Spix-Ara-Papageien

30. Juni 2014 21:57; Akt: 30.06.2014 21:57 Print

Der Tod von Presley bedroht seine ganze Art

Er inspirierte Hollywood zum Animationsfilm «Rio» — nun ist Papagei Presley tot. Und das, bevor er sich fortpflanzen konnte. Das könnte das Todesurteil für seine Spezies bedeuten.

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Der Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) zählt zu den fünf am stärksten bedrohten Tierarten überhaupt. Weltweit leben nur noch weniger als 100 Exemplare, und bis auf zwei sind alle im Rahmen eines Zuchtprogramms geboren. Eine Ausnahme war der nun verstorbene Presley. Denn dieser war vor rund 40 Jahren im brasilianischen Dschungel auf die Welt gekommen und in jungen Jahren vermutlich von Schmugglern nach Europa gebracht worden.

In Europa verbrachte der Vogel einige Jahre in privaten Sammlungen, bevor er schliesslich im US-Bundesstaat Colorado landete, wo er 2002 wieder entdeckt wurde. Laut Medienberichten inspirierte seine Geschichte Filmemacher zum Animationsfilm «Rio» aus dem Jahr 2011 (siehe Box).


Im Film «Rio» spielt der Spix-Ara Blu die Hauptrolle (Video: Youtube/FoxKino)

Während Presleys Abwesenheit ist in seiner Heimat Brasilien viel passiert. So wurde der Lebensraum seiner Artgenossen durch Abholzung und illegalen Handel drastisch verkleinert. Zudem machten ihnen die aus Afrika eingeschleppten Honigbienen das Leben schwer. Um den Fortbestand der Art zu sichern, wurden die wenigen noch verbliebenen Tiere in abgeschieden gelegene Zuchtstationen gebracht.

Letzter Hoffnungsträger

Aber auch wenn sich die Tiere dort erfolgreich fortpflanzen: Ihr Überleben ist so nicht gesichert. Denn dass die Papageien alle eng miteinander verwandt sind, führt zu genetischen Defekten. Deshalb lagen die Hoffnungen der Forscher auf Presley. Er sollte die dringend benötigte genetische Vielfalt in die Population bringen.

Doch alle Versuche, ihn mit Weibchen zu paaren, schlugen fehl. Nur ein einziges Mal legte eines Eier, jedoch entpuppten sich diese als steril. Zu weiteren Flirts kam es nicht. Als Nächstes wollten es die Forscher mit einer künstlichen Besamung versuchen. Doch zu spät: Am Dienstag vergangener Woche verstarb der Hoffnungsträger infolge von Herz-Rhythmus-Störungen.

Aufgeben wollen die Experten jedoch nicht: Gemäss «National Geographic» versuchen sie nun, von Presleys Leichnam genetisches Material zu gewinnen, das weiblichen Tieren eingepflanzt werden kann. Gelingt das nicht, sind die Spix-Aras stärker vom Aussterben bedroht als je zuvor.

Einzig im Kino ist ihnen ewiges Leben beschert: Im Frühling lief dort «Rio 2» an.


Im April kam «Rio 2» in die Schweizer Kinos. (Video: Youtube/FoxKino)

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beate am 01.07.2014 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armer Vogel

    Der Vogel verbrachte einige Zeit in Europa in privaten Sammlungen? Wurde es auch an die Wand gehängt ? Noch nicht mal 8 und ich könnte schon kotzen....

  • Moni am 02.07.2014 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Aussage

    Die Aussage auf Foto 3 ist schlichtweg falsch. Gendefekte sind nicht vorprogrammiert aufgrund von Verwandtschaft, das ist Blödsinn. Gendefekte können nur auftauchen wenn auch solche vorhanden sind, sind keine vorhanden spielt die Verwandtschaft keine Rolle. Inzucht deckt lediglich vorhandene Gendefekte auf, verursacht diese aber nicht. Es wäre also durchaus mögliche eine gesunde Linie aus den miteinander verwandten Tieren aufzubauen. Leute lernt etwas über Genetik bevor ihr sowas schreibt

  • querdenker am 02.07.2014 02:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoistisch

    Wieso können wir menschen die Natur nicht einfach ihren lauf nehmem lassen und diese Tiere aussterben lassen? Aber nein, wir egoisten müssen uns wieder fürs eigene Ego einmischen und den Helden spielen...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Moni am 02.07.2014 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Aussage

    Die Aussage auf Foto 3 ist schlichtweg falsch. Gendefekte sind nicht vorprogrammiert aufgrund von Verwandtschaft, das ist Blödsinn. Gendefekte können nur auftauchen wenn auch solche vorhanden sind, sind keine vorhanden spielt die Verwandtschaft keine Rolle. Inzucht deckt lediglich vorhandene Gendefekte auf, verursacht diese aber nicht. Es wäre also durchaus mögliche eine gesunde Linie aus den miteinander verwandten Tieren aufzubauen. Leute lernt etwas über Genetik bevor ihr sowas schreibt

  • querdenker am 02.07.2014 02:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoistisch

    Wieso können wir menschen die Natur nicht einfach ihren lauf nehmem lassen und diese Tiere aussterben lassen? Aber nein, wir egoisten müssen uns wieder fürs eigene Ego einmischen und den Helden spielen...

    • michael am 02.07.2014 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      quatsch

      es ist leider nicht der lauf der natur, dass diese tiere am aussterben sind, sondern die konsequenz unserer viralen ausbreitung. bitte erst nachdenken, dann reden. querdenken bringt nichts. lieber mal deinen gesunden menschenverstand wieder einschalten.

    • F K am 02.07.2014 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ignoranz

      was hat das mit der natur ihren lauf lassen zu tun?! Der mensch braucht immer mehr lebensraum und ressourcen. wir zerstören diese welt tag für tag ein stückchen mehr. wenn die letzten flüsse vergiftet sind und der letzte baum gefällt werden wir dan vieleicht merken das man geld nicht essen kann... :(

    • Martin Zahno am 02.07.2014 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Egoismus

      Wir sind schuld, dass diese Tiere aussterben. Wenn wir mal aufhören würden die Lebensräume der Tiere zu zerstören, nur weil wir Rohstoffe brauchen, müssten diese Tiere nicht aussterben. Wir Menschen versuchen nicht Helden zu spielen, sonder versuchen unsere Fehlern, die wir an den Tieren angetan haben zu lösen. Wenn wir Menschen weiter so egoistisch bleiben, werden alle Tiere nacheinander aussterben.

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  • patrick h. am 01.07.2014 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    gibt noch genug andere

    So schad. Ich hoffe die restlichen 10'624 Vogelarten weltweit können uns über den Verlust wegtrösten.

  • Beate am 01.07.2014 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armer Vogel

    Der Vogel verbrachte einige Zeit in Europa in privaten Sammlungen? Wurde es auch an die Wand gehängt ? Noch nicht mal 8 und ich könnte schon kotzen....