15 Jahre ISS

20. November 2013 22:17; Akt: 20.11.2013 23:00 Print

Der Alltag 400 Kilometer über der Erde

Seit 2000 ist die Internationale Raumstation ununterbrochen besetzt. Doch wie lebt es sich an Bord? Wie funktioniert die Körperpflege und wie wird gefeiert?

Die Astronautin Sunita Williams gab Anfang Jahr einen seltenen Einblick in das Leben auf der ISS. (Video: Youtube/NASAtelevision)
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Die Internationale Raumstation ISS soll mit Experimenten in der Schwerelosigkeit wissenschaftliche Fragen beantworten. Um die Zeit optimal zu nutzen, ist das Leben im Orbit rund 400 Kilometer über der Erde genau strukturiert, wie die folgende Zusammenstellung zeigt.

Was macht die Besatzung eigentlich die ganze Zeit?

Ein normaler Tag auf der ISS beginnt mit einer Morgentoilette mit feuchten Tüchern, denn eine Dusche gibt es nicht. Nach einem meist bescheidenen Frühstück widmet sich die Crew der Forschung sowie der Pflege der Bordanlagen - viele Arbeiten dauern im All doppelt so lange wie auf der Erde. Je nach Tagesprogramm stehen zwei Stunden Fitness auf dem Plan, etwa das Strampeln auf Standfahrrädern, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Freizeit gibt es kaum während der sechs Monate im All.

Könnten die Experimente auch ohne Crew funktionieren?

Theoretisch könnten Raumfahrer Bakterienkulturen oder Materialproben kurz zur ISS bringen und nach einigen Monaten wieder abholen. Kritiker der Station monieren sowieso, die ständige Anwesenheit einer mehrköpfigen Mannschaft sei überflüssig und teuer. Der US-amerikanische Chef des ISS-Programms, Michael Suffredini, warnt aber: Immer wieder seien Probleme bei den Experimenten aufgetreten, die nur von Astronauten gelöst werden könnten. Sollte die ISS tatsächlich nach 2020 verschrottet werden, wollen die Partner aber stattdessen kleinere unbemannte Labore im All betreiben.

Wie retten sich die Raumfahrer im absoluten Notfall?

Die Station besitzt Sprinklersysteme mit Kohlenstoffdioxid und Schaum, die notfalls Flammen löschen sollen. Zudem können Schleusen zwischen den Forschungsmodulen geschlossen werden. Als «Rettungsboote» bei einer Evakuierung fungieren die Sojus-Kapseln, die für die reguläre Rückkehr von Raumfahrern zur Erde gedacht sind. Sie fassen drei Personen.

Alkoholverbot im All: Das ist doch nur ein Mythos, oder?

Offiziell gilt auf der ISS die Null-Promille-Grenze. «Zwei Gläser Wein täglich, wie bei U-Boot-Matrosen, würden das Leben an Bord komfortabler machen», findet der Kosmonaut Salischan Scharipow. Experten warnen aber: Alkohol wirke im All viel stärker, weil der Körper in der Schwerelosigkeit Substanz abbaut. Es gebe aber hin und wieder Anlässe, bei denen ein kleiner Tropfen dazugehöre, sagte der deutsche Raumfahrer Thomas Reiter.

Wie funktioniert eigentlich die Toilette an Bord der ISS?

Wegen der Schwerelosigkeit müssen Raumfahrer ihre Beine an der Toilette festklemmen. Was sie ausscheiden, saugt Unterdruck zunächst in einen 20-Liter-Behälter und von dort in leere Wassertanks des angedockten «Progress»-Raumtransporters. Der Frachter wird später zum Absturz gebracht und verglüht in der Atmosphäre. Das rund 14 Millionen Euro teure Kosmo-Klo der ISS kann im Notfall zudem Urin zu Trinkwasser aufbereiten.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S. Pock am 21.11.2013 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant, aber...

    Wie wäre es mit einem Tag der offenen Tür?

  • Rafael S. am 20.11.2013 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Seit nunmehr 13 Jahren gab es keinen Moment mehr wo alle Menschen gleichzeitig auf der Erde verweilten. Die ISS ist nicht nur Forschungslabor um uns auf der Oberfläche die Lebensqualität zu verbessern, sie ist auch der erste kleine Schritt dazu das langfristige Überleben der Menschheit zu gewärhleisten. Solange wir nicht imstande sind lange Zeit im Weltall zu überleben, sind wir (als Planet) der Willkür des Universums ausgesetzt. Gratulation zur internationalen Zusammenarbeit. Wenn alle an einem Strang ziehen wird Undenkbares möglich.

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  • M.75 am 20.11.2013 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PARTY,PARTY ! ! !

    Das gibt ne fette Party !Auf der Gästeliste stehen,ET,Alf,das grüne Mänchen und Kang und Kodos,(Simpsons). Das wird eng !

Die neusten Leser-Kommentare

  • S. Pock am 21.11.2013 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant, aber...

    Wie wäre es mit einem Tag der offenen Tür?

  • nase am 21.11.2013 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was stimmt nicht?

    2000 bis 2013 = 15jahre..aha;-)

    • invert am 21.11.2013 06:36 Report Diesen Beitrag melden

      info am rande des universums

      die ISS ist seit 1998 in betrieb ( die ersten module wurden zusammengebaut und verbunden). lediglich seit dem jahre 2000 ist sie ununterbrochen besetzt! :-)

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  • Buchhalter am 21.11.2013 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No Limit

    Das Geld könnte bestimmt weitaus besser eingesetzt werden.

    • sönke korsiko am 21.11.2013 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unsinn

      Zum Beispiel Militär? Möchten sie den wissenschaftlichen Fortschritt aufhalten? Sind sie der Meinung, dass wir alle in die Höhlen zurück kriechen sollten?!

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  • M.75 am 20.11.2013 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PARTY,PARTY ! ! !

    Das gibt ne fette Party !Auf der Gästeliste stehen,ET,Alf,das grüne Mänchen und Kang und Kodos,(Simpsons). Das wird eng !

  • Rafael S. am 20.11.2013 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Seit nunmehr 13 Jahren gab es keinen Moment mehr wo alle Menschen gleichzeitig auf der Erde verweilten. Die ISS ist nicht nur Forschungslabor um uns auf der Oberfläche die Lebensqualität zu verbessern, sie ist auch der erste kleine Schritt dazu das langfristige Überleben der Menschheit zu gewärhleisten. Solange wir nicht imstande sind lange Zeit im Weltall zu überleben, sind wir (als Planet) der Willkür des Universums ausgesetzt. Gratulation zur internationalen Zusammenarbeit. Wenn alle an einem Strang ziehen wird Undenkbares möglich.

    • Starchild am 21.11.2013 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Waffen-Etat stoppen

      Alles Geld, welche die "Menschheit" ins Militär steckt, zur Erforschung eines Antriebs/einer Methode einsetzen, welcher uns zu den Sternen bringt! Peace on Earth!

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