Erdmagnetfeld

05. Februar 2019 12:37; Akt: 05.02.2019 12:37 Print

Der magnetische Nordpol wandert nach Sibirien

Ein Jahr früher als geplant musste das Weltmagnetmodell aktualisiert werden. Der Grund: Das Magnetfeld der Erde wandert schneller als bisher.

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Mit 55 Kilometern pro Jahr ist der magnetische Nordpol derzeit unterwegs. Er bewegt sich dabei von der kanadischen Arktis Richtung Sibirien. Das ist deutlich schneller als noch im Jahr 2000, als er pro Jahr etwa 15 Kilometer zurücklegte. Das hat nicht nur zur Folge, dass der Kompass in eine leicht andere Richtung zeigt. Auch eine Vielzahl elektronischer Geräte ist betroffen.

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Wann hatten Sie das letzte Mal einen klassischen Wanderkompass in der Hand?

Denn während die Satellitennavigation GPS unabhängig vom Magnetfeld der Erde funktioniert, spielt der magnetische Nordpol für die Navigation weiter eine wichtige Rolle. So haben die meisten Smartphones einen Kompass eingebaut, der die Orientierung genauer macht, etwa in Google Maps. Auch Militär, Luft-, Schiff- und Raumfahrt sind darauf angewiesen, genau zu wissen, wo sich der magnetische Nordpol befindet.

Sie müssen sich auf ein exaktes Modell des Erdmagnetfelds verlassen können. Darum wurde dieses bisher alle fünf Jahre aktualisiert, um die Polwanderung zu berücksichtigen. Das nächste Update wäre 2020 vorgesehen gewesen. Doch aufgrund der beschleunigten Wanderung wurde dieses nun um fast ein Jahr vorgezogen. Mit einer kleinen Verzögerung wegen des rekordlangen Shutdowns der US-Regierung.

Flüssiger Erdkern

Doch weshalb wandert der magnetische Nordpol überhaupt? Das liegt an Turbulenzen im flüssigen äusseren Erdkern. Dabei handelt es sich um einen riesigen Ozean aus flüssigem Eisen und Nickel. Die Strömungen in dieser Masse erzeugen ein elektrisches Feld, wie Daniel Lathrop, Geophysiker der Universität Maryland gemäss Guardian.com sagte. Seit der ersten Messung 1831 ist der magnetische Nordpol bereits um 2300 Kilometer gewandert.

Grundsätzlich wird das Magnetfeld der Erde laut Experten schwächer. Sie gehen davon aus, dass es in nicht allzu ferner Zukunft zu einer Polumkehr kommen wird. Das hat es in der Geschichte schon öfter gegeben, das letzte Mal vor etwa 780'000 Jahren. Wenn es passiert, wird es nicht auf einen Schlag geschehen, sondern etwa 1000 Jahre oder länger dauern.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Salvi 1 am 05.02.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nordpolsteuer

    Sofort eine Erdmagnetsteuer zur Rettung des Nordpols einführen. Könnte sein das die CO2 Abgaben nicht mehr von Nutzen sind.

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  • The1&only am 05.02.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zähle auf euch

    Mit einem bisschen Kreativität lässt sich das sicher auch noch den Autofahrern in die Schuhe schieben...

  • Anderswo gelesen am 05.02.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mögliche Folgen nicht gravierend

    Verringert sich die Feldstärke weiter wie aktuell beobachtet, gibt es in etwa 1800 Jahren an der Erdoberfläche ein Feld mit vier Polen (Quadrupol). Damit geht ein Wechsel in der Flussrichtung des Feldes einher. Klingt die Störung aus, verschwindet die Multipolstruktur, und zwei normale Pole bilden sich aus allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Dann baut sich das Magnetfeld wieder in alter Stärke auf....Tatsächlich verringert sich die Feldstärke an der Erdoberfläche bei einem Polsprung um bis zu 90 Prozent. Das hat Auswirkungen auf die Erde, aber sie sind nicht sonderlich gravierend.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F.R. am 06.02.2019 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alle brauchen magnetische Kompasse

    Hochseeschifffahrt z.B. braucht Kreiselkompasse, die magnetischen werden nur im Notfall (bei Stromausfall) gebraucht, und ein Kreiselkompass ist viel genauer.

  • Heiri Meier am 06.02.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Pol-Verschiebung

    Frage an die Wissenschaft: Könnte die Pol-Veränderung etwas mit dem Klimawandel zu tun haben?

    • Spliff Dude am 06.02.2019 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      Korrekt

      Logisch, wenn man doch den Nordpol verschiebt, dann ändern sich auch alle anderen Punkte der Erde mit, und entsprechend wird es wärmer/kälter etc.. Daher kann das auch auf das Gesamtklima der Erde (Erhöhung Temperatur Durchschnitt) Einfluss haben. Es gibt ja keine Betriebsanleitung für die Erde. Aber wir sollten ja schon weniger Auto fahren und weniger Energie verschwenden!!!Habet sorge zur Erde! Danke.

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  • Fäääble am 06.02.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaerwärmung wegen Polsprung?

    Könnte es nicht sein, dass die Klimaerwärmung hauptsächlich auf diesen kommenden Polsprung zurückzuführen ist? Ich habe neulich gelesen, dass es irgendwo zwischen 2020 und 2050 eine mini Eiszeit geben wird.

    • Stefan am 06.02.2019 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Zusammenhang

      Und was hat eine Verschiebung des Erdmagnetfeldes mit dem Klima zu tun?

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  • Linksgrün am 06.02.2019 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr müsst endlich handeln

    Hoffe dass nun auch der letzte gemerkt hat, dass Diesel an der Wanderung des Nordpols schuld ist! Ihr seid schuld, hört endlich auf Auto zu fahren und zu fliegen, nur so können wir den Pol noch retten.

    • Der Beobachter am 06.02.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ironie?

      Dachte zuerst das sei ironisch gemeint, aber weiter unten sehe ich nochmals einen Kommentar von Dir. Du meinst das wirklich ernst... ???

    • Pete am 06.02.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Der Beobachter

      Und dann noch der Name "Linksgrün"... Ich denke eher dass es sich hier um einen Poe handelt.

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  • DR. No am 06.02.2019 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    alle 780ooo Jahren wieder

    was ist das problem wenn alle 780000 jahren, periotisch rytmus pasiert.

    • Linksgrün am 06.02.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      Du schon wieder

      Natürlich gab es immer einen Polsprung, normal. Aber, durch Autofahren und Fliegen hat sich dieser beschleunigt, dass ist das Problem! Versteht endlich und hört auf zu fliegen und zu fahren!

    • Mike Gerber am 06.02.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Linksgrün

      Statt hier nur haltlose Thesen aufzustellen sollten Sie uns lieber erklären, wie Autofahren, Fliegen und Diesel im allgemeinen die Geschehnisse in unserem Erdinnern beeinflussen. Vielen Dank im Voraus.

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