Eisenatom

17. Februar 2011 20:08; Akt: 17.02.2011 20:14 Print

Daten speichern mit Blut-Molekülen?

von Martina Huber - Wenn wir einatmen, gelangt Sauerstoff ins Blut und bindet dort an so genannte Porphyrin-Moleküle. Diese transportieren ihn dann dorthin, wo er gebraucht wird.

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Wäre in Original nur einen Nanometer klein: das Porphyrin-Molekül. Macht die Moleküle sichtbar: Rastertunnelmikroskop (rechtes Bild).

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Nun haben Forscher vom Paul Scherrer Institut (PSI) herausgefunden, dass die Moleküle aus dem Blut auch für ganz andere Zwecke nützlich sein könnten. Denn: Sie enthalten im Kern ein Eisenatom und sind magnetisch. Das macht sie interessant für die Elektronik. Den PSI-Forschern ist es gelungen, den kleinen Teilchen durch eine chemische Reaktion ihre magnetische Eigenschaft zu nehmen – und sie danach wieder magnetisch zu machen. Sie können zwischen den zwei Zuständen nach Belieben hin- und herschalten.

Ähnliches macht auch der Computer: Nur rechnet er mit null und eins. Theoretisch könnte man die Moleküle also als Datenspeicher einsetzen. Mit ihrer Grösse von gerade einmal einem Nanometer wären sie etwa 200-mal kleiner als heutige Speichereinheiten. Auf einer Fläche verteilt würde das die 40 000-fache Speicherkapazität bedeuten – das Potenzial ist riesig. Aber eine tatsächliche Anwendung liegt noch in ferner Zukunft: Die Forscher können bisher nicht einzelne Moleküle ein- und ausschalten, sondern nur viele zusammen. Derzeit versuchen sie mit dem Rastertunnelmikroskop, einem sehr teuren Forschungsgerät, einzelne Moleküle zu schalten. Sollen unsere Computer tatsächlich einmal mit Porphyrin-Molekülen rechnen, muss man erst eine billige Technologie finden, um die Winzlinge zu beeinflussen.