Erschreckende Zahlen

18. Juni 2018 21:37; Akt: 18.06.2018 21:37 Print

Delfine werden gezielt als Köder für Haie gejagt

Manchmal landen Tümmler aus Versehen im Fischernetz, doch noch öfter werden sie gezielt verfolgt. Das zeigt eine Studie von US-Forschern.

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Kein Zufall, sondern wohlüberlegt. So lautet das Urteil von US-Forschern zu Delfinen in Fischernetzen. Die Tiere würden weitaus häufiger als angenommen gezielt gejagt, um schliesslich als Haiköder zu dienen, heisst es im Fachjournal «Frontiers in Marine Science».

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Ausgangspunkt der Studie war die Beobachtung von Vanessa J. Mintzer von der University of Florida. Während ihrer Forschung an Botos, Flussdelfinen im Amazonas, hatte die Ökologin bemerkt, dass viele Fischer Delfinfleisch für den perfekten Köder halten – weil es fettreich ist, intensiv riecht, robust ist und lange am Haken bleibt, wie sie dem ORF sagte.

33 Länder, 42 betroffene Arten

Ihre Auswertung aller bis dato zu diesem Thema erschienenen Studien zeigt, dass die Praxis, Delfine als Köder zu nutzen, keine lokale ist. Die Forscher fanden Hinweise auf die gezielte Jagd von 42 – zum Teil bedrohten – Meeressäugern in 33 Ländern. Am häufigsten wurden derartige Aktivitäten in Asien und Lateinamerika festgestellt.

Wie viele Tiere dabei jährlich umkommen, ist laut Mintzer dennoch unklar. Das Problem sei, dass die Tiere heimlich gejagt würden, zitiert Phys.org die Forscherin. «Unsere Überblicksarbeit zeigt, dass das eine weltweit verbreitete Praxis in kleinen Fischereien ist, aber wir kaum Informationen darüber haben, wie viele Delfine dabei getötet werden.»

Studie als Weckruf

Mintzer versteht die aktuelle Studie als Aufruf an Wissenschaftler auf der ganzen Welt, künftig genauer hinzusehen. Und das so bald wie möglich, wie sie sagt.

Auch diesbezüglich beruft sich die Ökologin auf ihre früheren Beobachtungen: «Es hat Jahre gedauert, um festzustellen, dass die Jagd auf Botos nicht nachhaltig war, und nun müssen die Schutzmassnahmen beschleunigt werden. Nun gilt es, andere betroffene Populationen zu identifizieren, um rechtzeitige Erhaltungsmassnahmen zu ermöglichen.»

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Waldkauz am 18.06.2018 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen dürfen Alles?

    Bei solcher Lektüre schäme ich mich zur Spezies Mensch zu gehören. Einfach Traurig!

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  • romeosail am 19.06.2018 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Menschheit

    beweist einmal mehr was für eine Spezies sie ist. Eigentlich für die Erde unwürdig.

  • Submarine am 18.06.2018 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unendliche Leid und Trauer

    Einzig Verbot und Strafmassnahmen könnten helfen, aber "who cares?" ... :(

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mechel am 19.06.2018 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Verstörend

    Na solche Bilder verstören mich. Danke für den Hinweis!

  • Dof Meier am 19.06.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbei

    Der Weckruf ist schon lange vorbei, die Frage ist nur noch wie lange es geht bis die Tiere Ausgestorben sind.

  • romeosail am 19.06.2018 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Menschheit

    beweist einmal mehr was für eine Spezies sie ist. Eigentlich für die Erde unwürdig.

  • Thomi am 18.06.2018 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hä?

    Und für das braucht es eine Forschungsarbeit? Fragt doch einfach die Fischer...

    • Mirjam am 19.06.2018 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomi

      Die ja sicher alle auch ehrlich sind ...

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  • Sandra am 18.06.2018 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nicht

    Wie kann man nur so sein auch Tiere hand eh recht zum läbe wie jedes andere Tier auch schämt euch.

    • Gourmet am 19.06.2018 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandra

      und wir haben ein Recht auf nahrung.mich mag Fleisch und Fisch

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