Dialekt-Guide

19. März 2019 11:07; Akt: 19.03.2019 11:31 Print

Wissen Sie, was ein Knertzel ist?

Nichts trennt Deutschland und die Schweiz so sehr wie die gemeinsame Sprache. Dass in dieser Weisheit ein Kern Wahrheit steckt, zeigt die Wissenschaft.

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Wie wird 10.15 Uhr ausgesprochen? Ganz klar, wird der Zürcher sagen: «Viertel ab zehn.» Doch ausserhalb der Deutschschweiz wird man damit mancherorts Kopfschütteln ernten. Im Westen und Nordwesten Deutschlands sowie in Bayern und Tirol wird man zumindest wissen, wovon wir reden. Dort sagt man «Viertel nach zehn.» Doch in Wien und Berlin werden wir auf wenig Verständnis stossen, dort heisst es: «Viertel elf.»

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Obwohl in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland und im Südtirol Deutsch gesprochen wird, gibt es grosse regionale Unterschiede.

Langjährige Erhebung
Der «Atlas zur deutschen Alltagssprache» macht die Unterschiede im deutschsprachigen Raum sichtbar. Stephan Elspass von der Universität Salzburg und Robert Möller von der Universität Löwen in Belgien (wo es ebenfalls deutschsprachige Gebiete gibt) betreuen das Projekt, das sich mittlerweile in der elften Umfragerunde befindet, schon seit 2003.

Aus diesen Erhebungen entstanden Karten, die zeigen, wie unterschiedlich Bezeichnungen in verschiedenen Regionen sein können. In der Bildstrecke oben sehen Sie einige Beispiele. Hätten Sie etwa gewusst, dass «tschutten» in Teilen des Ruhrgebiets «pöhlen» genannt wird und das Endstück beim Brot in Österreichs das «Scherzel» ist?

Hier geht es zur aktuellen Umfragerunde.

App aus Zürich

Wer mehr über die Dialekte der Schweiz herausfinden möchte, kann das auch mithilfe von «Gschmöis» machen. Die App der Uni Zürich erlaubt es, die riesige Vielfalt an Dialekten in der Schweiz auf unterhaltsame Weise zu erleben.

Mehr zur Gschmöis-App erfahren Sie hier.


Sandro Bachmann vom Deutschen Seminar der Universität Zürich erklärt, was die Gschmöis-App alles kann. (Video: 20M)

(chk/lu/jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Kohlbrenner am 19.03.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das Wallis

    ist der Ort, an dem man bestimmt nicht "Grüezi" sagt.

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  • Jakob Sch am 19.03.2019 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Reisen und fremde TV Sender schauen

    bildet. Habe längere Zeit in verschiedenen Ländern gearbeitet. Auch in DE und AT. Ist doch schön, wenn die Regionen sich ihre sprachlichen Besonderheiten bewahren. Wenn man sich ein paar Wochen oder Monate unter Einheimischen bewegt und mit ihnen arbeitet, dann gewöhnt man sich schnell an solche sprachlichen Eigenheiten. Ich habe mich - zusammen mit den Einheimischen - schon oft fast totgelacht wegen sprachlichen Missverständnissen.

  • Banana jody am 19.03.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .....

    viertel ab 10ni

Die neusten Leser-Kommentare

  • Baselbieter am 20.03.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm...

    Ein Viertel von 11 Uhr ist doch 2:45 Uhr (oder Viertel vor 3). Komisch die Wiener& Berliner.

  • UliHu am 20.03.2019 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Badisch für Anfänger

    yep, Knertzel ist der Anfang oder das Ende vom Brot. Kommt aus dem Badischen, BW. Da kann man bekanntlich alles nur nicht Hochdeutsch

    • Fraz am 20.03.2019 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @UliHu

      Ah, aus dem Deutschen also? Und warum sollten wir diesen Ausdruck dann kennen? Ich bleibe beim "Ahäuel", dieser Ausdruck stammt mit Sicherheit aus der Schweiz.

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  • Schellenursli am 19.03.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Würde der Vielfalt ist unantastbar

    Ich finde es höchst seltsam, wenn sich hier ein paar Schreiberlinge über die Sprache /die Dialekte anderer aufregen und sich erhaben davon abgrenzen. Es gibt hier nichts zu kritisieren. Die Würde der Sprachvielfalt ist unantastbar! Alles andere ist arrogant. Dialekte sind für mich oft Grund zu lachen (nicht auslachen) - auch über den eigenen Dialekt! Manches ist einfach zu komisch. Lustig sein hilft....

    • René am 19.03.2019 22:58 Report Diesen Beitrag melden

      nur Menschen haben unantastbare Würde

      du bist wahrscheinlich der erste der die Unantastbarkeit der Würde auch auf Sprachen und Dialekte ausdehnt :D Einen Dialekt doof finden ist einfach nur eine Meinung, mehr nicht. Nebenbei steht in unserer Verfassung nichts von Unantastbarkeit, bei uns steht wortwörtlich "Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen" in Art. 7, von unantastbar steht da nichts, in praktischer Hinsicht kommt "achten und schützen" aber eh auf dasselbe hinaus.

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  • M.G. am 19.03.2019 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sprache und Kultur

    Das heilige römische Reich wurde im 10. Jahrhundert gegründet und umfasste neben Deutschland, der Deutschschweiz und Österreich noch die Benelux-Staaten und den Osten von Frankreich. Dieses Reich hatte keine Hauptstadt und wurde nie zentralistisch regiert sondern bestand aus bis zu 400 weitesgehend souveränen Teilstaaten: adlige Herrschaften, Reichstädte, freie Talschaften und sogar freie Reichsdörfer. Daraus entstand eine regionale Vielfalt an Dialekten und Kulturen die in Europa einzigartig ist. Dafür gibt es kein deutsches Versailles was angesicht der Vielfalt auch kein grosser Verlust ist.

  • Mimi am 19.03.2019 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluckauf

    Komme aus dem schönen Bündnerland ;-) und wir sagen hier zu Schluckauf: "Hitzgi"

    • Fabs am 20.03.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Hitzgi

      wir aus Rapperswil (theoretisch Kanton SG, praktisch naja^^) ebenfalls :-)

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