Bizarre Experimente (Teil 1)

01. November 2007 14:35; Akt: 12.11.2007 11:17 Print

Der Elefant auf LSD

Was würde eigentlich passieren, wenn man einem Elefanten LSD geben würde? Das fragten sich einige Forscher und schritten just zur Tat, um es herauszufinden.

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Die Idee, einem Elefanten LSD zu verabreichen ist schräg genug, um damit Einzug in unsere Serie «bizarre Experimente» zu halten. Hier der Ablauf des Versuches:

Es war ein Freitag im August 1962, als sich eine Gruppe von Wissenschaftlern in Oklahoma City dazu entschlossen hatte, herauszufinden, was passiert, wenn man einem Elefanten LSD verabreicht.

Warren Thomas, der Direktor des Stadt-Zoos, beteiligte sich am Experiment und schoss eine Spritze mit 297 Milligramm der Droge LSD in den Hinterteil des Elefanten Tusko.

Thomas wurde assistiert von den Forschern Louis Jolyon West und Chester M. Pierce, beide von der «University of Oklahoma School of Medicine».

297 Milligramm ist eine Menge LSD.

297 Milligramm ist ca. 3000 Mal mehr als eine durchschnittliche menschliche Dosis. Und die grösste Menge, die jemals einem Lebewesen verabreicht wurde. Vermutlich gingen die Wissenschaftler davon aus, dass, wenn sie einem Elefanten LSD verabreichen, sie besser genug nehmen sollten.

Musth dank LSD?

Thomas, West und Pierce erklärten später, das Experiment hätte zeigen sollen, ob LSD beim Elefanten die sogenannte Musth provoziere. Als Musth bezeichnet man die bei erwachsenen Elefantenbullen ca. einmal jährlich stattfindende aggressive Phase. Sie wird durch einen Testosteron-Schub ausgelöst und kann mehrere Monate andauern. Man unterstellte den dreien aber auch makabere Neugier.

Was auch immer der wahre Grund für das Experiment war: Es ging fast augenblicklich schief. Auf den Einstich reagierte Tusko, als ob ihn eine Biene gestochen hätte. Dann trompetete er ein paar Minuten lang herum, bis er schliesslich auf die Seite kippte.

Entsetzt versuchten die Forscher ihn wiederzubeleben. Ohne Erfolg, Tusko verstarb nach ca. einer Stunde.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: «Es scheint, dass der Elefant höchst empfindlich auf die Wirkung von LSD reagiert.»

Was tötete Tusko?

Noch Jahre nach dem misslungenen Versuch wurde darüber diskutiert, was nun den Bullen getötet hat: Das LSD oder die Medikamente, die eingesetzt wurden, um ihn wiederzubeleben. 20 Jahre nach Tuskos Tod beschloss Ronald Siegel von der «University of California», diesen Diskussionen ein Ende zu bereiten: Er wollte zwei Elefanten ähnlich hohe Dosen LSD verabreichen wie Tusko erhielt.

Angeblich musste er sich zuvor verpflichten, die Elefanten zu ersetzten, falls sie das gleiche Schicksal wie Tusko ereilte.

LSD im Trinkwasser

Siegel spritzte den Elefanten das LSD nicht, sondern mischte es in das Trinkwasser. Das Resulatat: Die Elefanten haben nicht nur überlebt, die Drogen schienen sie nicht einmal gross zu beeinflussen. Sie schwankten zwar ein bisschen und gaben ungewöhnliche Laute von sich, aber nach wenigen Stunden waren sie wie immer. Da die jeweilige Dosis aber nicht ganz so hoch war wie die für Tusko, konnte Siegel auch nach seinem Experiment nicht ausschliessen, dass Tusko an den folgen einer Überdosis starb. Die Diskussionen gehen also weiter.

Das nächste bizarre Experiment, mit Hunden und ihren Herrchen, folgt demnächst!