Ili-Pfeifhase

26. März 2015 23:27; Akt: 27.03.2015 08:51 Print

Das süsseste Tier der Welt ist auch das rarste

Seit 20 Jahren konnte er nicht mehr fotografiert werden, nun hat ein chinesischer Forscher wieder einen Ili-Pfeifhasen vor die Linse gekriegt.

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1983 hat Li Weidong ein Tier entdeckt, das ihn sogleich in seinen Bann zog. Im Tian Shan, einem Hochgebirge im westchinesischen Xinjiang, traf er ein kleines Kerlchen, das er nach seiner Heimatstadt Ili-Pfeifhase nannte. Doch der Pfeifhase machte sich in der Folge rar. In den frühen 1990er-Jahren gelang Li ein letztes Foto – bis jetzt.

Der Hauptgrund für die lange Kameraabsenz dürfte die Seltenheit des Ili-Pfeifhasen sein. Li geht davon aus, dass es nur noch 1000 Exemplare gibt. Seit 2008 steht der Ili-Pfeifhase mit dem wissenschaftlichen Namen Ochotona iliensis auf der Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Trotzdem gebe es laut Li kein offizielles Schutzprogramm für das Tier.

Rückgang um 70 Prozent

Dass der Bestand von Ili-Pfeifhasen seit der Entdeckung um 70 Prozent geschrumpft ist, schreibt Li der Klimaerwärmung zu. Damals hätte er die Ili-Pfeifhasen in 3200 bis 3400 Metern Höhe angetroffen, erklärte er CNN. Inzwischen hätten sie sich auf 4100 Meter zurückgezogen. «Sie können sonst nirgends hin.»

Im Gegensatz zu anderen Pfeifhasen, die in Asien oder Nordamerika leben, gibt es zwischen den einzelgängerisch lebenden Ili-Pfeifhasen keine vokale Kommunikation. Sie können sich also nicht vor Raubtieren warnen. Auch Krankheiten könnten zum Schwund beitragen.

Nun hofft Li, dass der Ili-Pfeifhase endlich auch in die chinesische Liste der Wildtiere unter speziellem Schutz aufgenommen wird. Das Ministerium für das Forstwesen erklärte zwar, dass man daran sei, die Liste zu aktualisieren, gab aber keine weiteren Auskünfte.

Zudem wünscht sich Li, der bald 60 Jahre alt ist und demnächst nicht mehr in die Berge gehen kann, dass sich eine Organisation bereit erklärt, den Ili-Pfeifhasen zu untersuchen und zu schützen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • cand.med.vet. R. Theiler am 26.03.2015 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Pfeiffffff

    Dieses Tier ist nicht "Jöööö", sondern absolut SUPERJÖÖÖ. Und ebenso absolut wert, es nicht ausrotten zu lassen.

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  • Querdenker am 27.03.2015 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    Das stimmt, aber kein Tier ist es schlussendlich wert, ausrotten zu lassen. Beim Menschen hingegen bin ich nicht mehr so sicher...

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  • Patricia am 27.03.2015 00:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schnüggel

    Ein wahrhafter Schnüggel. Der Mensch rottet leider alles aus ausser sich selbst. Tragisch aber wahr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrick Imhof am 27.03.2015 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Faszinierend, doch...

    Die Tierwelt ist schon faszinierend. Sie bringt immer wieder Geschöpfe hervor, was auch den Überlebenswillen der Natur aufzeigt und hervorruft und mich so immer wieder ins Staunen versetzt. Jedoch ist es leider vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis dieses Tier wieder ausgestorben ist. Schliesslich findet man (nicht nur) in China immer wieder Gründe, sinnlos Tiere bis zur Ausrottung zu jagen, um dann aus dem Blut oder den Körperteilen scheinbar potenzfördernde Medizin herzustellen.

  • Vinci am 27.03.2015 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Held

    Habe grossen Respekt gegenüber Hr. Li. Das sind die waren Helden von Heute die kaum beachtung finden.

  • Süsstoffer am 27.03.2015 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    süsse

    Eses ist süss weil es rar ist!

  • M.S. am 27.03.2015 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Geschenkliste

    Ich hätte gerne zu Weihnachten einen Quokka, einen Quoll, einen Bilbi und diesen Pfeiffhasen, hübsch verpackt in einer grossen Schachtel mit rosa Mäschli. Danke Weihnachtsmann.

  • Tierfreund am 27.03.2015 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder!

    Stehen sicher auf der Speisekarte von dekadenten, reichen Asiaten wie Tigerpenis und Nashorn etc.

    • trudi am 27.03.2015 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      gegenseitiger respekt

      und wir hier essen herzige kälbi, säuli, chüngeli. andere länder, andere vorlieben. wir sollten das respektieren.

    • Thomas am 27.03.2015 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      @trudi

      Wir essen domestizierte Tiere und nicht solche die vom aussterben bedroht sind. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Zucht und Wilderei - aber das scheint sie nicht zu kümmern...

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