MRT vom Schlangenmagen

05. Juli 2010 18:25; Akt: 05.07.2010 18:32 Print

Dem Python beim Verdauen zugeschaut

Dänische Forscher haben faszinierende Bilder aus dem Innenleben von Tieren veröffentlicht.

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Mt den bildgebenden Verfahren der Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) gelang es den Forschern erstmals, den Verdauungsprozess eines Pythons zu untersuchen, ohne die Schlange zu sezieren. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) Knochen, Zähne, Panzer und andere harte Gewebe wie hier bei diesem Alligator werden dabei von der CT abgebildet, ... (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) ... während die MRT die weichen Gewebe zeigt. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) So werden die Skelette von drei Ratten sichtbar, die sich im Magen der Schlange befinden. Pythons können lange Zeit ohne Nahrung auskommen und dann ganze Tiere mit Haut und Haar verschlingen. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) Die inneren Organe müssen sich anpassen, um diese plötzliche Zufuhr bewältigen zu können. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) So dehnt sich beispielsweise der Darm aus, um Platz für die Nahrung zu schaffen. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) Die Lungen einer Kröte. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) Das Skelett einer Eidechse. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital) Kontrastmittel macht die Blutgefässe im Kopf eines Aals sichtbar. (Bild: Henrik Lauridsen/Kasper Hansen/MR Research Center Aarhus University Hospital)

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Wie es im Inneren eines Python aussieht, der gerade seine Beute verdaut, war zwar bereits bekannt. Allerdings musste die Schlange dafür seziert werden. Das Wissenschaftler-Team unter der Leitung von Kasper Hansen von der Universität von Aarhus in Dänemark hat nun ein schonenderes Verfahren entwickelt, bei dem das Tier nicht mehr getötet werden muss. Der Blick ins Innere des lebenden Tieres enthüllt zudem Dinge, die bei der Sektion nicht zu beobachten sind (so kollabieren bei einer Schildkröte die Lungen, wenn der Panzer geöffnet wird).

Die Forscher verwendeten bei ihren Untersuchungen die bildgebenden Verfahren der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT), wie der englische Nachrichtendienst BBC berichtet. Die CT bildet dabei hartes Gewebe wie Knochen oder Zähne ab, während die MRT die weichen Gewebe zeigt. Bei der Untersuchung des Verdauungsprozesses eines Pythons gelangen den Wissenschaftlern faszinierende Einblicke in das Innenleben der Schlange: Das Tier hatte drei Ratten mit Haut und Haar verschlungen, deren Überreste nun im Verdauungstrakt des Reptils sichtbar wurden.

Deutlich wurde dabei auch, wie sich die inneren Organe der Schlange an die enorme Zufuhr von Nahrung einstellen: Der Darm expandiert dabei auf Kosten der Gallenblase. Pythons können längere Zeit ohne Nahrung auskommen und dann grosse Mengen auf einmal verschlingen.

(dhr)