Die Musik machts

08. August 2016 21:01; Akt: 08.08.2016 21:01 Print

Der wahre Grund, weshalb wir Angst vor Haien haben

Haiattacken sorgen weltweit stets für Schlagzeilen. Dass so viele Menschen Angst vor den Raubtieren haben, hat aber einen ganz anderen Grund.

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Sie gehört zu den bekanntesten Tonfolgen der Kinogeschichte: Die Melodie, die im Film «Der weisse Hai» ertönt, wenn die Kreatur sich ihrem Opfer nähert. Es ist dieser geniale Effekt, der dazu beitrug, dass Steven Spielbergs Film auch 40 Jahre nach seiner Premiere als Klassiker des Genres gilt.

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Den Haien hat er allerdings keinen Gefallen getan. Seit «Der Weisse Hai» in die Kinos kam, hat es sich in Naturdokumentationen eingebürgert, Aufnahmen von Haien stets mit dramatischer Musik zu untermalen. Eine neue Studie aus Kalifornien zeigt nun, dass die Verwendung solcher Musik viel dazu beiträgt, dass Menschen Panik vor Haien haben.

Musik beeinflusst den Zuschauer

Forscher zeigten im Experiment 2100 Personen einen 60-sekündigen Clip von Haien. Die Sequenz war entweder ohne Ton, mit fröhlicher oder mit bedrohlicher Musik unterlegt. Diejenigen, die den gruseligen Clip geschaut hatten, waren im Anschluss Haien gegenüber negativer eingestellt als die Teilnehmer, die keinen Ton oder fröhliche Musik gehört hatten.

Das Resultat ist insofern bedenklich, als dass die meisten Menschen Dokus als objektive Lernprogramme wahrnehmen. Sie hinterfragen die Musik nicht und sind sich in der Folge nicht bewusst, dass die Dokus ihre Einstellung gegenüber Haien negativ beeinflussen.

Der Hauptautor der Studie, Andrew Nosal vom Saint Katherine College in San Marcos, Kalifornien, sagte Livescience.com: «Es mag verlockend sein, Haibilder mit bedrohlicher Musik zu unterlegen, um Dokus oder Nachrichtenbeiträge unterhaltsamer zu gestalten. Doch das schmälert den Lerneffekt, da beim Zuschauer die Wahrnehmung von Haien beeinflusst wird.»

Gefahr für Schutzprojekte

Nosal hofft, dass seine Studie bei Filmemachern ein Umdenken auslöst. Denn längerfristig könnte die negative Wahrnehmung von Haien einen Einfluss auf Schutzprojekte haben, die auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind.

Unterstützung erhält Nosal von Robert Hueter, dem Direktor des Center for Shark Research at the Mote Marine Laboratory in Sarasota, Florida. Der Wissenschaftler, der nicht an der Studie beteiligt war, sagte: «Die Leute mögen sagen, dass das Resultat absehbar war. Tatsache ist aber, dass sich noch nie jemand dem Problem systematisch und wissenschaftlich angenommen hatte.»

Hueter, der unzählige TV-Interviews zu Haien gegeben hat, bestätigt, dass diese Beiträge meist mit bedrohlicher Musik unterlegt wurden. Und dass die Musik bedauerlicherweise die Auffassung der Leute verstärke, wonach Haie gefährliche Killer seien.


Wäre ohne Musik nur halb so spannend: «Der weisse Hai» (1975). (Video: Youtube/UniversalMoviesDE)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lady am 08.08.2016 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Haie

    Das gefährlichste Lebewesen ist und bleibt der Mensch.

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  • Marco am 08.08.2016 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auslegung

    Hmm... Ich habe eigentlich nicht vom Hai selber Angst, sondern davon das der mehr Zähne hat als ich;)

  • Emil am 08.08.2016 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Shark

    Steven Spielberg ist schuld. ;-D Nicht nur die Musik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kritiker am 09.08.2016 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Raubtiere braucht es nicht

    ich betrachte die Existenz von Raubtieren, also Tieren die zum Leben Leben auslöschen als einen der tragischen Irrtümer der Natur. Australien ist der beste Beweis dass es ohne geht. Ohne Raubtiere findet die Natur einfach ein neues, friedlicheres Gleichgewicht. Australien beweist übrigens auch dass "der Mensch" nicht "das schlimmste Raubtier" ist, denn sonst würden die Aboriginals dort nicht seit 60'000 Jahren leben ohne den Kontinent kaputt gemacht zu haben. Das Problem sind ganz BESTIMMTE MENSCHEN und ganz BESTIMMTE TIERE.

    • timo am 09.08.2016 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritiker

      ah ja. nun, gemäss deiner logik ist der mensch demzufolge ein tragischer irrtum der natur... naja, wahrscheinlich hast du recht...

    • Kritiker am 09.08.2016 23:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ich wusste es

      auch GROSSSCHREIBEN genügen hier für gewisse Individuen nicht. Es ist peinlich von "Logik" zu sprechen nachdem man eine Pauschalisierung und damit falsche Annahme gemacht hat ("der Mensch") während ich ausdrücklich in Grossbuchstaben differenziert habe. Nochmals: BESTIMMTE MENSCHEN. Deine pseudologische Schlussfolgerung müsste sein dass BESTIMMTE Menschen ein tragischer .. blah blah. Tragisch ist tatsächlich so zu kommentieren.. (Was in abgewandelter Form zu beweisen war: BESTIMMTE MENSCHEN usw. usw. ...)

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  • Sergio am 09.08.2016 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ignorante Menschen die da Angst haben

    Der Hai ist eines der wundervollsten und bestentwickelten Lebewesen überhaupt. Nach dem Filmstart von Sharks wurden zig Tausend Haie von Sporttauchern einfach getötet, kleine Reefsharks und andere, die für den Menschen völlig harmlos sind. Dabei ist der Hai eines der absolut wichtigsten Tiere im Meer, Forscher schätzen, dass nach der Ausrottung der Haie das Ökosystem Meer nach wenigen Jahren total zusammenbrechen würde. Also nichts mit Monster, Haie sind grossartige Lebewesen und verdienen Respekt!

    • Kritiker am 09.08.2016 22:00 Report Diesen Beitrag melden

      "Bestentwickelt"

      Haie sind von der Evolution leider ziemlich fest "links liegen gelassen" worden und wegen ihrer mangelhaften Intelligenz ziemlich unberechenbar. Das zeigt sich auch in ihren "Probebissen", im besten Fall in Surfboards und der Tatsache dass es auch heute keine wirklich sicheren Abwehrmassnahmen gibt. Werden Haie ausgerottet findet die Natur einfach ein neues friedlicheres Gleichgewicht, das wird dauern aber die Natur wird auch eine solche positive "Katastrophe" wie schon viele zuvor problemlos wegstecken.

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  • Peter(TOO) am 09.08.2016 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Haie

    Autos explodieren grundsätzlich schon beim kleinsten Rempler. Ein defekter Computer verhält sich wie ein Feuerwerk. Und wenn ein Glas Wasser neben der Steckdose steht, ist es tödlich. Alles Klischees welche die Filmbranche geschaffen hat.

  • Dudelface am 09.08.2016 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht

    Man sollte uns vor gewissen Menschen schützen aber nicht vor Haie...die haben auch das Recht zu leben daher lasst Haie in Ruhe! Wer dennen zu nah kommt und meint ist Herkuless, selber Schuld ein Hai sieht das als Gefahr und verteidigt sich.

  • Battlefield X am 09.08.2016 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmacherei

    Ich hätte zwar auch Angst neben einem Hai zu schwimmen, aber die Menschen sind die wirklichen gefährlichen, denn sie töten mehr Haien als Haien Menschen.