hinaus können die Computer im Luftkampf den Piloten aus Fleisch und Blut noch nicht das Wasser reichen.

Bei der Schweizer Luftwaffe stehen Drohnen nach dem Ersatz der Tiger-Kampfflugzeuge dennoch zuoberst auf der Wunschliste. Bereits seit 1999 verfügt die Schweiz Aufklärungsdrohnen vom Typ «Ranger». Neben der Aufklärungsmissionen fliegen sie auch Einsätze für die Grenzwache, Polizei sowie bei Naturkatastrophen. Von den 22 ausgelieferten Drohnen sind schon sechs abgestürzt. Nach aktueller Planung sollen die «Ranger» 2017 ausgemustert werden. Ihr Ersatz wird mehrere hundert Millionen Franken kosten. «Wir prüfen nur den Kauf einer reinen Aufklärungsdrohne», so die Armeeführung. Für eine Kampf-Drohne sei es noch eine Generation zu früh.

Computerviren greifen Drohnen an

Ob mit oder ohne Waffen: Drohnen sind der Zukunftsmarkt der Militärluftfahrtindustrie: Marktforscher gehen davon aus, dass die Luftwaffen in den kommenden zehn Jahren weltweit für 80 Milliarden Dollar Kampf- und Aufklärungsdrohen kaufen werden, 55 Milliarden sollen alleine auf das Konto der US-Streitkräfte gehe. Die US Air Force bildet mittlerweile gleich viele Operateure für die «Unmanned Aerial Vehicles» (UAV) aus wie normale Jetpiloten.

Die Drohnen-Kapitäne steuern an überdimensionierten «Spielkonsolen» in Nevada die Killer-Missionen auf Terrornester in Pakistan. Und nach erfolgreicher Jagd können sie sich in der heimischen Bar ein Feierabend-Bier gönnen.

Wie im Computer-Spiel: Predator-Drohnen attackieren Taliban-Kämpfer


Zuletzt erlebten die Drohnen-Piloten aber unruhige Tage: Im Steuerungscomputer der Killermaschinen auf der Creech Air Force Base hat sich ein hartnäckiges Computervirus eingenistet. Experten haben bereits mehrfach versucht, den Schädling auszumerzen – ohne Erfolg. Die Air Force erklärt, das Virus sei «ungefährlich» und könne keinesfalls in Hollywood-Manier die Steuerung über die geräuschlosen Killer übernehmen.

(am)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicolas am 17.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Skynet

    Diese Dinger errinern mich irgendwie an Skynet (Terminator 3) Steckt da eine Verschwöhrung dahinter ?!? ;-)

  • HairGott am 14.10.2011 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Witz

    Wenn es mit der Wissenschaft und dem Fortschritt so weiter geht, dann braucht es bald den Menschen nicht mehr, um Kriege zu führen.

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  • Franz W. Seibold am 15.10.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer schlecht denken

    Kriegsmaterial ist der Antrieb, Investitionen der Privatwirtschaft in Neuerungen zu stecken. Das ist gut so. Solange die Waffenproduktion nicht im Geheimen geschieht kann man mitaufrüsten oder entsprechende Abwehrwaffen entwickeln und einsetzen. Gewisse Erfindungen werden so zu angemessenen Preisen auch zivil genutzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicolas am 17.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Skynet

    Diese Dinger errinern mich irgendwie an Skynet (Terminator 3) Steckt da eine Verschwöhrung dahinter ?!? ;-)

  • Anonymouse am 16.10.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Krieg ohne Profitgier

    Wenn wir die uns zur Verfügung stehenden Güter gerecht unter allen Erdbewohner aufteilen würden, dann bräuchten wir diese hässlichen Mordapparaturen gar nicht. Das kapitalistische System macht Profit mit der Verschuldung von Ländern. Wir sind die Achse des Bösen, nicht die anderen. Schaut Zeitgeist Addendum, informiert euch.

  • Franz W. Seibold am 15.10.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer schlecht denken

    Kriegsmaterial ist der Antrieb, Investitionen der Privatwirtschaft in Neuerungen zu stecken. Das ist gut so. Solange die Waffenproduktion nicht im Geheimen geschieht kann man mitaufrüsten oder entsprechende Abwehrwaffen entwickeln und einsetzen. Gewisse Erfindungen werden so zu angemessenen Preisen auch zivil genutzt.

  • Michael Palomino (*1964) am 15.10.2011 03:24 Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen und fast 1 Mia. hungern

    Was haben wir? Fast 1 Milliarde Menschen leidet an Hunger. Und was machen die reichen Regierungen? Sie entwickeln immer noch neues Kriegsspielzeug. Es ist pervers, was die westliche Welt da tut. Arbeitslosigkeit in den USA: 20%. Das System heisst "Kapitalismus". Da stimmt wirklich etwas nicht. Wo ist die Zeitung für Gerechtigkeit?

    • J. Bird am 16.10.2011 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es!

      Leider ist es so. Die ganzen Kriegsgeräte der Welt wären unnötig, wenn man die Güter gerecht verteilen würde. Die Menschheit ist unreif und ich finde es bedauerlich unter solch altmodischen Zeitgenossen leben zu müssen. Wir leben in Systemen, welche den Profit voraussetzen, damit sie funktionieren. Wir brauchen Wachstum um die Zinsschulden zu begleichen, welche man nicht begleichen kann. Immerwährende Inflation...

    • der kodiak am 16.10.2011 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      WAS IST GERECHTIGKEIT ???

      - Menschen sind das Übel, nicht die die Waffen oder was immer auch herstellen, sondern die welche diese nutzen dem gegenüber stehen die die auch Waffen nutzen um das Böse zu bekämpfen. Erst wenn das Böse im Menschen ausgelöscht wurde können wir ohne Waffen, Gesetze, Angst usw. getrost und ruhig leben....allerdings gibt es ohne das Böse keinen Fortschritt denn ohne Licht kein Schatten - und das ist keine Erfindung irgend einer Lobby sonder das Gestz der Natur personifiziert in jedem Lebewesen in dessen niedrigsten Tieben....

    • Marc am 16.10.2011 23:00 Report Diesen Beitrag melden

      Kapitalismus...

      Kapitalismus funktioniert nicht, aber nicht weitersagen ;-)

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  • HairGott am 14.10.2011 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Witz

    Wenn es mit der Wissenschaft und dem Fortschritt so weiter geht, dann braucht es bald den Menschen nicht mehr, um Kriege zu führen.

    • Dany am 14.10.2011 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      Wozu?

      Wozu braucht's dann noch Krieg?

    • Marco am 15.10.2011 01:10 Report Diesen Beitrag melden

      Krieg als Computersimulation

      Dann könnte man ja gleich zur Computersimulation übergehen. Die zwei Kontrahenten spielen etwas Battelfield und der der Gewinnt, nimmt den anderen Staat ein. Günstiger und unblutig.

    • HairGott am 15.10.2011 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Dany

      Damit die Wissenschaft und der Fortschritt sich selbst bekriegen können. Früher oder später werden sie es tun.

    • geht nicht am 15.10.2011 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      zu schön um war zu sein

      mit pc spielen werden z.b. keine industrieanlagen zerstört......keine heckenschützen eliminiert...ect.

    • A.B. am 15.10.2011 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Die Welt ist nicht gross genug

      Der Sinn des Krieges ist doch die Leute zu beseitigen. Der einfachste Weg sich zu bereichern

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